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Pop-up “Popularis” vom Restaurant Remi: Der Künstler isst anwesend

Der Künstler Simon Mullan hat einen Tresen in die Almstadtstraße gestellt. Das Restaurant Remi serviert darauf ein lässiges Menü als Pop-up. Und zwar zum Gallery Weekend am kommenden Sonntag. Und weil das Essen und auch die Kunst zur Stadt gehört. Eine tolle Idee.

Popularis Pop-up Restaurant Remi
Ein Bier am Tresen – mitten in der Stadt. Wo gibt’s denn sowas? Na, am Sonntag beim Pop-up vom Restaurant Remi am Kunstwerk “Popularis” von Simon Mullan. Foto: Clemens Niedenthal

Von der Kunst allein wird man nicht satt. Immerhin das aber hat die Kunst mit dem Essen gemeinsam: Beide bringen die Menschen zusammen. Sie regen uns an. Stellen Fragen. Geben Antworten. Zumal, wenn die Kunst nicht in einem Museum oder einer Galerie, sondern mitten im Stadtraum steht. Simon Mullan stellt seine Kunst gerne mitten in die Stadt. Schließlich sind die Menschen und ihre (sub-)kulturellen Milieus nicht nur das bevorzugte Sujet des 1983 in Kiel geborenen Künstlers.

Seine aus Alltagsgegenständen abgeleiteten oder auf Alltägliches referierenden Installationen wirken besonders gut in dieser Nachbarschaft mit dem Leben. Seine umgearbeiteten Bomberjacken etwa, die ja schon für sich eine Ikone sind. Oder seine konstruktivistischen Tableaus – aus Fliesenresten, wie sie bei jeder Badrenovierung übrigbleiben. 

Pop-up “Popularis” vom Restaurant Remi: Kunst trifft Kulinarik

Aus solchen Fliesen entstand auch der Tresen, der seit rund einem Jahr in der Max-Beer-Straße steht. Ecke Almstadtstraße. Mullan hat diese Arbeit “Popularis” genannt. Und, ja, man hätte sich ruhig schon mit einem Bier in der Hand an diesen Tresen stellen können. Um so schöner, dass das anlässlich des Gallery Weekend am kommenden Sonntag nun tatsächlich so kommen wird. 

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Ein Tresen für die Stadt: “Popularis” von Simon Mullan. Foto: Simon Mullan

Stijn Remi von quasi gegenüberliegenden Restaurant Remi (finden wir ja eh toll!) fand diesen Tresen nicht nur unheimlich gut. Ihm gefiel auch die Nähe zu seinem kulinarischen Konzept. Auch im Remi und in seinem anderen Restaurant, dem Kreuzberger Lode & Stijn, wird die Alltagsküche (nicht nur) seiner niederländischen Heimat oft zum Ausgangspunkt eines Tellers. Exemplarisch die stadtweit gefeierten Bitterballen (eine Art Krokette, nur viel viel besser). Auch im Remi wird mit Lebensmittelabfällen gearbeitet (nach dem Zero-Foodwaste-Prinzip). Und eine Nähe zu Kunst und Kultur erzählt ja bereits die Adresse: Das Suhrkamp-Gebäude in der Rosa-Luxemburg-Straße. 

Pop-up “Popularis” vom Restaurant Remi: Baustellenromantik als Bankett

Für kommenden Sonntag versprechen Stijn Remi und Lode van Zuylen also „ein charmantes  Bankett“ und „Baustellenromantik“. Und eine rauschhafte Intervention inmitten der rauschenden Stadt. Gegessen wird, was auf den Tisch kommt. Man war wursten in einer befreundeten Bio-Metzgerei. Man sammelt die Gemüseabschnitte dieser Woche, um alles, wirklich alles zu verarbeiten. Das Bier kommt von Freunden aus den Niederlanden, in diesen wunderbaren 0,25-Liter-Flaschen, die so gut in den Alltag passen. Der Wein von Claus Preisinger aus dem Burgenland. Es wird ein ehrliches Essen. Oder eben eines, das  diese Klischees des Authentischen hungrig hinterfragt. 

Ach ja, Simon Mullan is(s)t natürlich auch anwesend. Er wird einen Blaumann tragen. Wie auch das Stijn Remi, Lode van Zuylen und ihr Team. Einzig Vegetarier:innen werden nicht glücklich werden, an dieser sonntäglichen Bauarbeiterpause zum Gallery Weekend. Aber so ist das eben mit der Kunst. Sie gefällt nicht jedem. 

  • Popularis, Essen. Eine Mahlzeit am Tresen mit Simon Mullan und dem Remi Rosa-Luxemburg-Straße, Ecke Almstadtstraße, 5 Teller inkl. Getränke 65 Euro, Zeitfenstertickets erhältlich für 18–19.30 Uhr und 19.30–21 Uhr, davor und danach kann man noch auf ein, zwei Bier bleiben, Tickets erhältlich unter: https://popularis.rsvpify.com/, www.remi-berlin.de
Simon Mullan Flyer Remi Restaurant Pop-up
Der Flyer zum Kunst-und-Kulinarik-Pop-up vom Restaurant Remi und Simon Mullan. Foto: Simon Mullan

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Vom Restaurant Remi waren wir auch ganz ohne Pop-up in seiner Heimstätte im Suhrkamp-Verlag begeistert: Über diesen Ort will man lesen. Lieber Lust auf ein kühles Bier in Neukölln? Grün ist die Hopfung: die neue Brauerei von Berliner Berg. Lieber alkoholfrei? Kombucha aus Berlin: Da braut sich was zusammen.

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