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Typisch KitKat: Diese Party-Typen trefft ihr immer wieder

Auffallend exzentrische Menschen treffen auf vermeintliche Durchschnittstypen – so läuft es im KitKat Club. Dennoch begegnet ihr in Berlins berüchtigter Exzessinstitution immer wieder den gleichen Party-Charakteren. Manchmal erkennt ihr sie am Outfit, häufiger aber am Verhalten. Von Anfänger:innen über Fetischenthusiast:innen bis hin zu Berliner Original-Raver:innen: Hier stellen wir euch die Party-Typen im KitKat vor, an denen ihr euch immer wieder erfreuen könnt.

Im KitKat Club werden schon seit den 1990ern ausgelassene sexpositive Partys gefeiert. Foto: Imago/Imagebroker

KitKat-Charaktere: Die Fetischenthusiast:innen

Ist die Party erstmal im vollen Gange, werden in vielen Ecken die unterschiedlichsten Fetischfantasien ausgelebt. Genau dafür ist das KitKat eben bekannt. Ganz egal, ob auf dem gynäkologischen Stuhl, mit Fesselspielen und Peitsche auf der Couch oder auf einem der Lederbetten: Fetischenthusiast:innen haben im KitKat die Chance, genau das auszuleben, worauf sie Lust haben. An Gleichgesinnten mangelt es hier jedenfalls nicht. Gerne gehen sie auch mal an die Bar und bestellen einen Drink mit „dem gewissen etwas“ und beobachten genau, wie die Barkeeperin in das bestellte Getränk spuckt. Auch wenn das KitKat zuerst ein Club zum Tanzen ist, ist es dort eben auch möglich, sich sexuell auszuleben.


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Die Anfänger:innen

Sie sind meistens schon in der Schlange leicht zu erkennen: die Anfänger:innen. Wild philosophieren sie über die vermeintlichen Geschehnisse im Club und nerven damit alle anderen um sie herum. An der Garderobe angekommen, schauen sie schüchtern nach links und rechts und geben höchstens ihr T-Shirt ab, während sich geübte KitKat-Gänger:innen entkleiden, um mehr Haut als Stoff zu zeigen. Oh, das Handy muss ich auch abgeben? Auf der Tanzfläche angekommen irren sie orientierungslos umher, bleiben auch gerne mal mitten im Weg stehen und starren manchmal ein bisschen zu lange in eine bestimmte Richtung. Es gibt so einiges, das auf der Tanzfläche einfach nur nervt. Naja, allzu böse darf man es ihnen aber nicht nehmen, schließlich hatten wir alle unser erstes Mal.


KitKat-Charaktere: Die Berliner Original-Raver:innen

Sich frei machen – das ist schon lange das Motto von Techno Partys. Foto: Imago/Sven Lambert

Der KitKat Club ist seit fast 30 Jahren die unangefochtenen Grande Dame hedonistischer Ausschweifungen. Durch die vielen Stammgäste entsteht eine schon fast familiäre Atmosphäre, die seit Jahrzehnten funktioniert, ohne langweilig zu werden. Und wenn die Menschen, die die Anfänge von Techno zu Beginn der 90er-Jahre miterlebt haben, im KitKat feiern gehen, dann fallen sie durch ihre zurückhaltende Art in der Masse kaum auf. Klar, sie haben ein gewisses Alter, aber daher kommt wahrscheinlich auch ihre souveräne Art zu feiern. Unaufgeregt und schon fast tiefenentspannt reihen sie sich neben den Feiernden ein und überblicken das Geschehen mit wachsamen Blick. Wen wundert das auch? Schließlich haben sie alles schon erlebt und wissen daher genau, wie so ein Abend im KitKat Club abläuft.


Die Mädelsgruppen mit extravaganten Outfits

Sie beherrschen die gewünschte Balance von bewusster Freizügigkeit und persönlicher Komfortzone: Junge Mädels, die von Kopf bis Fuß durchdachte Outfits tragen und damit deutlich hervorstechen. Schließlich ist es manchmal interessanter, etwas anzuhaben, das die Fantasie anregt, als gleich ganz nackt zu sein – die Outfits im KitKat haben übrigens auch die Berliner Designerin Daijanala inspiriert. Selbstbewusst und mit vollem Körpereinsatz tanzen sie stundenlang auf einem der Podeste, lassen dabei ihre Fächer laut zum Bass klacken und posieren anschließend für den hauseigenen Fotografen. Wenn sie nicht zusammen auf der Tanzfläche anzufinden sind, dann sitzen sie entspannt mit einem Bier auf einer Couch, rauchen und unterhalten sich mit anderen Feiernden.


KitKat-Charaktere: Das mittelalte Paar an der Bar

Hey, du bist uns aufgefallen, können wir dir einen Drink ausgeben? Das kennt man nicht nur aus dem KitKat Club: Ein mittelaltes Paar, das sich den ganzen Abend an der Bar aufhält und immer mal wieder jemanden auf einen Drink einlädt. Ganz egal, ob hier Hintergedanken mit im Spiel sind oder nicht: Ein amüsantes Gespräch kommt mindestens dabei herum.


