So war es bei tip Backstage präsentiert von Mastercard Priceless Berlin

Beim Milchsalon im Yaam

Die Discokugel über dem Eingang blitzt in der Sonne. Es ist der dritte Advent, doch auf dem Außengelände des Yaam-Clubs herrscht mit für Dezember äußerst milden zehn Grad fast schon karibisches Flair. Wie bestellt wirkt das Wetter für die „Reggae-Hase Boooo-Revue“, die am Nachmittag im Rahmen des Milchsalons für fetzige Kinderkonzerte über die Bühne im Innern gehen soll.

Vorher hat eine Gruppe aus acht Erwachsenen und acht Kindern zwischen vier und zehn Jahren noch die Chance, einen Blick hinter die Club-Kulissen zu werfen. Die Kinderaugen werden immer größer, als Milchsalon-Gründerin Patricia Parisi die Gruppe durch die Räume führt: Die Wände sind schwarz und voller schräger weißer Comic-Figuren, über dem Tresen hängt ein riesiges Schild voller Getränkenamen, die den kleinen Gästen sehr exotisch vorkommen dürften. Die meisten von ihnen haben noch nie einen „echten“ Club für Erwachsene von innen gesehen oder gehört, was dort gespielt wird.

Auf der Bühne feilen die Musiker der Band Green Rainjackets, die noch leger in Jeans und Kapuzen-Sweathirts gekleidet sind, am Sound. „Kannst du bitte Lead Trumpet und Vocal Trumpet koppeln?“ ruft einer der Bläser dem Tonmann zu. Auch die Puppenspieler, die beim Konzert zu zweit eine ganze Menge der beliebten Figuren aus den Reggaehase-Booo-Büchern mit Puppen und Ganzkörpermasken verkörpern sollen, müssen noch letzte Absprachen mit den Musikern treffen, damit später das Timing sitzt. Dann gibt es für die tip-Backstage-Besucher eine erste Kostprobe mit einem Song von Booos Band Saaat über gesundes Gemüse: „Vergiss die Pommes, den Ketchup, und iss einfach mal ein Blatt, lautet die pädagogisch wertvolle Botschaft, die sich verpackt in groovige Klänge gut schlucken lässt.

Nach diesem musikalischen Appetizer ist es Zeit für eine veritable Stärkung. Im Backstage-Bereich des Yaam, den für gewöhnlich nur die Künstler betreten, ist ein Buffet aufgebaut, das den soeben gehörten Song wieder aufgreift. Neben Möhren, Gurken, Tomate-Mozzarella-Sticks und vegetarischen Buletten gibt es mit Laugenbrezeln und Cupcakes aber auch klassisches Kinder-Lieblings-Fingerfood im Angebot. Nachdem Hunger und Durst gestillt sind, schauen die beiden Puppenspieler Isa Hupe und Raimund Jurack mit den Puppen von Hase Booo und seiner Freundin Josie noch einmal herein und zeigen den Kindern, wie man die Puppen halten muss. Ein mutiges Mädchen im Glitzerdino-Shirt legt mit gekonnt verstellter Stimme gleich eine spontane Booo-Performance hin. „Ich glaube, ich weiß schon, was du später mal wirst,“ lobt Raimund.

Bevor die Show losgeht, brauchen die Künstler noch eine kurze Pause. Zeit für die Backstage-Gäste, schnell die letzten Sonnenstrahlen des Tages einzufangen und das Gelände ein wenig weiter zu erkunden, auf dem es sogar ein kleines Hotel für Hummeln gibt. Im hügeligen Areal lässt sich zudem zwischen geflochtenen Äste-Hecken prima Verstecken spielen.

Und dann ist der große Moment da: Der Innenraum hat sich inzwischen gut gefüllt. Direkt vor der Bühne hat sich ein Kinderpulk platziert, dahinter und am Rand die Erwachsenen, damit alle gut sehen können. Die Band hat sich inzwischen mit Fliege, grünen Shirts und pinken Hosenträgern schick gemacht, auch die Puppenspieler sind in ihren Tierkostümen nicht mehr wieder zu erkennen. Den Vogel in puncto Kostüm schießt aber Moderator Dieter T. Frosch ab mit einem schrägen Outfit in Glitzergrün und großen Schwimmflossen, über die er öfter mal stolpert. Die Live-Show mit freakigen Tieren wie einem Skavogel, einer Klezmer-Katze und einer sabbelnden Krabbe ist ein Riesenspaß für alle. Und als es in einem Song heißt: „Im Urwald herrscht Geschrei“, legen die Kinder im Publikum eine beeindruckend ohrenbetäubende Dschungel-Lärmkulisse hin. Doch neben den lustigen Tiereinlagen gibt es musikalisch durchaus komplexe Kost mit Ausflügen in Klezmer oder Swing und gekonnten Soli von Saxophon und Co – vor allem für die kleinen Gäste bei ihrem ersten Clubbesuch ein beeindruckendes Erlebnis.

Als die Konzertgänger das Yaam verlassen, ist die Sonne verschwunden. Doch im tip-Geschenke-Beutel, den die Backstage-Gäste mit nach Hause nehmen dürfen, steckt die Reggeahase Booo-CD, mit der sich das Karibik-Gefühl ins heimische Wohnzimmer transportieren lässt.

Text: Teresa Schomburg

Fotos: F. Anthea Schaap

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