Besondere Orte in Berlin

Diese 12 Brücken in Berlin sind besonders schön, geschichtsträchtig oder wichtig – nichts wie rüber

Die einen sind Zeugen der Berliner Geschichte, die anderen selbst schon nur noch in Geschichtsbüchern ganz. Einige der besonderen Brücken in Berlin sind vor allem Treffpunkte, andere millionenfach fotografiert. Alle eint die Idee der Verbindung zweier Orte.

Manche werden durch ihre Nutzung wichtig, andere sind von Beginn an architektonische Meisterwerke. Diese zwölf Brücken sind einen Besuch wert – nichts wie rüber! So es denn noch geht…

Admiralbrücke

Die 12 schönsten Brücken Berlins: Foto: Imago images Travel Stock
Autos haben es schwer auf der Admiralbrücke. Foto: imago images/Travelstock

Wenn die Temperaturen steigen, ist die Admiralbrücke einer der beliebtesten Treffpunkte in Kreuzberg. Das liegt zum einen daran, dass die Sonne die Brücke und die Menschen auf ihr so schön golden leuchten lässt, wenn sie untergeht. Außerdem eignet sie sich mit ihren breiten Bürgersteigen und dem Mittelstreifen inklusive Pollern sehr gut zum Sitzen. Das hat zur Folge, das Autos sich langsam durch die Sitzgruppen schieben müssen, wenn sie die Brücke überqueren wollen. An vielen Abenden bespielen Musiker*innen die Menschen mit ihren Songs – mal mehr, mal weniger gut.

Zwischen Fraenkelufer und Planufer, Kreuzberg


Rhizomatische Brücke

Die 12 schönsten Brücken Berlins. imago images / NBL Bildarchiv.
Die Rhizomatische Brücke ist natürlichen Wurzelgeflechten nachempfunden. Foto: imago/NBL Bildarchiv

Die Rhizomatische Brücke liegt mitten im Britzer Garten zwischen Süd- und Hauptsee. Die drei Architekten Clod Zillich, Jasper Halfmann und Jürgen Zilling haben die Brücke entworfen und sich von den Wurzelgeflechten aus der Natur (Rhizome) inspirieren lassen. Und die gibt es in der Umgebung der Brücke in Massen. Ein Ausflug in den Britzer Garten mit seinen Seen fühlt sich ein bisschen an wie ein Trip zur Mecklenburgischen Seenplatte: Der Motorenlärm der Stadt ist weit weg, die Luft ist gut und das Geräusch vom Schilf, das sich im Wind wiegt, ist Balsam für die Seele von Berliner*innen mit Stadt-Koller.

Britzer Garten, Sangerhauser Weg 5, Neukölln


Schwedter Steg

Die 12 schönsten Brücken Berlins. Foto: By Ansgar Koreng / CC BY-SA 4.0, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons
Der Schwedter Steg gehört zu den Berliner Brücken mit den interessantesten Schattenwürfen. Foto: Ansgar Koreng/CC BY-SA 4.0

Der Schwedter Steg verbindet den Prenzlauer Berg mit dem Wedding und führt über den Nordring der S-Bahn-Gleise. Nur Fußgänger*innen und Radfahrer*innen können sie überqueren. Dabei blicken sie im Sommer auf ein Meer aus Baumkronen und die Altbauten der Kopenhagener Straße. Wenn die Sonne scheint, werfen die Zugbänder der Konstruktion tolle Schatten.

Zwischen Kopenhagener Straße (Prenzlauer Berg) und Behmstraße (Wedding)


Kronprinzenbrücke

Die 12 schönsten Brücken Berlins. Foto: imago images/G Jackson/Arcaid
Der Architekt Santiasgo Calatrava ist weltberühmt, seine Kronprinzenbrücke beeindruckend. Foto: imago images/G Jackson/Arcaid

Die Kronprinzenbrücke wurde vom namhaften Architekten Santiago Calatrava gebaut. Ihre Schönheit offenbart sich erst so richtig, wenn man sie von unten betrachtet. Die Träger der Brücke sind elegant geschwungen, die seitlichen Stützen bilden ein filigranes Netz. Nachts wird die Kronprinzenbrücke von 14 Beleuchtungsmasten, vierzig Lampen in den Bordsteinstufen und in den Geländern integrierten Leuchten erhellt.

