• Stadtleben
  • Erstes „Postillon“-Handyspiel: Den BER endlich zu Ende bauen

Flughafen

Erstes „Postillon“-Handyspiel: Den BER endlich zu Ende bauen

Die Liste der Witze über den kommenden Berliner Flughafen BER ist lang – und „Der Postillon“ hat sie fast alle schon gemacht.

Die Satire-Webseite hat den Bau von Anfang an mit Spott begleitet und uns Humor-Perlen wie die Erfindung des „Futur III“ geschenkt. Nun stellen die Macher*innen den nächsten Witz zum Thema vor: Sie veröffentlichen den „BER Bausimulator“.

Der Postillon teilt Screenshots vom "BER Bausimulator". Foto: Der Postillon
Der Postillon teilt Screenshots vom „BER Bausimulator“. Foto: Der Postillon

Im „BER Bausimulator“ baut und scheitert man mit viel „Postillon“-Humor

Das Spiel begrüßt die Nutzer*innen mit einem alten Bekannten: Karl Klammer aus alten Microsoft-Office-Anwendungen. Der will aber lieber Feierabend machen, anstatt ein Tutorial zu geben. Also erkundet man seine Möglichkeiten allein.

Der „BER Bausimulator“ ist ein Aufbauspiel, bei dem man in der Rolle des Flughafenchefs weitreichende Entscheidungen treffen muss, wie man das Budget am ehesten ausreizt. Man beginnt mit dem Bau von Terminals, Parkmöglichkeiten und Verwaltungsgebäuden. Dabei hat man die Wahl zwischen zahlreichen Kalauern: Als Bautruppe bieten sich etwa „Babel Hoch- und Tiefbau Unltd.“, „RTL7 – Einsatz mit vier Händen“ oder „Bin Laden – der klanghafte saudische Baukonzern“ an. Dass solche Dienstleister nur Probleme machen, versteht sich von selbst. Für jedes Angebot stehen launige 1/5-Sterne-Bewertungen bereit.

Fast so viele Probleme wie beim echten BER

Überall lauern Gefahren und Probleme: Der „BER Bausimulator“ des „Postillon“ hätte da zum Beispiel E-Auto-Ladestationen im Angebot, die über keinen Stromanschluss verfügen – und Lösungsvorschläge wie den Kauf von Steckdosenleisten.

Die Qual der Wahl: "Der Postillon" hat für die FDP nicht viel übrig. Foto: Der Postillon
Die Qual der Wahl: „Der Postillon“ hat für die FDP nicht viel übrig. Foto: Der Postillon

Jeder Bauabschnitt hat seine eigenen Katastrophen. Man klickt sich durch blinkende rote Kästen und trifft Entscheidungen, wie man die Lösung der Probleme am ehesten prokrastinieren kann. Dass die Kosten für den Flughafen dabei explodieren, ist selbstverständlich – war ja in der Realität auch schon so.

Das Spiel macht sogar Spaß, schließlich ist es kurzweiliger als vergleichbare Aufbauspiele, die für fast jede Spielentscheidung Geld verlangen. Der „Postillon“ macht dafür zwischendurch auf seine lustigsten Artikel aufmerksam – eine willkommene Abwechslung.

"Der Postillon" teilt mit dem Game auch seine Satire-Artikel. Foto: Der Postillon
„Der Postillon“ teilt mit dem Game auch seine Satire-Artikel. Foto: Der Postillon

Nur auf einen schnellen Sieg sollte man nicht hoffen. Der „BER Bausimulator“ hat großes Frustrationspotential – und macht gleich am Anfang darauf aufmerksam, dass man die Eröffnung des Flughafens absagen kann.

Gerade gibt es eh kaum Flugverkehr, aber bald darf der BER öffnen

Tatsächlich ist der Weg zur Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER nicht mehr so steinig wie in den vergangenen Jahren: Ende April erhielt der Airport die Nutzungsfreigabe, im Oktober soll endlich die Eröffnung stattfinden können. Die Pointe ist also vielleicht, dass „Der Postillon“ das Spiel viel zu spät veröffentlicht. Vielleicht ist es bald ja auch mit den Witzen darüber vorbei – die Satire-Seite bräuchte dann einen neuen Running Gag.

Im Zuge der Corona-Krise war der BER eines der Berlin-Themen, die ins Abseits gerieten. Auch das vorzeitige Aus von Tegel steht zur Debatte. Derzeit sind die Berliner Flughäfen bei ungefähr fünf Prozent des üblichen Passagieraufkommens. Corona sorgte für eine Verschärfung einiger Kontrollen an den Flughäfen – aber reicht das? Mehrere Rückkehrer*innen berichten uns von ihren Erlebnissen.

Mehr über Cookies erfahren