Post-Oasis

Liam Gallagher überführt den Brit-Rock-Sound seiner früheren Band ins Filmische

Zurück aus der Selbstmitleidskrise: Liam Gallagher, der ewige kleine Bruder

WMG

„Ich höre mir seine Alben nicht an, weil ich seine Stimme nicht ausstehen kann“, sagte Noel Gallagher neulich im Interview mit der britischen Tageszeitung „The Guardian“. Womit die Zeile „Manchmal frage ich mich, ob du zuhörst“, die Liam Gallagher in seinem Track „Alright Now“ stellt, wohl auch beantwortet wäre.

Der ewige Brüderzwist, er wird in diesem Leben wohl kein Ende mehr nehmen. Auf dem aktuellen Liam-Gallagher-Album spielt er aber keine große Rolle. „Why Me? Why Not“ ist eine Huldigung an die Liebe. Die Liebe zu seinen Kindern und zu seiner neuen Freundin, der Managerin seiner früheren Band Beady Eyes, die Frau also, die den mittlerweile 47-jährigen Gallagher nach eigenen Angaben aus seiner Selbstmitleidskrise geholt hat. Entsprechend des inhaltlichen, roten Fadens sind die Songs ein wenig zuckriger geraten als auf Gallaghers erstem Soloalbum. Kaum ein Track kommt ohne Streicher, große Melodien und filmische Opulenz aus.

Mitverantwortlich für diesen pathetischen Post-Oasis-Sound ist der Songwriter Andrew Wyatt, bekannt für den Song „Shallow“ aus dem Soundtrack zum Film „A Star Is Born“, den er für Lady Gaga und Bradley Cooper geschrieben hat. Wyatt hat an einem Großteil der Songs auf Gallaghers neuem Album mitgeschrieben.

Zu seicht ist „Why Me? Why Not“ dennoch nicht geworden. Der Psychrock-Song „The River“ hat durchaus seine brachialen Momente und „Shockwave“ klingt mit seiner Mundharmonika und den schneidenden Gitarren nach einem Gangsterüberfall im Wilden Westen.

Tempodrom Möckernstr. 10, Kreuzberg, Di 11.2., 20 Uhr, VVK 48,35 € zzgl. Gebühren

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