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Gastronomie in Berlin: Wie es läuft – und wie es weitergeht

Seit dem 21. Mai darf die Gastronomie in Berlin wieder ihre Außenbereiche unter strengen Auflagen öffnen. Der Besuch ist nur Personen gestattet, die einen negativen Corona-Test vorweisen können oder einen Impf- oder Genesenen-Nachweis erbringen. Weiterhin dürfen nur fünf Personen aus maximal zwei Haushalten zusammen sitzen. Außerdem starten mehrere Pilotprojekte, um bald die Innengastronomie wieder zu öffnen. Doch wie verliefen die ersten beiden Wochenenden in Berlin? Hält sich jeder an die Maßnahmen und wann können wir wieder ohne Test drinnen und draußen essen?

Endlich wieder in einem Restaurant sitzen. Was haben wir uns darauf gefreut. Doch so richtig läuft es für die Gastronomie immer noch nicht. Foto: Imago/Jürgen Held

Gastronomie in Krisenzeiten: Berlin lässt sich testen

Die Biergärten und Außenbereiche von Cafés und Restaurants waren an diesem Wochenende besser besucht. Am Pfingstwochenende war die Gastronomie weniger ausgelastet, viele Menschen nehmen sich noch zurück oder vertrauen der Sache noch nicht ganz. Die, die aber wollen, haben meist Verständnis für die Corona-Testpflicht und zeigen bereitwillig ihr negatives Ergebnis vor. „Ohne Negativ-Test kein Bier“ heißt in Berlin die Devise und daran halten sich wohl die meisten.

Noch wenig los in den Restaurants in Berlin. Der Start am 21. Mai verlief eher schleppend. Foto: Imago/Future Image

Dennoch sind laut einer Umfrage des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, viele Restaurant-Betreiber:innen enttäuscht über den Start. Etwa ein Drittel hatte die Möglichkeit des Öffnens des Außenbereich erst gar nicht genutzt. Für viele, vor allem Restaurants mit nur kleinem Außenbereich, ist dies nicht kostendeckend.

Innengastronomie: Pilot-Projekt in Berlin-Mitte

Am vergangenen Wochenende startete in Berlin-Mitte ein Pilotprojekt für die Öffnung der Innenbereiche in der Berliner Gastronomie. Partner dieses Projekts sind das Bezirksamt Mitte, die Senatsverwaltung, die IHK, der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga und das Diagnostiknetzwerk Berlin-Brandenburg. Beteiligte Restaurants sind:

  • „Ausspanne“, Kastanienallee 65
  • „Austernbank“, Behrenstraße 42
  • „Borchardt“, Französische Straße 47
  • „Das Caro Berlin“, Caroline-Michaelis-Straße 1
  • „Joseph“, Friedrichstraße 113
  • „Mani Restaurant“, Torstraße 136
  • „Schnitzelei Mitte“, Chausseestraße 8
  • „Ständige Vertretung“, Schifferbauerdamm 8
Das Borchardts am Gendarmenmarkt stand schon 2020 in den Schlagzeilen wegen Verstößen gegen die Corona-Auflagen. Foto: Imago/Steinach

Doch es gibt Kritik. Nicht zuletzt weil das „Borchardt“ am Gendarmenmarkt während der Corona-Pandemie gegen Auflagen verstieß. Nun als Teil der Pilot-Projekts sind viele unsicher, wie mit den Maßnahmen des Infektionsschutzes umgegangen wird.

Bürgermeister hofft auf neue Teststrategien

Zu dem Projekt gehört ein neues Testverfahren. Personen, die an dem Projekt teilnehmen möchten, müssen sich einen negativen Schnelltest kaufen sowie einen Tisch im gewünschten Restaurant reservieren. Von dort erhält man einen kostenlosen Registrierungscode für die Handy-App des Corona-Test-Portals Homedx.de. Der Personalausweis sowie der Ablauf des Tests muss gefilmt und hochgeladen werden. Fachleute prüfen anschließend Identität und die ordnungsgemäße Durchführung des Tests. Ist das Ergebnis negativ, wird ein fälschungssicheres Zertifikat auf das Handy geschickt – die Eintrittskarte ins Restaurant.

