Diese Typen Typen trifft man überall in Berlin: auf der Straße, im Büro, im Bus und in der Kneipe. Sie sind dick, dünn, groß, klein, jung oder alt. Manche nerven, andere sind still, ganz andere spielen sich auf. Für jeden Typus hat der Berliner seine eigene berlinerische, oder berlinische (ganz wie man will), Bezeichnung. Hier sind 12 Berliner Typen, die man kennen sollte, von Atze über Keule und Raffke bis zum Saunickel.
Atze
„Atze“ ist ein Kumpel, ein Typ mit dem man rumhängt, ein guter Freund aber auch der eigene große Bruder. Ein Oberbegriff für Männer, wenn sie unter sich sind. So richtige berlinerische Typen! Auf dem Foto zockt ein Atze am Flipper. Die Bezeichnung hat Karriere gemacht. In Berlin gibt es das Atze-Musiktheater und ein berühmter Comedian, bekannt aus Funk und Fernsehen, nennt seine erfundene Bühnenfigur so, mit Nachnamen Schröder. Der kommt allerdings aus Essen. Und dann gibt es noch die Atzen in Berlin, Frauenarzt und Manny Marc, zwei Rapper. So ist alles bis heute ein großer Atzenzirkel.
Fannkuchen mit Beene
Heute würde die politische Korrektheit lustige Bezeichnungen für Menschen mit Gewichtsproblemen vermutlich nicht mehr zulassen. Deshalb haben wir ein extra altes Foto zur Bebilderung herangezogen. Der dicke Mann wird die Sache hoffentlich verkraften, ein waschechter Berliner würde ihn „Fannkuchen mit Beene“ nennen und seiner Wege ziehen.
Fritze
Den „Fritze“ kann man mit nahezu jedem Berufsstand aus der Dienstleistungsbranche koppeln. Das ist einer, der was verkauft oder sich um was kümmert, der repariert oder verwaltet. Es gibt den Vasich’rungsfritzen, den Jemüsefritzen, den Eierfritzen oder den Zigarrenfritzen. Fachhändler also. Dieser Fritze hier macht in Textilien.
Ihmchen
Wenn sich zwei über jemanden unterhalten, der nicht anwesend ist, dann sprechen sie vom „Ihmchen“. Hier auf dem Foto sehen wir die berühmte Schauspielerin Heidi Kabel, die mit ihrer Tochter redet. Unterstellen wir den beiden mal, dass sie über eine dritte Person sprechen, die gerade nicht da ist. Ja, dann ist das wohl Ihm… Schon klar, oder?
Ische
Kennt man, trotzdem schön! Die „Ische“ ist halt ’ne Olle, nur in jünger. Geht mit dem Gendersternchen und feministischer Sprachregelung nicht immer in Ordnung, aber diese berlinerische Type gehört zu den Klassikern des Berliner Dialekts. Die Bezeichnung entstammt übrigens, wie viele andere berlinische Begriffe auch, dem Jiddischen.
Jören
Die lieben „Jören“. Wie sie sich freuen und lachen, aber nerven tun sie auch, wenn sie so herumkrakeelen. Natürlich sind hier meist freche, unartige Kinder gemeint. Abgeleitet ist die Bezeichnung vom Wort „Göre“, dem der Berliner naturgemäß ein J vorsetzt. Gilt sowohl für Jungen wie für Mädchen. Dit is eben so. Historische Fotos von Rabauken, Pimpfen und Steppkes zeigen wir euch übrigens hier.
Keule
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„Keule“ ist dem „Atze“ nicht unähnlich. Auch hier wird ein Kumpel, Freund oder herumstehender Typ gemeint, oder aber der Bruder. Allerdings der kleine Bruder, und „Atze“ ist der große. Wir vermuten jetzt schon, dass es sich auch andersherum oder eben gar nicht so verhalten kann. Das Berlinische ist eine wunderbare Mundart, aber sie steckt auch voller Tücken, wa, Keule!?
Das Foto zeigt übrigens die Zwillingsbrüder Manfred und Peter Diehl, beide waren in den 1970er-Jahren erfolgreiche Turner.
Lulatsch
Der Stabhochsprung wird meist von hochgewachsenen Menschen betrieben, da sagt der Berliner „Lulatsch“ oder auch mal „Langer Lulatsch“, das ist aber eher dem Funkturm vorbehalten, einem der bekanntesten Türme in Berlin.
Männeken
Im Gegensatz zum „Lulatsch“ steht das „Männeken“, ein kleingewachsener Mann. Das nennt man heute Bodyshaming und ganze Heerscharen von Psychotherapeuten müssen auf Kassenkosten traumatisierte kleine Männer betreuen, aber wat soll’s. Klein ist klein. Kann man nichts machen.
Obermima
Berlinerische Typen sind vielfältig und dringen in jeden Bereich des Lebens. Jetzt sind wir in der Arbeitswelt. Der „Obermima“ kann klein oder groß oder dünn oder fett sein, völlig egal, „Obermima“ ist „Obermima“ und der nervt. Damit ist der Chef, Direktor, Leiter, Vorarbeiter oder sonstige Autoritätsperson im Beruf gemeint. Manchmal muss man Paroli bieten, manchmal scheißfreundlich sein. Den Begriff nutzt man eher hinter dem Rücken des „Obermimas“.
Raffke
Haben, haben, haben. Meins, meins, meins. Damit wäre der „Raffke“ erklärt. Das ist eben ein raffgieriger Mensch. Der Typ hier auf dem Bild hat scheinbar Fotos gern. Meist geht es aber um Asche, Moneten, Penunze. Geld eben.
Saunickel
Der Sepp Maier, Rekordtorhüter der deutschen Nationalmannschaft und Ur-Bayer, ist alles andere als ein Berliner, aber ein „Saunickel“ ist er. Zumindest auf dieser Aufnahme. Das ist also ein Typ, der sich ziemlich schmutzig gemacht hat.
Mehr Berlin verstehen
Aas, Backpfeifenjesicht, Jammalappm: Das sind unsere liebsten Berliner Beleidigungen. Von Äppelkahn bis Zopp: ein Berlinisch-Crashkurs mit Begriffen, die ihr kennen solltet. Markige Berliner Sprüche gibt’s auch in unserer Liste mit berlinischen Beleidigungen. An diese 12 Dinge müssen sich Zugezogene in Berlin erstmal gewöhnen. Ihr lebt schon immer oder zumindest seit einer halben Ewigkeit in Berlin? Diese 12 Dinge kennt jeder, der im West-Berlin der 1980er gelebt hat. Zeiten ändern sich: Diese Berlin-Erfahrungen machen Zugezogene heutzutage nicht mehr. Mehr Berliner Stadtleben haben wir hier.