Berlin verstehen

12 noch härtere Orte, wo man Berlin erleben kann, wie es wirklich ist

Berlin hat viele harte Orte. Aber es geht noch härter! Wir haben Listen mit Sehenswürdigkeiten in Berlin und den Orten, die man kennen sollte, um Berlin zu verstehen, vorgestellt und ernteten deftige Kritik. Richtig üble Orte wurden gefordert. Vermüllte und vollgepisste Tunnel, Parkhäuser und andere fiese Ecken. Das haben wir gemacht und eine Liste mit 12 harten Orten zusammengestellt, wo man Berlin erleben kann, wie es WIRKLICH ist.

Das hat aber wieder einigen nicht gereicht, es kamen neue Vorschläge, ein neuer Härtegrad wurde gefordert, könnte man sagen. Hier sind sie also, die 12 noch härteren Orte, wo man Berlin erleben kann, wie es WIRKLICH ist.


Bahnhof Lichtenberg

Harte Orte in Berlin: Bahnhof Lichtenberg
Bahnhof Lichtenberg. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Da hätten wir auch von selbst drauf kommen können, der Bahnhof Lichtenberg kann schon hart sein. Aber ein treuer Leser kam vor uns auf die Idee: „Der Bahnhof Lichtenberg ist auch reizvoll, der permanent defekte Fahrstuhl in der Haupthalle, der Mörder-EDEKA und das Suffi-Panoptikum vor der Rampe am U-Bahnhof“. Bahnsteigkarte ziehen und die Atmosphäre auf sich wirken lassen!

  • Bahnhof Lichtenberg, Lichtenberg

Ostkreuz

Harte Orte in Berlin: Ostkreuz
Seit Voll-Inbetriebnahme des Nahverkehrs-Bahnkreuz Ostkreuz Ende 2018 im Ostteil der Hauptstadt ist festzustellen, dass es auf dem gesamten wichtigen Umsteige-Bahnhof keine öffentlichen Toiletten gibt. Foto: Imago/ PEMAX

Am Ostkreuz und rund herum geht es ab. Der Platz ist voll mit Party-Touristen, die Cocktailbars und Restaurants voll mit Leuten. Zuweilen bekommt die ganze Situation amtlichen Ballermann-Charakter. Der Expertentipp aus der Leserschaft: „Am Wochenende ganz schlimm, wenn die Feier-Touris sich daneben benehmen, schön den Bahnhof vollsiffen (insbesondere den unteren Bereich) und dann schnell in die Clubs ziehen. So war es jedenfalls vor Corona.“

  • Ostkreuz, Friedrichshain

Chris-Gueffroy-Allee

Harte Orte in Berlin: Chris-Gueffroy-Allee
Chris-Gueffroy-Allee, wo die traditionsreiche Kaffeemarke Jacobs produziert. Foto: Imago/Steinach

Das ist mal wirklich ein Geheimtipp: „Ich habe kürzlich auch so einen leckeren Ort entdeckt. Die Chris-Gueffroy-Allee, wenn man von den Späth’schen Baumschulen kommt und noch ein bisschen am Kanal spazieren möchte. Zwischen Kleingärten und anderem Grün ist alles dermaßen vermüllt und im Grünzug am Kanal geht es weiter. Ich bin hart im Nehmen, aber das war echt ekelig da. Früher hätte der zuständige Schutzpolizist dort für Klärung gesorgt. Nach meinem Dafürhalten ist dort seit Monaten niemand mehr zuständig. Man bräuchte wirklich städtische Abteilungen, die in den Straßen für Ordnung sorgen. Wirklich.“

  • Chris-Gueffroy-Allee, Neukölln

Karl-Marx-Straße

Ehemaliges C&A-Kaufhaus in der Karl-Marx-Strasse.
Ehemaliges C&A-Kaufhaus in der Karl-Marx-Strasse. Foto: Imago/Joko

Die Karl-Marx-Straße kann hart sein, vor allem ab dem U-Bahnhof Rathaus Neukölln. Fand auch einer unserer Fans: „Hätte gereicht, einfach „die gesamte Karl-Marx-Straße“ zu schreiben. Da wo dieses ehemalige Einkaufszentrum vor sich hin verrottet. Schlimmer geht’s nimmer.“

  • Karl-Marx-Straße, Neukölln

Warschauer Straße

Harte Orte in Berlin: Bahnhof Warschauer Straße in Friedrichshain.
Bahnhof Warschauer Straße in Friedrichshain. Foto: Imago/Schöning

Die Warschauer Straße darf nicht fehlen. Täglich ziehen Millionen Menschen über die Brücke zwischen U-Bahn, S-Bahn und RAW-Ballermann. Auf Facebook schreibt ein Auskenner: „Der REWE an der Warschauer Straße fehlt, die Anlieferungszone rechts an der Seite ist seit Jahren eine hochfrequentierte öffentliche Toilette und auf der Treppe liegen auch mal benutzete Spritzen herum.“

  • Warschauer Straße, Friedrichshain

Hauptbahnhof

Am Hauptbahnhof sorgte ein kräftiger Regenschauer eine Überschwemmung im Eingangsbereich.
Am Hauptbahnhof sorgte ein kräftiger Regenschauer eine Überschwemmung im Eingangsbereich. Foto: Imago/A. Friedrichs

Hier mal ein wetterabhängiger Tipp. Also, die Vorhersage checken und bei Starkregen zum Hauptbahnhof fahren, das weiß auch ein Kommentator: „Zu ,,empfehlen“ ist auch der Hauptbahnhof während eines Gewitterregengusses. Der Vorplatz 15 Zentimeter tief abgesoffen und das Glasdach an mehreren Stellen undicht. Das Reinigungspersonal ist ständig mit Aufwischarbeiten und dem Austausch von Auffangbehältnissen beschäftigt.“ Das ist sehenswert, finden wir auch.

