Reggae 

The Black Seeds spielen im Festsaal Kreuzberg

Perfekt für die Grillparty: Dank „Breaking Bad“ sind The Black Seeds längst mehr als nur Lokalheroen, die neuseeländische Barbecues beschallen müssen

Foto: David James

„Breaking Bad“ ist ja für allerhand verantwortlich. Dass Fernsehserien als epische Erzählkunst ernst genommen werden. Dass jedes Schulkind heutzutage weiß, dass man besser die Finger von Crystal Meth lässt. Dass eine arme Frau in Albuquerque damit zu kämpfen hat, dass Serien­fans ihr immerzu Pizza aufs Hausdach schmeißen. Und nicht zuletzt: Dass die Black Seeds eine Weltkarriere starten konnten.

Es war 2009, als ihr Song „One By One“ in der neunten Folge der dritten Staffel von „Breaking Bad“ verwendet wurde. Da gab es die Band schon elf Jahre. In der Zeit hatten sie sich eine unangefochtene Lokalheroen-Position in ihrer Heimat, dem überschaubar großen Neuseeland erspielt. Bis heute vergeht kein Barbecue am Ende der Welt, auf dem nicht die sanft tuckernden Hits der Kapelle aus Wellington gespielt würden. Und in Neuseeland wird wirklich ständig und überall gegrillt.

So erreichte schon ihr Debüt „Keep On Pushing“ aus dem Jahr 2001 Platin-Status. Das zweite Album „On The Sun“ bekam drei Jahre später sogar zwei Mal Platin. Zugegeben, um sich eine Platinschallplatte an die Wand hängen zu dürfen, muss man in Neuseeland nur 15.000 Einheiten verkaufen, aber ganz so schlecht ist das nicht, vor allem, wenn man bedenkt, dass sich der Ruf der Black Seeds vornehmlich auf ihre Qualitäten als Live-Band stützt. Die nämlich sind nachgerade legendär.

Acht Mann stark macht man was her auf der Bühne. Die Bläser sind satt und akzentuiert, die Rhythmussektion kann notfalls stundenlang einen tiefenentspannten Offbeat halten. Darüber mischt das Ensemble geschickt afrikanische Einflüsse, Dub, Funk und Soul mit einem untrüglichen Sinn für Pop.

Wäre man böse, würde man sagen: Bacardi-Werbung-Musik. Aber böse kann man natürlich gar nicht werden, wenn man nur ein paar Minuten von den Black Seeds zur guten Laune geschuckelt wurde. Stattdessen gilt wohl immer noch das Verdikt des „Rolling Stone“ aus dem Jahre 2011. Demzufolge sind The Black Seeds nichts weniger als „die aktuell beste Reggaeband der Welt“.

Festsaal Kreuzberg Am Flutgraben 2, Treptow, Sa 3.8., 20 Uhr, VVK 29,95 € zzgl. Gebühren

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