Zwischen Konrad-Adenauer-Straße und Reinhardtstraße, Verbindung zwischen Mitte/Tiergarten und dem Regierungsviertel


Oberbaumbrücke

Die Oberbaumbrücke gehört zu den beliebtesten Fotomerkmalen und wird gern in Berlin-Filmen gezeigt. Foto: Imago Images/Gudath
Die Oberbaumbrücke gehört zu den beliebtesten Fotomerkmalen und wird gern in Berlin-Filmen gezeigt. Foto: Imago Images/Gudath

Mit Sicherheit eine der schönsten Brücken der Stadt, die in Filmen und TV-Serien immer wieder gerne pittoresk ins Bild gesetzt wird. Ost und West verbindend, schwebt der neogotische Backsteinbau über dem Wasser, nachts gerne genutzt von den zahlreichen Clubgängern, die von Kreuzberg nach Friedrichshain und zurück cruisen. Der Blick auf die Brücke selbst ist am schönsten nachts, wenn sich die hell erleuchtete U-Bahn über den Viadukt schiebt, am besten noch aus dem Fenster des Club Watergate oder vom Liegestuhl an einer der Strandbars am Spreeufer aus. Die Aussicht Richtung Fernsehturm ist immer noch sehr erhaben, auch wenn die wachsenden Neubauten am Ufer der Mediaspree einem so peu à peu die Romantik verhageln.


Modersohnbrücke

Die 12 schönsten Brücken Berlins. 
Foto: imago images/Rolf Zöllner
Während eine Brücke weiter an der Warschauer Straße die Touristenhorden lärmen, ist es auf der Modersohnbrücke lokaler und gediegener. Foto: imago/Zöllner

Berlin hat viele schöne Brücken, aber die Modersohnbrücke zählt zu den Favoriten all jener, die beim Anblick der riesigen Gleisanlagen von der Ferne träumen. Oder vor der Kulisse eines phänomenalen Sonnenuntergangs der Liebsten am Ohr knabbern möchten. 1913/14 wurde sie als Hohenlohebrücke von der Königlichen Eisenbahndirektion Berlin erbaut. In den1980er Jahren gefährdete das gute Stück mehrmals den unter ihr rollenden S- und Fernbahnverkehr durch hinabfallende Beton- und Mauerteile, 1999 folgte der Abriss, 2002 die Einweihung eines Neubaus.

Modersohnbrücke, zwischen Revaler Straße und Rudolfstraße, Friedrichshain


Bornholmer Brücke

Hat hier jemand Bösebrücke gesagt? Eigentlich heißt das Bauwert zwischen Prenzlauer Berg und Wedding so. Nur: Die Menschen nennen sie Bornholmer Brücke. Foto: Imago/Ritter
Hat hier jemand Bösebrücke gesagt? Eigentlich heißt das Bauwert zwischen Prenzlauer Berg und Wedding so. Nur: Die Menschen nennen sie Bornholmer Brücke. Foto: Imago/Ritter

Eigentlich ist es ja die Bösebrücke. Mit der Umbenennung der Hindenburgbrücke sollte 1948 der Taten des antifaschistischen Widerstandskämpfers Wilhelm Böse, der 1944 hingerichtet worden war, gedacht werden. Doch wie so oft bahnt sich das Nächstliegende seinen Weg. Da die 1916 eingeweihte Verbindung zwischen Prenzlauer Berg und Wedding an der Bornholmer Straße liegt, heißt sie eben Bornholmer Brücke. So auch genannt in den Medien, als in der Nacht vom 9. zum 10. November 1989 Tausende Ost-Berliner nach der erzwungenen Maueröffnung über die Brücke in den Westteil der Stadt drängten. Seit 1995 gleitet auch wieder die Tram in luftigen Höhen über die S- und Fernbahngleisen zwischen Prenzl’berg und Wedding hin und her.

Bornholmer Straße, Prenzlauer Berg


Jungfernbrücke

Die 12 schönsten Brücken Berlins. 
Foto: imago images / blickwinkel
Steinalt und trotzdem (oder gerade deshalb) toll: Die Jungfernbrücke ist trotz des Namens die älteste Brücke in Berlin. Foto: imago/blickwinkel

Die Jungfernbrücke ist die älteste Brücke Berlins, fast 350 Jahre zählt sie. Früher gab es acht weitere dieser Klappbrücken. Sie überspannt den Spreekanal und verbindet die Friedrichsgracht mit der Oberwasserstraße. Mithilfe von Ketten und Rädern kann ihre Mitte angehoben werden, sodass Boote passieren können. Die Schüler, die die Brücke früher auf ihrem Schulweg queren mussten, hatte immer eine gute Ausrede, wenn sie zu spät kamen: „Die Brücke war jrade uffjezogen!“ konnten sie dann sagen. Ein weiterer Funfact: Die DDR-Postverwaltung verewigte die Brücke 1985 auf einer Sonder-Briefmarkenserie

