• Essen & Trinken
  • „Thaipark“ in Wilmersdorf: Betreiber gefunden – so geht es 2021 weiter

Berliner Parks

„Thaipark“ in Wilmersdorf: Betreiber gefunden – so geht es 2021 weiter

Am Dienstagabend ist ein wichtiger Schritt für den „Thaipark“ gemacht worden. Ein Verein soll nun die Federführung übernehmen und den bisher geduldeten, aber auch heftig kritisierten Verkauf thailändischer Speisen im Preußenpark in geregelte Bahnen führen. Am Dienstagabend hat das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf den Thailändischen Verein als zukünftigen Betreiber benannt. Zudem wurde über finanzielle Mittel entschieden.

Der Preußenpark ist als „Thaipark“ über Berlins Grenzen hinaus bekannt – und soll nun zum Thai Streetfoodmarket werden. Foto: Imago/Travel-Stock-Image

Die Kosten- und Zeitpläne beziehen sich dabei nicht nur auf den wöchentlichen Speisenverkauf, sondern die gesamte Grünanlage, die saniert und aufgewertet werden soll.

  • Künftig sollen mehr als 50 Streetfood-Stände auf einer Fläche im Norden der Wiese aufgebaut werden dürfen – die sollen mobil sein und außerhalb der Verkaufsphasen untergestellt werden. Die entsprechende Aufbereitung der Fläche soll knapp zwei Millionen Euro kosten.
  • Dafür entsteht bis 2022 ein Gebäude, das auch Toiletten bietet und für weitere Dinge genutzt werden soll – der Multifunktionsbau kostet den Bezirk wohl 1,5 Millionen Euro.
  • Das Bezirksamt will zudem Fördergelder des Bundes nutzen, um den Park generell attraktiver zu machen.

Der „Thaipark“ in seiner bisherigen Form entstand aus wöchentlichen Treffen der thailändischen Community in Berlin. Was vor Jahren als Picknick begann, wandelte sich zu einem Markt: Bald fingen die Köch*innen an, ihre Speisen auch an andere zu verkaufen. Für kleines Geld gab es hier thailändische Hausmannskost, viele Berliner*innen schätzten den „Thaipark“ als Bereicherung der Gastrowelt Berlins.

Thaipark statt Preußenpark: Anwohner*innen störten sich an dem Riesenpicknick

Allerdings: Einige störten sich auch an dem regelrecht anarchisch wirkenden Food Market. Beschwerden von Anwohner*innen lauteten unter anderem: unkontrolliert, der Park werde zugemüllt, er könne kaum noch zur Entspannung genutzt werden – denn spätestens, seitdem die Thaiwiese in fast jedem Reiseführer stand, kamen regelmäßig Hunderte Besucher.

Gut was los – der Thaipark war in den Sommermonaten immer ein echter Besucher*innenmagnet. Allerdings gab es viel Kritik. Foto: Imago/Travel-Stock-Image

Im vergangen Jahr hatte es deswegen verschieden Aussagen über die Zukunft des „Thaiparks“ gegeben. Köch*innen und Gäste hofften auf eine Einigung, die einen Fortbestand ermöglich. Nun hat das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf eine Entscheidung getroffen und den Thailändischen Verein, seit 1972 in Berlin tätig, mit der Umsetzung betraut. Geplant ist ein Betrieb von Freitag bis Sonntag.

Bürgermeister: Thailändische Gemeinschaft weiter bei Park-Nutzung eingebunden

Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann hatte bereits im November nach dem ersten Beschluss seine Freude geäußert, dass es mit dem „Thaipark“ vorangehe: „Ich freue mich, dass die thailändische Gemeinschaft auch zukünftig in den Betrieb des Thai-Streetfoodmarktes eingebunden sein und damit ein wichtiger Teil der Vielfalt und Kreativität unserer City West bleiben wird.“

Oliver Schruoffeneger, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt, sagte: „Der Thai-Streetfoodmarkt soll in Zukunft mit deutlich geringeren Belastungen für das Wohnumfeld und nach dem „Zero-Waste-Prinzip“ durchgeführt werden. Wir etablieren ein Pfandsystem für Geschirr und haben das Ziel, Lebensmittelabfall zu reduzieren.“

Säfte, Obst, Haupt- und Nachspeisen: Die ganze Bandbreite der thailändischen Küche im „Thaipark“. Foto: Imago Images/Travel-Stock-Image

Müllproblem des „Thaiparks“ soll in den Griff bekommen werden

Oft waren Mülleimer völlig überfüllt, weitere Abfälle wurden einfach daneben gelagert oder teils einfach auf den Wiesen liegen gelassen. Neben der ausgewiesenen Verkaufsfläche soll es nun auch eine Lagermöglichkeit gegeben. Es sei laut Bezirksamt „der Bau von einem Multifunktionsgebäude am nördlichen Haupteingang des Parks geplant, in dem u.a. die mobilen Stände gelagert und weitere bezirkliche Angebote ermöglicht werden sollen.“

Während der Bauarbeiten im Preußenpark im Jahr 2021 ist ein provisorischer Marktbetrieb vorgesehen. Der Normalbetrieb soll dann nach Fertigstellung des Multifunktionsgebäudes starten.


Mehr zum Thema Parks und Gastro

Berlin hat jede Menge schöne Parks, die sich auch ohne kulinarisches Angebote lohnen. Allerdings gibt es in Berlins Parks auch einige ziemlich nervige Typen.

Jede Menge Trends aus der Berliner Gastroszene findet ihr in unserer tipBerlin Speisekarte 2021 – dazu natürlich wie jedes Jahr unsere besten Neueröffnungen des Jahres und mehr als 950 ausgesuchte Restaurantstipps für jeden Bezirk. Schau doch auch mal in unsere anderen Editionen rein!