Punk-Pop

Ein Kessel Buntes

Die einstige Partyband Fidlar singt nun auch von gesellschaftlichen Schieflagen. Das Konzert findet im Tempelhofer Columbiatheater statt

Die Partytruppe Fidlar kann auch über ernste Themen singen. Foto: FIDLAR

Was macht eine Partyband, die aus Gründen des Selbstschutzes nicht mehr Party machen darf – zumindest nicht so, wie sie früher das Partymachen definiert hat? Auf ihrem Debüt von 2013 feierte die kalifornische Band Fidlar – übrigens ein Akronym für „Fuck It Dog, Life’s a Risk“, also ungefähr „Scheiß drauf, das Leben ist halt gefährlich“ – noch „Cheap Beer“ und „Cocaine“. Doch dann starb die schwangere Freundin des Sängers Zac Carper an einer Überdosis, und er selbst unterzog sich einem Heroin-Entzug.

Das zweite Album klang immer noch nach gradlinigem Skatepunk, nur auf Textebene gab man sich gereifter. Und dieser Tage singt Carper über Gentrifizierung und andere gesellschaftliche Schieflagen. Die Frage nach dem musikalischen Entwicklung beantwortet seine Band dahingehend, dass man einen echten Kessel Buntes anrührt.

Ihr neues, das dritte Album „Can’t You See“ klingt, als drehe jemand ungeduldig am Radio: Glam-Rock-Anleihen gibt es ebenso wie Nu Metal oder Britpop-Momente, Beastie-Boys-Zitate ebenso wie Kid Rock. Der Song „By Myself“ etwa fängt an mit schrammligem Lagerfeuer-Gezupfe und mutiert bald zum fröhlichen Popsong.

Fidlar probieren einfach alles aus, was früher nicht zu einer Punk-Band passen wollte, die vor allem den Soundtrack für muntere Gelage lieferte. Das alles ist nichr mehr ganz so laut wie frühert, aber ordentlich knallen soll ihre Musik nach wie vor. So viel Party muss sein – immer noch.

Columbiatheater, Columbiadamm 9–11, Tempelhof, 2.9., 20 Uhr, VVK 22,55 € zzgl. Gebühren

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