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Siebdruck-Edition

Heinrich-Zille-Mappe: Siebdruck-Projekt würdigt den legendären Künstler

In diesen Tagen erscheint die Heinrich-Zille-Mappe vom tipBerlin. Für dieses exklusive Projekt setzten sich die Berliner Künstler Mawil, Jakob Hinrichs, Henning Wagenbreth und Jim Avignon sowie die Münchenerin Barbara Yelin mit dem Werk von Berlins wohl berühmtesten Zeichner auseinander: Heinrich Zille. Der Zille-Experte Matthias Flügge hat den Begleittext zu der Mappe mit den fünf handgefertigten Siebdrucken verfasst.

Die Heinrich-Zille-Mappe vom tipBerlin
Die Heinrich-Zille-Mappe. Foto: Jana Vollmer/tipBerlin
Fünf Siebdrucke im Format: 30 x 40 cm, limitierte Auflage: 199 Stück, signiert und nummeriert, Preis: 199 €. Erhältlich im tipBerlin-Shop: www.tip-berlin.de/zille

Warum also befassen wir uns heute mit Zille?

Warum also befassen wir uns heute mit Zille? Weil er als ein ungewöhnlicher Vorfall der Kunst- und Kulturgeschichte Interesse weckt? Hat er uns noch etwas zu sagen? Oder ist das Werk längst sedimentiert in den Kavernen der Vergangenheit, wenn schon nicht in den Büchern der seriösen Kunsthistoriker? Die Frage ist, um mit Gottfried Benn zu sprechen, der Zille sehr schätzte, überwältigend unbeantwortbar.

Als tipBerlin-Redakteur und Herausgeber der Heinrich-Zille-Mappe Jacek Slaski mir von der Idee erzählte, fünf Zeichner der Gegenwart mit ganz unterschiedlichen Handschriften und Themen auf Heinrich Zilles Werke treffen zu lassen, fand ich das eine großartige Idee. Man hat ja, wenn man sich mit einer Künstlerpersönlichkeit und ihrem Umfeld, ihrer Herkunft und der Rezeptionsgeschichte ihres Werkes befasst, ein aus vielen Quellen mosaikartig zusammengesetztes Bild dieser Person vor Augen und sucht fortan nach Beweisen für dessen Richtigkeit. Um aus dieser professionellen Blindheit auszutreten, kam die Begegnung mit der Arbeit von Zilles nachgeborenen Kollegen, die gegenwärtig im ähnlichen Metier tätig sind, genau richtig.

Mawils Adaption von Heinrichs Zilles „Strandbad am Wannsee“, 1912. Foto: Mawil/tipBerlin

Das Spiel war offen. Jede und jeder der Eingeladenen konnte sich im Werk von Heinrich Zille nach Belieben umschauen und eine Zeichnung zum Vorwand einer eigenen Arbeit machen. Schon das war die erste Entscheidung. Und schon die hätte unterschiedlicher kaum getroffen werden können. Während Jim Avignon und Mawil Motive wählten, die wohl jedem, der sich schon mal mit Zille befasst hat, in den Sinn kommen, nahm sich Barbara Yelin eine ebenso untypische wie auf den ersten Blick fast unscheinbare kleine Zeichnung in schwarzer Kreide vor, die nicht etwa die bekannten Zille-Gören oder ähnliches zeigt, sondern den Bahnhof Alexanderplatz kurz nach der Jahrhundertwende mit spärlicher figuraler Staffage, deren Kleidung gleichwohl auf die Entstehungszeit hinweist.

Henning Wagenbreth wählte eine der düster-sarkastischsten Zeichnungen Zilles aus

Und während Henning Wagenbreth eine der düster-sarkastischsten Zeichnungen wählte, die Zille für die illustrierte Presse angefertigt hat, entschied sich Jakob Hinrichs für eine fröhliche Version von einem Lieblingsmotiv von Heinrich Zille: Kinder spielen Zirkus auf dem Hinterhof. Mit allen hat der Herausgeber kurze, aber sehr aufschlussreiche Interviews geführt über die erste Begegnung mit Zille, das gewählte Motiv, die eigene Motivation und über die auch hier schon gestellte Frage, was uns das alles zu bedeuten habe?

Der Auszug stammt aus dem Text von Matthias Flügge, der in voller Länge in der 40-seitigen Publikation erschienen ist, die der Zille-Mappe exklusiv beiliegt. 


Der Autor: Professor Matthias Flügge, 1952 geboren in Demmin/Mecklenburg. Studium der Kunstwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. 1978 bis 1986 Redakteur der Zeitschrift „Bildende Kunst“. Danach freiberuflich. 1990 bis 1999 Chefredakteur und Mitherausgeber der Zeitschrift „neue bildende kunst“. Seit 1996 Mitglied der Akademie der Künste, 1997 bis 2006 deren Vizepräsident. 2012 – 2022 Rektor der Hochschule für Bildende Künste Dresden.


Präsentation der Heinrich-­Zille-Mappe vom tipBerlin


Heinrich-Zille-Mappe exklusiv im Shop vom tipBerlin

Barbara Yelin, Henning Wagenbreth, Mawil, Jim Avignon und Jakob Hinrichs haben sich jeweils ein Bild aus Zilles Werk ausgesucht und mit sehr unterschiedlichen visuellen Ansätzen Brücken zwischen Zilles Zeiten und der Gegenwart gezeichnet. Diese fünf Arbeiten sind in der Zille-Mappe vom tipBerlin versammelt.

Fünf Siebdrucke im Format: 30 x 40 cm, limitierte Auflage: 199 Stück, signiert und nummeriert, Preis: 199 €. Erhältlich im tipBerlin-Shop: www.tip-berlin.de/zille


Mehr Zille, mehr Berlin

Heinrich Zille und Berlin: Die Spuren des Pinselheinrichs in der Stadt. Heinrich Zille war nicht nur Zeichner und Grafiker, sondern auch einer der ersten Fotografen, die die Stadt so abgelichtet haben, wie sie war – jenseits des preußischen Prunks: Hier sind 12 Aufnahmen von Heinrich Zille aus der Zeit um 1900. Etwas später, aber auch lange her: Max Missmanns Fotografien zeigen das historische Berlin nach 1900

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