Die Pool-Party

Um den Pool herum sitzen meist Menschen, die in Gespräche verwickelt sind. Nur wenige springen wirklich ins Wasser. Foto: Maria Staggat

Dicht zusammengerückt sitzen sie mit einer Kippe in der Hand und einem entspannten Lächeln im Gesicht am Pool versammelt und philosophieren mit Gleichgesinnten über Gott und die Welt. Immer wieder kommen sie mit anderen Menschen ins Gespräch, verteilen Liebe und Komplimente und versprechen einander, sich auch nach der Party wieder zu treffen. Nicht selten versacken sie die ganze Nacht hier und verpassen dabei die wilden Angelegenheiten auf der Tanzfläche. Aber wer kennt es nicht? Wenn man sich einmal mit einer netten Person verquatscht hat, vergisst man schnell alles um sich herum.


Der braun gebrannte Bademeistertyp mit seiner Freundin an der Seite

Es ist nicht unüblich, dass man bis zu zwei Stunden vor dem KitKat in der Schlange steht. Immerhin trifft man hier die KitKat-Charaktere. Foto: Imago/PEMAX

Ein großer, braungebrannter Mann mit breiter Statur läuft oberkörperfrei durch den Club. Manchmal hat er ein kleines Handtuch über die Schulter geworfen, das gegen den Schweiß helfen soll. Optisch erinnert er an einen Bademeister, auch wenn seine Mission diese Nacht vermutlich eine andere ist. Händchen haltend läuft er mit seiner kleinen zierlichen Freundin durch den Club ganz vorne zur Tanzfläche. Im Leder-Harness oder mit Halsband und Leine stampfen sie unermüdlich zur Bassline und wirken trotz ihrer auffälligen Erscheinung eher zurückhaltend und schüchtern.


KitKat-Charaktere: Berliner Raver:innen tanzen vorne links

Clubs mit hochkarätigen DJs und mehrtätigen Tanz-Exzessen gibt es in Berlin viele. Eingefleischte Raver:innen suchen aber immer wieder nach dem Gewissen etwas – die sexpositiven Partys im KitKat Club kommen offensichtlich gut an. Berliner Raver:innen tanzen immer vorne links, das ist schon fast eine inoffizielle Regel. Außerdem kennen sie jeden DJ, der auflegt, manche sogar persönlich und natürlich haben sie ein gutes Verhältnis zu den Barkeeper:innen und Türsteher:innen. Gedanken um die strenge Türpolitik, die es so übrigens auch im Berghain gibt, müssen sie sich nicht machen. Über aufgeregte Anfänger:innen, die mit großen Augen durch den Club laufen, können sie nur müde lächeln. Kein Wunder, schließlich ist das KitKat schon fast ihr Wohnzimmer. Die Outfits sind natürlich auch on point.


Die, die immer nur auf der Clubtoilette anzufinden sind

Sobald die Tür zu ist, entfaltet sich auf Berliner Clubtoiletten eine beispiellose Dynamik. Foto: Tobi Meyer/tipBerlin

Clubtoiletten sind ein eigener Kosmos innerhalb des Clubs: Manchmal quetschen sich bis zu zehn Menschen gleichzeitig in eine Kabine – allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit nicht, um zu pinkeln. Häufig vergehen bis zu 20 Minuten, bis sich eine Tür vor den vorwurfsvollen Gesichter derjenigen öffnet, die die ganze Zeit davor gewartet haben. Kein Wunder, dass es einem oft so vorkommt, als ob man immer wieder die gleichen Menschen auf der Clubtoilette antrifft. Ganz egal, ob sie Drogen nehmen, Sex haben oder ewig in ein Gespräch verwickelt sind, die Atmosphäre auf Berliner Clubtoiletten ist beispiellos, denn manche verbringen gefühlt die ganze Nacht hier.


KitKat-Charaktere: Die unbeholfenen Tourist:innen

Ihnen geht es ähnlich wie den Anfänger:innen: Meist sehr unbeholfen stehen sie am Rand der Tanzfläche und beobachten zurückhaltend das Geschehen. Anfänglich wirkt es oft so, als ob sie in eine komplett fremde Welt geworfen worden wären. Naja, ganz unbegründet ist das sicherlich nicht, schließlich sind sexpositive Partys in anderen Städten nicht so „gewöhnlich“ wie in Berlin. Hin und wieder lassen die Tourist:innen ihre Startschwierigkeiten im Laufe des Abends hinter sich: dann mischen sie sich zwischen die Feiernden und eilen nicht selten zurück zur Garderobe, um dann doch mehr Kleidung los zu werden als ursprünglich geplant. Schließlich wollen sie die volle Berlin-Experience erleben!


Weitere Charaktere, die ihr immer trefft

Nicht nur im Club gibt es interessante Charaktere, denen man andauernd über den Weg läuft. Klischees finden sich überall, und sicherlich habt ihr auch diese Figuren schon mal getroffen: 


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