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Club-Rettung: Compilation fürs Kitkat, Kunst in der Renate und DJ-Freuden von Ostgut

Berlins Clubs geht es weiter schlecht – viele haben zwar alternative Konzepte entwickelt. Jedoch bescheren zum Beispiel Sektgarten (About Blank) und Sitzyphos (Sisyphos) kaum die Einnahmen, die der Clubbetrieb sonst bringt. Dem stehen unverändert hohe Kosten gegenüber: Unter anderem die Miete muss an vielen Standorten trotzdem weiter gezahlt werden. Kitkat, Wilde Renate und das Berghain-Label Ostgut Ton reagieren mit neuen Projekten und Veröffentlichungen.

Kitkat-Compilation: Disco Bizarre veröffentlicht „Free Love Vol. 1.“

Das mit der freien Liebe ist im Kitkat ja ein großes Thema. Entsprechend heißt die erste Compilation zur finanziellen Unterstützung auch „Free Love Vol. 1“. Seit 2018 feiert die Berliner Disco Bizarre Crew die „Carneball Bizarre“-Clubnächte im berühmt-berüchtigten Etablissement am Heinrich-Heine-Platz. „Über die Jahre hat sich die Crew ausgeweitet, ein Roster mit Berliner Resident-DJs aufgebaut und 2019 sogar eine eigene Platte herausgebracht. Nun ist es an der Zeit das Mutterschiff Kitty mit voller Kraft zu unterstützen, und zwar mit der ersten Kitty-Compilation ever“, heißt es in der Mitteilung.

Das Werk mit zwölf Original-Tracks kann bei Soundcloud gestreamt und bei Bandcamp in hoher Qualität heruntergeladen werden – dort für den Preis eines Clubabends, alle anderen Hörer werden zumindest um eine Spende gebeten. Der Compilation sollen weitere folgen. Zuletzt hatte es auch einen Sampler fürs Kater Blau gegeben.


Die Wilde Renate macht Kunst: Overmorrow Immersive Exhibition

Die Wilde Renate hat ihren Außenbereich schon etwas länger zum Biergarten umfunktioniert, nun fand sich auch für den Innenbereich eine schöne Zwischennutzung. Mehr als 40 Künstler*innen, unter anderem von BadBruises und Trash Era, zeigen ihre Werke bei einer „Immersive Walkthrough Experience“. Kern der Ausstellung ist eine Auseinandersetzung damit, wie unsere Welt in der nahen Zukunft nach einer globalen Pandemie aussehen könnte. „Weltweit erleben Künstler*innen, Kulturarbeiter*innen und Kolleg*innen in Subkulturen eine schwere Zeit“, heißt es in der Ankündigung – entsprechend wichtig sei es, die Szene am Leben zu halten.

Das erste Mal nach „Overmorrow“ geht es am 18. Juli, Updates immer auf der Facebook-Seite. Tickets gibt es bei Resident Advisor für 25 Euro – viele Timeslots sind schon ausverkauft, es gelten Abstandstregeln und Maskenpflicht.


Ostgut Ton hat aufgeräumt – und bespielt die Halle

Beim Berghain-Label Ostgut wurde nach eigenen Angabern aufgeräumt – und es fanden sich offenbar einige der sehr limitierten Vinyl-Boxsets zum zehnten Geburtstag im edlen Schuber. Wie es so ist mit echten Perlen, gab es fix einige Taucher. Ausverkauft. Immerhin die Standard-Ausgabe mit den zehn Platten mit 30 Klassikern ist noch erhältlich (90 Euro). Und auch ein paar fancy Limited-Edition-CD-Boxen (45 Euro) gibt es noch bei Bandcamp. Ganz frisch sind die mit dem Ostgut-Logo gravierten Slipmats für den Plattenspieler. Gibt es für 15 Euro (und 26 Euro im Doppelpack) und macht die „Wir spielen Zuhause Berghain“-Partys bis zum tatsächlichen Re-Opening zumindest einen Ticken realistischer. Weiterhin gibt es dafür auch alle (nicht vergriffenen) Releases bei Bandcamp zu kaufen.

Am 15. Juli öffnet das Berghain auch seine Halle für ein Kunstprojekt, zudem hat der angrenzende Biergarten wieder auf – mehr im Club-Update.


Den Clubs in Berlin geht es weiterhin dreckig – die Schuldenberge wachsen. Dazu kommen noch andere Probleme, so sperrte das Bauamt Teile des Yaam. Den Ausweg vieler, illegale Raves in der Hasenheide, begrüßte die Polizei mit wenig Freude. Worum sich keiner Sorgen machen muss: Die Koks-Taxis drehen weiter ihre Runden – und verkaufen ihr gefährliches Gut. Langsam Entspannung gibt es vor den Supermärkten der Stadt, die zeitweise zum neuen Berghain wurden.

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