Brutalismus

Mäusebunker und Hygieneinstitut: Kann eine Ausstellung die Gebäude retten?

Am Samstag, dem 5. September, startet im Vorfeld des Tags des offenen Denkmals (12.+13.9.) eine neue Ausstellung: „Mäusebunker und Hygieneinstitut: Versuchsanordnung Berlin“. Ist das ein Schritt in Richtung Rettung des umstrittenen Gebäudes?

Mäusebunker und Hygieneinstitut: Für die einen ein Ärgernis, für die anderen eine Legende: der sogenannte "Mäusebunker" in Lichterfelde.     Foto: imago images / Jürgen Ritter
Für die einen ein Ärgernis, für die anderen eine Legende: der sogenannte „Mäusebunker“ in Lichterfelde. Foto: imago images / Jürgen Ritter

Um kaum ein Gebäude wird so erbittert gekämpft wie um den sogenannten Mäusebunker: Er gilt als eines der weltweit bekanntesten Beispiele für brutalistische Architektur. Doch die Charité, die Besitzerin der Immobilie, wollte den Mäusebunker und das benachbarte Hygieneinstitut abreißen, um dort einen Forschungscampus zu bauen.

Mäusebunker und Hygieneinstitut: Berlin kämpft um seine architektonischen Legenden

Die Pläne sorgten für Widerstand: Berlin kämpfte um den Mäusebunker und damit um eine seiner wichtigsten architektonischen Legenden mit einer Petition und viel Medienaufregung. Und die Charité zeigte sich verhandlungsbereit: Erst hieß es, dass Pläne zum Abriss des Hygieneinstituts verworfen würden, dann kam auch in Sachen Mäusebunker Bewegung in die Sache. Auch weil sich prominente Berliner*innen aus der Kunst- und Kulturszene einschalteten.

Nun eröffnet am Samstag, dem 5. September, pünktlich vor dem Tag des Offenen Denkmals (12.+13.9.), eine Ausstellung, organisiert vom Bund Deutscher Architekten (BDA) in Berlin. Der Titel: „Mäusebunker & Hygieneinstitut: Versuchsanordnung Berlin“. Am Beispiel der beiden Gebäude wird es um zwei zentrale Fragen gehen: Welchen Stellenwert hat die Architektur der Nachkriegsmoderne für die Gesellschaft? Und welche Rolle spielt in den Debatten um Erhalt oder Abriss das Thema Ressourcenökonomie?

Mäusebunker und Hygieneinstitut: Ausstellung, Filmscreenings und eine spannende Diskussion

In den Ausstellungsräumen des BDA wird ein „Studierzimmer“ eingerichtet und Besucher*innen können sich über die spannende Geschichte der Gebäude und die Diskussionen um ihre Zukunft informieren. Zusätzlich kann man die beiden Gebäude in ihrer Gänze in der Krahmerstraße in Berlin-Lichterfelde erleben – wenn auch nur von außen.

Begleitend wird am Samstag im Kino Filmkunst 66 der Film „Mäusebunker“ von Lothar Hempel gezeigt. Spannend wird es zur Finissage am 29. September: In einer Podiumsdiskussion im Hygieneinstitut selbst diskutieren führende Köpfe der Charité, des Denkmalamtes und Kuratoren der Ausstellung über „(Un)möglichkeiten der Weiternutzung von „Mäusebunker“ und Hygieneinstitut“ – und der Regierende Bürgermeister Michael Müller soll ebenfalls kommen.

Die Zukunft der Gebäude bleibt weiterhin unklar, aber Berliner Architekturfans haben gezeigt: So einfach geben sie den Kampf nicht auf.

  • Ausstellung „Mäusebunker & Hygieneinstitut: Versuchsanordnung Berlin“ im Studierzimmer BDA-Galerie Berlin, Mommsenstraße 64, Charlottenburg, 5.9.-29.9., Mo-Do 10-15 Uhr und nach Vereinbarung, www.bda-bund.de
  • Filmscreening „Mäusebunker“ von Lothar Hempel: Filmkunst66, Bleibtreustraße 12, Charlottenburg, 5.9., 12.30 Uhr
  • Zu wahr, um schön zu sein?“ – Finissage mit Podiumsdiskussion im Hygieneinstitut, Hindenburgdamm 27 / Krahmerstraße 1, Lichterfelde, 29.9., 18 Uhr, um Anmeldung wird gebeten

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