  • Hauptbahnhof, Mitte

Messe Nord/ZOB

Orangene Fußgängerunterführung an der Messe Nord/ ICC Berlin und ZOB.
Orangene Fußgängerunterführung an der Messe Nord/ ICC Berlin und ZOB. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Eigentlich sieht diese orangene Unterführung am Messegelände auf Fotos ganz schick aus, doch wer sich in dem unterirdischen Ungetüm mal länger aufhält, dem vergeht alles, das sieht auch ein Leser so: „Die orangefarbene Unterführung an der Messe Nord mit den drölfzig Ausgängen zum Messegelände oder zum ZOB hat mir auch immer sehr viel Freude bereitet. Überhaupt der ZOB.“ Das stimmt, überhaupt der ZOB und die Baustelle.

  • Messe Nord, Charlottenburg

Rudower Spinne

Harte Orte in Berlin: Rudower Spinne, der Hauptverkehrsknotenpunkt in Rudow.
Rudower Spinne, der Hauptverkehrsknotenpunkt in Rudow. Foto: Frank Schubert/Wikimedia Commons/CC BY-SA 4.0

Wenn der BER kommt, dann kennt ganz Berlin die Rudower Spinne, denn dann wird man dort umsteigen müssen, um zum neuen Flughafen zu gelangen. Derzeit ist dieser Hauptverkehrsknotenpunkt in Rudow vor allem den Anwohnern und Pendlern gut bekannt und einigen Reisenden, die nach Schönefeld wollen. Ein Insider verrät: „Der absolute Hotspot, an dem alles am Stück zu finden ist, richtige eingeborene Berliner, Touristen, Bau-Chaos, BVG, Döner: Die Rudower Spinne!“

  • Rudower Spinne, Neukölln

Leopoldplatz

Leopoldplatz in Wedding.
Leopoldplatz in Wedding. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Ah ja, der Leo. Eigentlich mögen wir ja den Wedding mit seinem kruden, lauten, wenig schönen Leopoldplatz mittendrin und der massiven Karstadt-Filiale, die nun auch geschlossen werden soll. Aber das sehen nicht alle so: „Leopoldplatz fehlt… da gibt’s das ranzigste Netto.“ Das Netto oder der Netto?

  • Leopoldplatz, Wedding

Die U8

Dealer übergibt Drogen gegen Geld am U-Bahnhof Boddinstraße.
Dealer übergibt Drogen gegen Geld am U-Bahnhof Boddinstraße. Foto: Imago/Sabine Gudath

Dem kann man nichts hinzufügen, zwischen Wedding und Neukölln zeigt sich in der U8 Berlin von seiner harten Seite, Drogendeals inklusive: „Sightseeing in der U8. Ich empfehle eine Hop-On, Hop-Off-Tour, um wirklich mal jeden wichtigen U-Bahnhof dieser Linie erkunden zu können.“ Zu verschiedenen Uhrzeiten ausprobieren und unbedingt auch am Wochenende.

  • U8 (Wittenau bis Hermannstraße)

Hermannplatz

Harte Orte in Berlin: Fahrstuhl zur U-Bahn am Neuköllner Hermannplatz.
Fahrstuhl zur U-Bahn am Neuköllner Hermannplatz. Foto: Imago/Manja Elsässer

Das ist schon fies, der Hermannplatz kann doch auch nichts dafür. Aber schön ist es da nicht immer, das findet auch ein Facebook-Kritiker: „Gerade im Sommer. Wer einmal die Nase in den Behinderten-Fahrstuhl gesteckt hat, ist vorbereitet für die schlimmen Dinge im Leben.“

  • Hermannplatz, Kreuzberg/Neukölln

High-Deck-Siedlung

Harte Orte in Berlin: High-Deck-Siedlung
High-Deck-Siedlung in Neukölln. Foto: Imago/Jürgen Hanel

Märkisches Viertel und Gropiusstadt kennt man ja, auch wenn man sich selten in die Plattenbausiedlungen verirrt, wenn man nicht gerade dort wohnt. Aber die High-Deck-Siedlung ist etwas für jene Großstadtfans, die schon alles andere gesehen haben. Ein sozialer Brennpunkt ist sie schon lange, also ab dahin und mal ein ganzes Wochenende dort bleiben. Wer es schafft, eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden (Airbnb?), soll sich bei uns melden. Der Tipp auf Facebook war ebenso simpel wie überzeugend: „High-Deck-Siedlung… Auch ein Traum!“

  • High-Deck-Siedlung, Sonnenallee 323, Neukölln

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