Klassik

Musikfestspiele Potsdam

Potsdam ist reich, idyllisch und vielleicht ein bisschen abgehoben. Man würde nicht unbedingt erwarten, dass hier eines der besten Festivals in Deutschland residiert. Ist aber so

Foto: Stefan Gloede

Die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci (9.-25.6.) gehören zu den am feinsten gestricktesten, dramaturgisch ausgefeiltesten weit und breit. Überall, von der Ovidgalerie der Neuen Kammern bis zur Muschelgrotte im Neuen Garten, wird hier bespielt und bespaßt. Hauptsache, ein Schloss liegt nebenan. In diesem Jahr – unter dem Motto „Erde | Feuer | Wasser | Luft“ – schreckt man weder vor Fahrradkonzerten (11.6.) oder Hausmusiken in Wasser-Villen (ab 11.6.), nicht vor Musik-Picknicks (17.6.) und nicht vor „Händel in Gummistiefeln“ (18.6.) zurück. Klingt handfest. Gibt aber inhaltlich kein bisschen nach. In Potsdam wurden schon längst Opern von Philip Glass und Jean-Baptiste Lully aufgeführt, von denen sich bis zum heutigen Tage nichts bis auf die Berliner Opernbühnen verirrt hat. Im Nikolaisaal gibt’s diesmal William Kentridges Inszenierung von Monteverdis „Il ritorno d’Ulisse“ (mit Romina Basso als Penelope und der Handspring Puppet Company aus Kapstadt, 3.6., 8.6.). Die Aufführung reist, so schreiben die Festspiele, „schon fast so lange wie Odysseus um die Welt“. Höhepunkt: die spanische Barockoper „Los Elementos“ von Antonio de Literes (1673-1747) in der Orangerie. Kennt kein Mensch. Umso besser!

Orangerieschloss Sanssouci An der Orangerie 3-5, 14469 Potsdam, „Los Elementos“: Fr 16.6., Sa 17.6., Mo 19.6., Di 20.6., 20 Uhr, Karten 50 bis 65 €.

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