So war das tip Weinmahleins präsentiert von Mastercard Priceless Berlin

Im Restaurant Qiu im Mandala Hotel

Wir müssen gestehen, dass wir das Restaurant Qiu im Mandala Hotel am Potsdamer Platz lange Zeit selbst nicht so richtig auf der Rechnung hatten. Wenn Mandala, dann zog es uns noch immer ein paar Stockwerke höher ins Facil, wo Michael Kempf unter zwei Michelin-Sternen eine konzentrierte, oft gemüsegrüne Produktküche serviert, deren prägende Rolle man für diese Stadt nicht unterschätzen kann. Das Facil war Berlins erstes modernes Zwei-Sterne-Restaurant. Und das erste Restaurant, das wir, vor fast sechs Jahren, für unser Weinmahleins präsentiert von Mastercard Priceless Berlin besucht hatten.

Diesmal also die kleine Schwester. Wobei das eigentlich nur auf die überschaubare Anzahl der Plätze passt. Als Restaurant nämlich ist dieses Qiu groß. Und dafür müssen wir an diesem Abend gleich zwei Küchenchefs danken: Ngoc Tu Bui wird das Restaurant Ende des Monats in die Selbstständigkeit verlassen. Sein junger Nachfolger Moritz Ehrlich kommt direkt aus der Schule des Facil, er konnte seine Handschrift bereits in den beiden Hauptgängen zeigen: Einem Müritz-Saibling, kross auf der Haut, aber zart im Fleisch, der mit in der Pfanne und als Püree bereitetem Grünkohl und einem Steinpilzschaum Wasser, Wald und Acker auf einen gemeinsamen Teller bringen sollte. Sowie eine Fläminger Hirschkeule im Hauptgang von so feiner Qualität, dass diese nur rosa angebraten wurde. Üblicherweise bleibt diese Zubereitung dem Rückenstück vorbehalten.

Apropos: Fisch wie Wild kamen von unserem Partner Havelland Express, seit langen eben auch Partner von den Restaurants Facil und Qiu. Zumal man die gleiche Philosophie teilt, jenen Fokus auf die Region bei gleichzeitig entdeckungshungrigen in die Ferne schweifen. Der Spatz in der Hand und die Taube auf dem Dach – wobei letztere auch ganz unbedingt aus Frankreich kommen darf. Weniger weit gereist: Die Topinambursuppe mit Wermut und Petersilienwurzel, mit der der Abend jahreszeitlich begonnen hatte.

Die Weine kamen an diesem Abend vom Burgunderweingut Münzberg in Landau in der Pfalz. Wobei Winzer Gunter Keßler an einen entspannten Umgang mit dem Wein und seinem Habitus appellieren sollte. Schon der Ortswein, ein Grauer Burgunder vom Kalkmergel, war entschlossen komplett. Chardonnay und der weiße Burgunder Goldramsteiner Ochsenloch, beides erste Lagen, umschmeichelten die Teller ohne dabei selbst an Präsenz zu verlieren. Elegant, handwerklich, authentisch. Weine ohne große Attitüde, aber mit viel Charisma.

Bleibt abschließend der an dieser Stelle selten so richtige Hinweis, dieses Restaurant doch unbedingt zu entdecken. Nicht nur, weil es viel mehr ist als die kleine Schwester des großen Facil.

Text: Clemens Niedenthal

Fotos: F. Anthea Schaap

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