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„Kornwerk“-Hafermilch: Solidarische Landwirtschaft fürs Milchregal

Hafermilch wird immer beliebter: Zwischenzeitlich waren in Supermärkten beliebte Produkte ausverkauft. In kaum einem Berliner Café fehlt die Getreidealternative zur Kuhmilch noch. Das Projekt „Kornwerk“ will nun einen ganzen Schritt weitergehen und das Prinzip solidarische Landwirtschaft auf Hafermilch übertragen. Das Ergebnis? Ein regionales Produkt aus alten Getreidesorten im Mehrwertglas – das auch noch schmeckt.

Hafermilch aus der solidarischen Landwirtschaft: die alten Hafersorten von Kornwerk werden in Brandenburg angebaut.
Hafermilch aus der solidarischen Landwirtschaft: Die alten Hafersorten von Kornwerk werden in Brandenburg angebaut. Foto: Sascha Hilgers

Solidarische Landwirtschaft wird immer beliebter, gerade rund um Berlin: meist zahlen dabei Mitglieder einem oder mehreren Bäuer*innen einen festen monatlichen Betrag und erhalten im Gegenzug einen Anteil am Ertrag. Das bedeutet Sicherheit für Landwirt*innen – und Kund*innen haben nicht nur eine engere Bindung an ihre Lebensmittelproduzent*innen, sondern können je nach Gruppe auch auf dem Hof mithelfen, oder sogar mitentscheiden, was angepflanzt wird.

Kornwerk: Solidarische Landwirtschaft als Unternehmensprinzip

Doch bislang gab es das Prinzip nur für Gemüse und Obst. Swenja Rosenwinkel, Marlene Bruce und Miriam Boyer wollen nun das Prinzip solidarische Landwirtschaft in ein Unternehmen überführen – und arbeiten in ihrem Projekt „Kornwerk“ zusammen mit Brandenburger Landwirt*innen daran, regionale Hafermilch aus historischen Hafersorten zu produzieren.

„Bei Gemüse kennt man ja alte Sorten öfter, bei Getreide ist es aber noch oft unbekannt, dass es weit mehr als nur eine Sorte gibt“, erzählt die Mitgründerin Swenja Rosenwinkel. „Wir überlegen mit den Landwirten zusammen, welches Saatgut wir anbauen wollen und wie viel davon.“ Das Saatgut zu besorgen ist dabei nicht gerade leicht, berichtet Rosenwinkel, oft werden nur noch von Erhaltungsinitiativen angebaut. „Dabei ist es wichtig, dass man sie anbaut. Wenn man sie anbaut, passen sie sich den Standortbedingungen an und werden immer besser.“ Gerade angesichts des Klimawandels wird es immer wichtiger, mehr Vielfalt auf den Äckern zu fördern und damit das Nahrungsmittelsystem resilienter zu gestalten.

Solidarische Landwirtschaft: Kleinere Strukturen und Familienbetriebe unterstützen

Kornwerk und die Landwirt*innen gehen eine Anbaugemeinschaft ein, um das Risiko für den Landwirtschaftsbetrieb zu minimieren: Sie bauen an, aber werden schon im Vorfeld dafür bezahlt. „Wir wollen dadurch kleinere Strukturen und Familienbetriebe unterstützen“, so Rosenwinkel. Die verwendeten Hafersorten für die cremige Milchalternative wechseln durch dieses Prinzip regelmäßig – und auf der Verpackung kann man gleich erfahren, welche man denn dieses Mal schmeckt.

Sechs Personen im grünen Haferfeld, solidarische Landwirtschaft, Kornwerk
Die Gründerinnen von Kornwerk, ihr Team und Bauer Carlo Horn arbeiten eng zusammen und entscheiden gemeinsam, welche Sorten und Mengen für die Hafermilch angebaut werden. Foto: Sascha Hilgers

Nicht nur die regionale Produktion soll aber nachhaltig sein, sondern alle Aspekte des Unternehmens von der wiederverwertbaren Pfandflasche, in der sie geliefert werden, bis hin zur Verarbeitung des Produkts mit besonders viel Hafer und ohne Zusätze. Dafür lässt sie sich noch nicht aufschäumen – dafür bräuchte es Stabilisatoren und Proteine. Aber auch da plant das Team schon weiter: „Wir wollen auf jeden Fall auch noch eine Barista-Milch machen“, verrät Rosenwinkel, „unsere soll aber trotzdem bio sein und möglichst nur aus regionalen Zutaten bestehen“. Und vielleicht kann Kornwerk damit dann ja auch bald die schwedische Hafermilchkonkurrenz an Berliner Cafétheken durch regionale Brandenburger Bauernprodukte ersetzen.

  • Kornwerk erhältlich bei einigen Filialen von Biocompany und LPG, wie auch in Unverpackt-Läden, mehr Informationen über www.kornwerk.com

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