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Plattfuß in Berlin: Bud Spencer soll ein Denkmal bekommen

Eigentlich sollte Ende Mai in Berlin unweit des Alexanderplatzes ein Museum für Bud Spencer eröffnen. Dann kam Corona dazwischen. Jetzt peilen die Macher einen neuen Termin im Jahr 2021 an.

Vorlage für das geplante Monument: das Filmplakat von „Plattfuß räumt auf“. Visualisierung: Bud Spencer Museum

Aber sie haben schon wieder eine neue Idee: ein 2,50 Meter hohes Bud-Spencer-Denkmal. Jetzt gibt es eine Spendensammlung für den bärtigen Haudrauf der Herzen. Blattfuß in Berlin: Das passt wie die Faust aufs Auge.

Sein Faustschlag donnerte auf Halunken-Köpfe hernieder wie das Jüngste Gericht. Die Flirts überließ er leibesfüllebedingt seinem drahtigen und stahlblauäugigen Duo-Partner Terence Hill. Sein legendäres Bohnen-Speck-Gericht schaufelte er sich gern mit dem groben Holzlöffel in den Mund. Wenn er aufgegessen hatte, ereignete sich schon mal ein Bäucherchen von der Lautstärke eines Flugzeugstarts.

Und dann war die Pfanne gern von weiterem Nutzen. Sollten zum Beispiel gerade dürftig rasierte Tunichtgute in der Nähe sein. In Filmen mit Bud Spencer waren sie eigentlich immer in der Nähe. Dann gab es Mische. Und das nicht zu knapp. Am Ende verloren immer die Bösen, die Abgefeimten, die Hinterlistigen. Und die Welt war ein bisschen gerechter.

Allein das wäre schon ein Denkmal wert.

Bud-Spencer-Museum wegen Corona auf 2021 verschoben

2016 starb Carlo Pedersoli, wie Bud Spencer mit bürgerlichem Namen hieß, im Alter von 86 Jahren. Eigentlich hätte jetzt seit Ende Mai eine museale Bud-Spencer-Show im Haus Ungarn unweit des Alexanderplatzes gezeigt werden sollen. Die war Ende 2019 erstmals in Neapel zu sehen gewesen, Pedersolis Geburtsstadt.

Ausgestellt waren dort nicht nur viele Artefakte aus seinen insgesamt mehr als 50 Filmen – 18 davon mit Terence Hill als kongenialen Partner –, sondern auch über die zahlreichen anderen Facetten des Mannes, der nicht immer dick war und nicht immer brausebärtig: Er war auch Weltklasseschwimmer, Erfinder, Musiker, Fluggesellschaftsgründer.

Spendensammlung für die Bud-Statue

In Berlin hätte die museale Show bis Ende August laufen sollen. Wegen der Corona-Krise suchen die Macher, die auch unter anderem das SpencerHill-Festival ausrichten und das Terence-Hill-Museum im sächsischen Lommatzsch betreiben, jetzt nach einem Ausstellungstermin für das nächste Jahr. Und sie wollen jetzt dafür eine 2,50-Meter-hohe Bud-Spencer-Statue bauen. Bud: lebensgroß mit Sockel. Er war ja schließlich auch größer als das Leben.

Beim Design hat man sich vom Filmplakat „Blattfuß räumt auf“ (1975) des Künstlers Averardo Ciriello bedient. Breibeinig und mit verschränkten Armen steht Bud Spencer bereit, das Böse zu besiegen. Oder ihm zumindest ordentlich eine reinzuzimmern.

Zur Finanzierung gibt es eine Spendenkampagne, die noch bis 10. August auf Startnext läuft. Rund 5.000 Euro solle die erste Bauphase der Skulptur kosten. Insgesamt würden 15.000 Euro benötigt.

Bud Spencers Corona-Credo

In einer der Lieblingsszenen des Autors dieses Textes, aus „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ (1972), fliegt Salud (Bud Spencer) bei orkanartigem Regensturm in finsterster Nacht einen kranken Jungen in die nächst gelegende Stadt über den südamerikanischen Wald. Er ist sternhagelvoll („Von meiner Blutsprobe könnten die Bullen ein Betriebsfest machen“) und liefert sich einen dieser grandiosen Kracher-Dialoge, diesmal mit dem Flughafen-Kommandanten („Hättest Maurer werden sollen, hätteste einen anständigen Beruf gelernt!“).

„Corona“-Spruch aus „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“. Quelle: Rialto Film

Und irgendwann beugt er sich zum Jungen runter, guckt in sein schweißnasses Gesicht und knurrt bärbeißig: „Du hältst durch und ich halte durch und nächstes Jahr gehen wir einen saufen.“

Ein Satz, der zum Credo der Corona-Krise geworden ist, in den sozialen Netzwerken geteilt wurde, sehr oft. Nur mit dem Saufen warten wir vielleicht nicht ganz so lange.


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