Einkaufen

Einkaufen unter freiem Himmel: Die schönsten Wochenmärkte in Berlin

In fast ­jedem Bezirk gibt es Wochenmärkte in Berlin, die uns mit Obst und Gemüse aus der Region, Fleisch und Fisch versorgen. Unter freiem Himmel einzukaufen hebt die Stimmung und Berlins Märkte sind so vielseitig, dass der Ausflug zu einer Entdeckungsreise wird. Wer Lust auf Regionales und einen entspannten Markttag hat, sollte diese Wochenmärkte in Berlin aufsuchen…


Wochenmarkt auf dem Boxhagener Platz

Unter den Märkten in Berlin ein Klassiker: der Boxhagener Platz.
Unter den Märkten in Berlin ein Klassiker: der Boxhagener Platz. Foto: imago images/Zensen

Es gibt nicht viele Märkte, auf denen man gleich den gesamten Wochenend­einkauf erledigen könnte, aber der Markt auf dem Boxhagener Platz gehört definitiv dazu. Das Gemüse kommt wahlweise vom Großmarkt, direkt vom Bauern oder sogar mit Bio-Siegel. Kuratierte Delikatessen stehen Marktstand an Marktstand mit soliden Grundnahrungsmitteln. Dazu ein paar Imbissstände, um den Hunger beim Einkauf vor Ort zu stillen. Wegen der einzuhaltenden Abstandsregeln können zurzeit nur fünfzig Prozent der Stammhändler samstags ihre Waren anbieten.


Wochenmarkt am Südstern

Kein Futter für die Viren – gab's heute auf unserem sonnigen Südstern. Danke, liebe Marktbesucher, danke liebe Händler 🧡

Posted by Neuer Markt am Südstern on Saturday, March 28, 2020

Der Wochenmarkt am Südstern ist einer der ältesten Märkte der Stadt. Lange schon bevor „from Farm to Table“ in aller Munde war, sind Biobauern und Produzenten aus Brandenburg Samstag für Samstag in den Kreuzberger Kiez gekommen. Auch heute erwehrt sich der Markt jed­weden Hipster-Verdachts. Neben allen bäuerlichen Erzeugnissen begeistert der Blumenstand. Zudem: mehrere köstliche Imbissangebote.


Ökomarkt am Kollwitzplatz

Liebe Ökomarktbesucher*innen,wir sind weiterhin für euch da, ab sofort wieder von 12-19 Uhr! Ob Eier und eingelegtes…

Posted by Ökomarkt am Kollwitzplatz on Wednesday, April 8, 2020

Genau genommen werden die Märkte am Donnerstag und am Samstag von unterschiedlichen Veranstaltern organisiert. Mit ihrem umfangreichen Angebot an regionalen und biologisch produzierten Lebensmitteln sind aber beide Märkte über die Kiezgrenzen hinaus in aller Munde. Die Qualität stimmt, die Preise sind gelegentlich happig. Auch, weil der Kollwitzmarkt längst auch ein touristisches Spektakel ist. Dennoch: Zwischen Gulaschkanone und Weißwurst-Zuzler gibt es noch immer kulinarische Entdeckungen.


Winterfeldtmarkt

Blick auf Obststand am Winterfeldtmarkt, Märkte in Berlin
Ob Delikatessen oder Alltagswaren: der Winterfeldtmarkt hat alles. Foto: imago images/Lem

Hier und dort ist noch immer vom „orientalischen“ Markt am Winterfeldtplatz die Rede. Dabei findet der Winterfeldtmarkt eine handwerkliche Lebensmittelkultur längst auch in Italien oder am Ammersee, von wo die fabelhaften Steckerlfische kommen. An anderen Ständen haben die Qualität, aber auch die Preise eher Großmarktniveau. Indes: Die Mischung macht’s, ein solider Klassiker unter den Märkten.


Wochenmarkt am Maybachufer

Der "Türkenmarkt" am Maybachufer ist sicher der authentischste Markt dieser Stadt.
Der „Türkenmarkt“ am Maybachufer ist sicher der authentischste Markt dieser Stadt. Foto. imago images / Müller-Stauffenberg

Orientalisches Ufer am Berliner Gewässer: Der sogenannte „Türkenmarkt“ bietet vor allem Produkte aus dem Mittelmeerraum, Brot, süßes Gebäck, Schafskäse und Gewürze. Obst und Gemüse gibt es oft zu besonders günstigen Preisen, die engagierte Marktleute lautstark verkünden. Neben orientalischen Snacks wie Falafel, Gözleme oder Sesamkringeln werden auch afrikanische Snacks, karibische Kakaogetränke oder Trink-Kokosnüsse angeboten. Sicher der authentischste Markt dieser Stadt.


Karl-August-Markt

Eweline, Cilena und die Rote Laura sind drei von 15 Speisekartoffelsorten bei Pipenhagens auf dem Karl-August-Markt. Seit den 1950er-Jahren verkauft Familie Pipenhagen hier schon Gemüse. Kurz: Der Markt hat eine stolze Tradition, die sich auch in den traditionellen Marktzeiten ausdrückt. Um 7 Uhr geht es los. Klassiker mit solidem Bio-Angebot und sogar einigen exotischen Entdeckungen.

