Plattenladen

Rough Trade kommt nach Berlin und feiert im Kreuzwerk

Rough Trade ist ein kleines Indie-Imperium. 1976 in London als Plattenladen eröffnet, weitete sich die Aktivität weit über den Verkauf von Tonträgern hinaus. Schon bald entstand das gleichnamige Label, ein Vertrieb und ein Netz aus Geschäften. Die Schwerpunkte lagen schon am Anfang auf Punk, Post-Punk, später auch Dub, Reggae und Ska und noch später Indie-Folk, Art Pop und weiteren ebenso subkulturellen wie populären Genres, denen auch Rough Trade zum Durchbruch verhalf. Jetzt eröffnet in Neukölln ein Ableger des legendären englischen Unternehmens – und feiert zum Auftakt eine Party im Kreuzwerk.

Das Schild über dem Rough Trade Laden in London, in Neukölln wird noch gebaut. Foto: Imago/Agefotostock/Roberto Herrett
Das Schild über dem Rough Trade Laden in London, in Neukölln wird noch gebaut. Foto: Imago/Agefotostock/Roberto Herrett

Rough Trade, der Londoner Kult-Plattenladen eröffnet in Berlin

„Rough Trade, der Londoner Kult-Plattenladen, eröffnet endlich auch in Deutschland einen Europa-Standort“, heißt es in der Pressemitteilung und tatsächlich ist die Neueröffnung des Ladens in der Karl-Marx-Straße 101 eine kleine Pop-Sensation für die Stadt. Zwar boomt das Vinyl, denn in Zeiten von Spotify sehnen sich viele Fans nach handfesten Medien und die Schallplatten bietet im Gegensatz zur CD den nötigen Hipness-Faktor, doch zugleich schließen in Berlin Plattenläden wie zuletzt etwa Dodo Beach East in Prenzlauer Berg. Andere klagen über schwindende Umsätze.

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Doch Rough Trade ist nicht irgendein Laden, die Marke steht für den Erfolg von Underground, für DIY-Ethos und Punkkultur, die nicht staubig, sondern hochaktuell ist. Auch die Berliner Adresse ist spannend. Rough Trade zieht in das Bauprojekt „Kalle“. Die Ankündigung klingt nach einer neuen Ära für den etwas abgehängten Teil der Neuköllner Einkaufsmeile: „Das ehemalige Kauf- und Parkhaus an der Karl-Marx-Straße wird derzeit zu einem Anziehungspunkt für Food und Musikliebhaber revitalisiert-, inklusive Club für bis zu 600 Gäste, Foodcourt und Dachterrasse.“

Dort wird der 270 Quadratmeter große Rough-Trade-Laden einziehen und kurz vor dem Record Store Day am 18. April eröffnen. „Wir sind gekommen, um zu bleiben“, hat uns der Chef des Berliner Rough-Trade-Ladens im Interview erklärt.

Feiern mit beim Opening Rave im Kreuzwerk – Local Suicide aus Berlin. Foto: Jany Zindel
Feiern mit beim Opening Rave im Kreuzwerk: Local Suicide aus Berlin. Foto: Jany Zindel

Und weil Rough Trade in Berlin mehr sein will als einfach „nur“ ein Plattenladen, wird zum Record Store Day am 20. April mit einer fulminant besetzten Opening Party im Kreuzberger Club Kreuzwerk gefeiert. Die Tage des Post-Punk sind übrigens längst gezählt, im Line-up zum Opening Rave stehen das Electro-House-Duo Digitalism, der Produzent Monolink, der dänische DJ Kasper Bjørke, das zwischen Post-Disco und Dark Techno operierende und in Berlin ansässige Duo Local Suicide sowie die gerade mit einer neuen Platte aufschlagende Experimentel-Pop-Sensation Discovery Zone, das Soloprojekt von JJ Weihl, Sängerin und Bassistin der Berliner Indie-Pop-Band Fenster. Als Special Guest fungiert der legendäre Daniel Miller, Gründer von Mute Records.

  • Rough Trade Berlin Opening Rave DJ sets by: Digitalism Monolink, Kasper Bjørke, Local Suicide, Discovery Zone u.a., Kreuzwerk, Lobeckstraße 30-35, Kreuzberg, Sa 20.4., 22 Uhr
  • Tickets gibt es ausschließlich über die Webseiten von Rough Trade und Dice im Bundle Model: also physischer Tonträger von einem der Artists + Ticket gewährt den Zugang zur Show.

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