Zwischen Friedrichsgracht und Oberwasserstraße, Mitte


Gerickesteg

Die 12 schönsten Brücken Berlins. 
Foto: imago images / Metodi Popow
Der Gerickesteg hat viel mitgemacht. Foto: imago/Popow

Wie so viele andere Brücken in Berlin hat der Gerickesteg wegen der Nazis und ihrem Krieg viel mitmachen müssen. Gegen Ende der Schlacht um Berlin im zweiten Weltkrieg sprengte die Wehrmacht die Brücke und das südliche Ende versank in der Spree. Es konnte aber 1947 geborgen werden. 1949/50 wurde die Brücke dann komplett wiederhergestellt, allerdings weniger pompös, als sie zuvor war. Übrigens: Seit ihrer Errichtung 1914/15 beleuchten Gaslaternen die Brücke.

Zwischen Lüneburger Straße und Bellevue-Ufer, Mitte


Glienicker Brücke

Die 12 schönsten Brücken Berlins. Foto: imago images / Jürgen Ritter
Früher im Kalten Krieg bei Spionen beliebt war die Glienicker Brücke. Foto: imago/Ritter

Achtung, Spione! Im Kalten Krieg wurde die Eisen- und Stahlkonstruktion als konspirativer Austauschpunkt für Agenten und politische Häftlinge weltberühmt. Bevor die Brücke zur politischen Bühne zwischen Ost und West wurde, fungierte sie brav als Bindeglied für den Post-, Güter- und Personenverkehr zwischen Potsdam und Berlin. Und noch früher, im 18. Jahrhundert, beschritten Könige und Kurfürsten den ehemaligen „Holzweg“, um von Potsdam zu den Jagdgründen im Grunewald zu gelangen.

Königstraße, Zehlendorf, www.potsdam.de/glienicker-bruecke


Schlossbrücke

Die 12 schönsten Brücken Berlins. Foto: imago images / Rolf Zöllner
Die Schlossbrücke bietet einen tollen Blick auf wichtige Berliner Bauwerke. Foto: imago/Zöllner

Die Schlossbrücke ist ein Baudenkmal. Karl Friedrich Schinkel hat sie 1821 bis 1824 im Stil des Klassizismus erbaut. Durch ihren Bau machte Schinkel den Boulevard „Unter den Linden“ zu einer durchgehenden Prachtstraße zwischen Brandenburger Tor und Berliner Schloss. Die monumentalen Figuren auf der Brücke sollen an die Befreiungskriege 1813 bis 1815 erinnern, mit denen große Teile Europas von der Vorherrschaft Napoleons befreit wurden.

Zwischen Lustgarten und Unter den Linden, Mitte


Brommybrücke

Reste der Brommybrücke 2019 in der Spree. Foto: Imago/Schöning

Diese Brücke gibt es nicht mehr und doch hängt ihr Geist noch über der Stadt: Die Brommybrücke wurde wie der Gerickesteg während des Zweiten Weltkriegs von der Wehrmacht gesprengt, um den Vormarsch der Roten Armee zu stoppen. Obwohl sie nicht mehr existiert, ist sie doch vielen Berliner*innen ein Begriff. Sie befand sich zwischen Schilling- und Oberbaumbrücke und war für heutige Begriffe, in einer Zeit, in der das Auto obsolet wird, ausgesprochen modern: Nur Eisenbahnen konnten sie queren.

Die 12 schönsten Brücken Berlins Foto: Hermann Rückwardt, Self-scanned, Public Domain, Wikimedia Commons
Bevor die Wehrmacht die Brommybrücke gesprengt hat, hat sie Kreuzberg und Friedrichshain verbunden.
Foto: Rückwardt, Self-scanned, Wikimedia Commons

Doch wer die Bilder von Eisenbahnen kennt, die schwarzen Rauch ausstoßen, ahnt vielleicht, dass die Brücke das Leben der Anwohner*innen auf beiden Seiten der Spree keineswegs verbesserte: Ab 1871 fuhr kaum eine Eisenbahn mehr über den Fluss, weil der Lärm und Dreck für die Anwohner*innen unzumutbar wurde.

Zwischen Luisenstadt und Mühlenstraße, Friedrichshain/Kreuzberg


Diese zwölf Bauwerke sollte kein Architektur-Fan verpassen. Mehr Lust auf Natur? Diese Spaziergänge durch Wald und Forst sind besonders schön. Und wen es aufs Wasser unter den Brücken zieht: Diese Wassersportbetriebe helfen weiter.

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