Indie-Rock 

Thee Oh Sees spielen im Festsaal Kreuzberg

Der Querkopf: Im Moment rumpelt der unübersichtliche John Dwyer als Oh Sees durch die Genres

Foto: Luis Amella

Es ist nicht ganz so unübersichtlich wie bei dem britischen Garage-Rock-Exzentriker Billy Childish und seinen zahllosen Künstleraliasen. Aber auch bei seinem kalifornischen Bruder im Geiste, John Dwyer, droht man den Überblick zu verlieren.

Aktuell läuft Dwyers Bandprojekt, das 1997 in San Francisco gegründet wurde und für das er seither ein gutes Dutzend Begleiter verschlissen hat, unter dem Namen Oh Sees. Doch Dwyers über 20 Alben umfassendes Oeuvre erschien auch unter den Bandnamen The Oh Sees, Thee Oh Sees, The Ohsees und OCS, worunter wahlweise Orinoka Crash Suite oder Orange County Sound zu verstehen war. Nicht zu vergessen das reine Soloprojekt Damaged Bug, mit dem er auch schon vier Alben rausgehauen hat. Alles reichlich verwirrend und sämtliche Vermarktungsregeln des Popgeschäfts unterlaufend.

Diese Haltung spiegelt sich auch in einer Musik, in der Dwyer so ziemlich jedes gängige Rockmusikinstrument zu traktieren pflegt und ohne viel Federlesen zwischen genialischen Psycho-Rock-Hymnen, repetitiver Kraut-Motorik, dadaistischen Klangcollagen, Prog-Rock-Mikrosuiten, formstrengem Songwriter-Folk und infernalischem Proto-Metal-Noise hin und her springt.

Wem Ty Segall schon zu kommerziell klingt und King Gizzard & The Lizard Wizard mit ihrer Fünf-Platten-pro-Jahr-Produktivität zu anstrengend sind, der sollte dem 44-jährigen Indie-Rock-Querkopf eine Chance geben. Wie auch immer seine Band gerade heißen mag.

Festsaal Kreuzberg Am Flutgraben 2, Treptow, Sa 31.8., 20 Uhr, VVK 24 € zzgl. Gebühren

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