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Soul-Pop

Emeli Sandé rekapituliert die Geschichte Schwarzer Musik in der Verti Music Hall

Die ersten musikalischen Impulse, denen sich Emeli Sandé ausgesetzt sah, waren von ernsthafter Natur: Ihr Vater spielte ihr als Kind die Songs von Nina Simone und Stevie Wonder vor. Musik mit Botschaft

Universal Music

Aber auch: Musik, die ohne jede Distinktionshuberei auskommt und stattdessen maximale Inklusion propagiert. Vielleicht ist es diese Früherziehung, aus der sich das musikalische Wirkprinzip speist, dass die Britin früh verfolgte. Parallel zur eigenen Laufbahn suchte sie immer wieder die Kollaboration mit anderen Künstlern. Sie arbeitete mit den ehemaligen Pop-Idol-Gewinnerinnen Leona Lewis und Susan Boyle ebenso zusammen wie mit dem HipHopper Chipmunk und den Girlgroup-Veteranen Sugababes, sie coverte David Guetta, suchte aber auch die Nähe des Soul-Wiederkommers Michael Kiwanuka.

Ihr drittes Album „Real Life“ zeigt nun zarte Paradigmenwechsel: Urban-Music-Spuren werden getilgt, stattdessen die Nähe zur Historie Schwarzer Musik, zu Gospel, Motown, Philly Soul gesucht. Dass die Farbgebung des Covers an „Whitney Houston“, das 1985 erschienene Debüt des Soul-Superstars erinnert, darf als Hinweis dienen. Man mag all das in Sachen Songwriting bisweilen formelhaft finden, aber wenn Sandé ihre Stimme wandern lässt, wenn sie schmachtende Ad-Lips setzt, kiekst, in der Tiefe einen weichen Schmelz auf ihrer Stimme legt und dabei keine Angst vorm Kitsch hat („You Are Not Alone“), ist’s plötzlich riesengroß, weil: maximal inklusiv.

Verti Music Hall Mercedes-Platz, Friedrichshain, Mi 6.11., 20 Uhr, VVK ab 52 € zzgl. Gebühren

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