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Garagen-Rock 

In den lässigen Ohrwürmern von Skegss wird viel gefeiert – aber auch gegrübelt

Klickt man sich durch die oft in wackeliger Lo-Fi-Ästhetik gehaltene ­Musikvideo-Sammlung von Skegss, taucht man ein in die weitgehend unbeschwerte Welt nicht erwachsen werden wollender Dudes aus dem australischen Surfer- und Hippie-­Mekka Byron Bay

Foto: Kai Nevel

Da hängen die braungebrannten, strubbeligen Bengel mit Gitarren, ­Salamipizza und Videospielen auf der Couch ab. Sie ­spielen vor ausflippendem Publikum auf Hauspartys, feiern mit Kumpels auf der Veranda, jagen sich gegenseitig mit Werwolf-Masken durch die Straßen oder knutschen ausgiebig mit ihrer Freundin. Und: Sie trinken als hätten sie einen Sponsorenvertrag mit einer Biermarke.

Dazu schrabbeln sich Ben Reed, Toby Cregan und Jonny Lany, die 2018 mit „My Own Mess“ ihr Albumdebüt ­herausbrachten, durch zwar einfach gestrickte, aber eben auch verdammt eingängige Garagen-Hymnen ­zwischen Slacker-Rock und Pop-Punk. Passt super ins sonnengebleichte Bild.

Ganz so sorglos, wie es der erste Eindruck suggeriert, ist die Welt der Skegss jedoch nicht. Drehen sich die Texte auf „My Own Mess“ nicht um den morgendlichen Kater oder nervige Gebühren am Geldautomaten, singen die Jungs durchaus ernsthaft von Orientierungslosigkeit, erschöpfenden Tourneen und der Angst vorm Fehlermachen. Und im schunkelig-zackigen Schlussstück „My Mind“ schwirren gar suizidale Gedanken durch den Raum. Harmlose Gewässer können täuschen. Das weiß jeder Surfer.

Musik & Frieden Falckensteinstr. 48, Kreuzberg, Mo 19.8., 21 Uhr, VVK 18,30 € zzgl. Gebühren

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