  • Karl-August-Markt Karl-August-Platz, Charlottenburg, Mi 8–13, Sa 8–14 Uhr

Ökomarkt am Chamissoplatz

Bild auf Blumenstand am Chamissoplatz, einer der besten Märkte in Berlin
Von Anwohnern gegründet: der Ökomarkt am Chamissoplatz ist eine Besonderheit unter den Märkten in Berlin. Foto: imago images/Müller-Stauffenberg

Auf dem 1994 von Anwohnern gegründeten Ökomarkt ist Qualität nicht nur Ehrensache, sondern man kann sich darauf verlassen. Es gibt Schafsmilchprodukte aus der Lausitz, direkt daneben Teltower Rübchen vom gleichnamigen Biohof, nebenan kann man das Kräutersalz selbst im Steinmörtel stampfen. Ganz nebenbei gewinnt man beim Schlendern über den Markt einen guten Überblick über die gängigen Biozertifikate. Von Demeter und Bioland bis hin zum ­Verbund Ökohöfe Nordost Brandenburg ist alles vertreten. Vom Bezirk hat der Markt aufgrund der derzeitigen Lage weitere Fläche zugewiesen bekommen, sodass mehr als genug Abstand gewahrt werden kann.


Schillermarkt am Herrfurthplatz

View this post on Instagram

Mais alleeeez, steuplé quoi!

A post shared by Louisiane (@louisiane) on

Nicht viele Märkte strahlen ein solches Kleinstadtidyll aus: Die Bänke und Stände vor der imposanten Genezarethkirche am Herrfurthplatz sind Treff für die unterschiedlichsten Kiezgestalten, Ausgangspunkt für Spaziergänge über das ehemalige Flugfeld Tempelhof oder Rastplatz nach dem Einkauf auf der lauten Hermannstraße. 15 bis 20 liebevoll dekorierte Stände. Martin, ein Bauer aus Rüdnitz, hilft gern, die Zutaten fürs sonntägliche Mittagessen zusammenzusammeln. Neben regionalen Produkten wie Imkerhonig werden Bio-Gemüse und -Backwaren, aber auch Federweißer aus Baden angeboten.


Wochenmarkt am Mexikoplatz

Der Wochenmarkt am Mexikoplatz versorgt Zehlendorf weiterhin.
Der Wochenmarkt am Mexikoplatz versorgt Zehlendorf weiterhin. Foto: imago images/Elsässer

Ein kleiner Markt, dem man aber anmerkt, dass er mit Verstand kuratiert worden ist. Keine Dopplungen und keine Ware, die man genauso im nächsten Supermarkt bekommt. Stattdessen rund zwanzig Stände in fast schon dörflicher Atmosphäre, darunter auch ein Bio-Metzger. Frische Blumen, frische Kräuter, frisches Gemüse, ein Kleinod. In Zehlendorf-Mitte an der S-Bahn-Station findet der andere Wochenmarkt Zehlendorfs übrigens ebenfalls weiter statt – viel Auswahl also!

  • Wochenmarkt am Mexikoplatz Zehlendorf, Sa 9–15 Uhr

Wochenmarkt Die Dicke Linda

Dieser Wochen- war anfangs nur ein Monatsmarkt. Aber natürlich (!) war das neue Neukölln längst bereit für einen wöchentlichen Regionalmarkt. Das der nach jener Kartoffelsorte benannt wurde, die die Saatgut­industrie eigentlich verbieten wollte, das passt. Auf dem Kranoldplatz verkaufen Bauern weiter ihre Ernte, und den Honig sammeln die Bienen im Kiez. Ein echter Tipp ist der Wildhandel Bublitz. Entspannte Atmosphäre, ehrliche Produkte, okaye Preise. Nahversorgung und gleichzeitig Wohlfühlort.


Markthalle Neun

Blick in die Markthalle Neun, Märkte in Berlin
Auch die Markthalle Neun bleibt weiter geöffnet um die Nahversorgung sicherzustellen. Foto: imago images/Hoch Zwei Stock/Angerer

Auch Märkte, die nicht unter freiem Himmel stattfinden, haben in dieser Liste ihre Daseinsberechtigung: Schon allein wegen der neuen Lust am Essen, für die sie längst zum Symbol geworden ist. Dabei wird schnell vergessen, dass die historische Markthalle noch immer eine Markthalle ist. Eine mit radikal regionalem Gemüse, mit hervorragendem Käse (Alte Milch) und mit dem besten Metzger der Stadt (Kumpel und Keule) – und die alle auch trotz Corona weiterhin offen bleiben und Berliner*innen mit guten Produkten versorgen. Dieser Wochenmarkt ist und bleibt ein Lebensmittelpunkt.

  • Markthalle Neun Eisenbahnstraße 42/43, Kreuzberg, Mo, Di, Mi, Fr 12–18 Uhr, Sa 10–18 Uhr, www.markthalleneun.de

Einkaufen unter freiem Himmel ist schon schön. Aber ein Besuch in Berlins Markthallen lohnt sich einfach immer! Und nach dem Einkauf genießen wir ein bisschen das schöne Sommerwetter, auf das wir so lange gewartet haben. In diesen Berliner Cafés könnt ihr in der Sonne sitzen und genießen. Und wer nicht genug von regionalen Lebensmitteln bekommen kann und ein bisschen Zeit hat, um in Berlins Umland zu fahren: Diese 12 Bio-Bauernhöfe verkaufen euch tolle Lebensmittel.

Mehr über Cookies erfahren