Corona-Testzentrum am Paul-Lincke-Ufer: in ganz Berlin entstehen immer mehr Testzentren. Mittes Bürgermeister möchte nun neue Teststrategien im Pilotprojekt testen. Foto: Imago/Ralf Pollack

Stephan von Dassel (Grüne), Bezirksbürgermeister von Mitte, erhofft sich aus dem Projekt zwei Fragen zu beantworten: „Kann eine onlinegestützte Validierung von Selbsttests eine verlässliche Alternative zu einem Besuch einer Test-to-go-Station darstellen und ist mit dem Besuch von Innenräumen von Restaurants ein höheres Infektionsrisiko verbunden, wenn alle Gäste einen negativen Schnelltest vorweisen können?“ Dies sei sehr entscheiden in der Bekämpfung der Pandemie.

Kein Ansturm auf die Innenbereiche der Restaurants

Die Resonanz war für die am Pilotprojekt beteiligten Wirt:innen ernüchternd: wenig reservierte Tische und fast leere Innenbereiche. Das Projekt ist sehr kurzfristig gestartet, erst am vergangenen Freitag gab es grünes Licht. Auch das schöne Wetter an diesem Wochenende ließ viele draußen sitzen, auch weil es bislang als sicherer eingestuft wird.

Auch die Ständige Vertretung am Schiffbauerdamm nimmt an dem Pilotprojekt teil. Am Wochenende waren hier nur wenige Tische im Innenbereich besetzt. Foto: Imago/Schöning

Vorerst soll das Projekt am 18. Juni zum Ende kommen und dann wissenschaftlich ausgewertet werden. Das ist auch bislang der Termin für die Öffnung der Innengastronomie in Berlin. Doch die Inzidenzen sinken weiter. Am Montag morgen meldete das RKI eine Inzidenz von 32,6.

Senat berät über frühere Öffnung der Innengastro

Der Druck wächst: Schon am Dienstag wird der Senat darüber beraten, die Lockerungen schon auf den 4. Juni vorzulegen. FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja forderte den rot-rot-grünen Senat am Sonntag auf, rasche und weitgehende Öffnungen, auch und vor allem in der Gastronomie oder der Hotellerie, zu erlauben. Es könne nicht sein, dass der rot-rot-grüne Senat den „Exit aus dem Lockdown“ verschleppe, sagte Czaja der Deutschen Presse-Agentur.

Ob Regen oder Sonnenschein: In Berlin wollen die Menschen wieder in die Restaurants und Cafés. Wir sind gespannt, wann auch die Innenbereiche öffnen werden. Foto: Imago/Future Image

In einem Gespräch zwischen Michael Müller, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe und Vertreter:innen des Dehoga Berlin (Hotel- und Gaststättenverband Berlin e.V.) sowie visitBerlin wurde in der vergangenen Woche über den bisher bestehenden Stufenplan gesprochen. Auch Michael Müller und die Senatorin sind für eine Nachjustierung dieses Stufenplans, sodass eine schnellere Öffnung der Innenbereiche immer möglicher werden. Ebenso soll das Hotelgewerbe wieder mehr Freiraum bekommen.

Die Test-Pflicht bleibt uns in Berlin wohl vorerst erhalten. Auch wenn die Gastronomie bald die Innenbereiche öffnen darf, werden Corona-Tests, begrenzte Personenanzahl und Reservierungen weiterhin zum Gastro-Alltag gehören. Einige Stimmen aus der Politik wünschen sich jedoch eine Abschaffung der Test-Pflicht für die Außengastronomie. Auch das Alkoholverbot und Veranstaltungsobergrenzen sollen neu verhandelt werden. Neue Perspektiven für Gastronomie und Hotelgewerbe werden benötigt. Wir sind gespannt auf die neuen Beschlüsse am 1. Juni.


Mehr Berlin erleben

Mittlerweile kann man sich an fast jeder Ecke in Berlin auf das Corona-Virus testen lassen. Wir haben alle wichtigen Infos zum Schnelltest. Das Ende der Impf-Priorisierung steht bevor: Ab wann sich alle impfen lassen können. Wir freuen uns, dass Berlin zumindest die Außengastronomie geöffnet hat. Wir kennen zwölf schöne Biergärten in Berlin. Auch die Clubs öffnen ihr Gärten.

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