Umland

Urlaub in Brandenburg: Traumhäuser

Wer sich schon als Kind nach Bullerbü geträumt hat, wird es im Brandenburg-­Urlaub ­finden: wo ­Eisvögel ­tauchen, ­Ponys schnauben und der ­nächste ­Badesee nur ein paar ­Schritte ­entfernt ist von der ­lauschigsten ­Unterkunft, die man sich ­wünschen kann. Der Sommer kann kommen! Wir stellen fünf Traumhäuser im Berliner Umland vor, die eigentlich bewohnbare Kunstwerke sind und ihre Bewohner glücklich machen

Foto: Ralf Podiebrad

Mühle mit Tauchturm
Historische Industrieanlagen üben auf viele Menschen eine große Faszination aus, denn sie wirken mondäner als heutige Zweckbauten. Die Ölfabrik in Wittenberge erinnert mit ihren dicken Mauern und verzierten Türmchen an eine mittelalterliche Burganlage. Die Gewölbe sind gemauert und teilweise noch rußgeschwärzt. Zwischen den massiven Gebäuden befand sich die repräsentative Fabrikantenvilla. Der erfolgreiche Kaufmann Salomon Herz leitete vor rund 150 Jahren von dort aus die Geschicke seiner Ölfirma, der ersten Deutschlands. Ihm hatten die Wittenberger den industriellen Aufschwung zu verdanken. All das wäre vermutlich in Vergessenheit geraten, hätten nicht nach der Wende die Prignitzer Unternehmer Lutz und Jan Lange die denkmalgeschützte, aber teils verfallene Ölfabrik gekauft und daraus eine multifunktionale Urlaubsanlage gemacht. Vom Lichtschalter bis zu den Badezimmer-Armaturen werden wir in die Gründerzeit zurückversetzt. Stilsicher saniert wurden auch der alte Verladeturm am Hafen und der Ölsaatenspeicher. In der Ölfabrik zu übernachten lohnt alleine schon wegen des herrlichen Blicks auf die Elbe. Doch es gibt noch mehr: das Restaurant mit Schaubrauerei sowie zwei Türme, in denen der Gast zwei sehr gegensätzliche Sportarten erlernen kann, Klettern und Tauchen. Zehn Meter hoch oder tief ist der Tauchturm und ähnliche Dimensionen hat auch der Indoor-Kletterturm. Es genügt aber auch ein Spaziergang über das weitläufige Gelände und am Elbufer entlang, der zeigt, was frühere und heutige Unternehmer zu schaffen imstande sind, wenn nicht nur die Rendite zählt, sondern auch der Mensch. Martin Hildebrandt

Alte Ölmühle Wittenberge
19322 Wittenberge, Bad Wilsnacker Straße 52, Tel. 03877-567 99 46 00, www.oelmuehle-wittenberge.de, mit dem ÖPNV: Bahnhof Wittenberge (1,3 km)


Foto: Wirth Alonso Architekten

Wasserturm am Park Sanssouci
Über sechs Stockwerke erstreckt sich die Ferienwohnung in diesem Anfang des 20. Jahrhunderts erbauten Turm, der einst der Wasserversorgung von Dampflokomotiven diente. Da ist neben dem herrlichen Ausblick auf den Wildpark und das Neue Palais auch gleich das Fitnessprogramm inbegriffen. Viele historische Details sind erhalten geblieben, etwa die Kuppeldecke im Erdgeschoss, die alten Eisentreppen und der historische Wassertank, in dem sich nun ein Wohnraum befindet. Verantwortlich für den Umbau in eine moderne, offene Wohnlandschaft mit vertikalen Sichtachsen und Platz für bis zu acht Personen ist ein deutsch-spanisches Architek-tenpaar.  Julia Schoon

Wasserturm am Park Sanssouci
Werderscher Damm 5, 14471 Potsdam, Tel. 0163-218 24 02, www.wasserturm.holiday, mit dem ÖPNV: Bhf Park Sanssouci (600m)


Foto: TWARCHITEKTEN

Wasserturm Waren
Fast erwartet man, dass Rapunzel ihr Haar herunterlässt, so märchenhaft wirkt dieser Klinkerbau mit dem spitzen Hexenhut-Dach und dem umlaufenden Balkon samt verspieltem Geländer. Der denkmalgeschützte Doppelturm steht auf dem Nesselberg, einer bewaldeten Anhöhe zwischen der Binnenmüritz und dem Feisnecksee. Zwei öffentliche Badestellen sowie der Nationalpark befinden sich in unmittelbarer Nähe und in der Dämmerung lassen sich Fledermäuse beobachten, die um den Turm sausen. Vier Ferienwohnungen mit Platz für jeweils zwei bis sechs Personen stehen hier zur Auswahl.  Julia Schoon

Wasserturm Waren
Auf dem Nesselberg 1, 17189 Waren (Müritz), Tel. 0151-41 64 07 11, www.bewahren.org, mit dem ÖPNV: Bhf Waren/ Müritz (2,6 km)


Foto: Jens Gyarmaty

Das Schwarze Haus
Dort, wo die Uckermark am schönsten ist, hat eine Familie aus Berlin sich dieses ungewöhnliche Ferienhaus bauen lassen, das sie auch vermietet: Die Längsseiten sind fast komplett verglast, eingefasst von einer groben Lärchenholzverschalung und gekrönt von einem schwarzen Satteldach mit kecker Zipfelform. Guckkasten nennen manche das vom Architekten Thomas Kröger entworfene Haus, denn die großen Fenster ermöglichen weite Aus-, aber auch Einblicke. Das Interieur ist ebenfalls offen gestaltet: mit Raumzonen, die sich durch Schiebetüren abteilen lassen. Die Schlafplätze befinden sich in von Blicken geschützten Alkoven, bis zu zehn Personen finden hier Platz. Julia Schoon

Das Schwarze Haus
Pinnow 26A, 17268 Gerswalde, www.dasschwarzehaus.de, mit dem ÖPNV: Bhf Seehausen (8,3km)


Foto: Klaus Schlage/ erlebnisbahn.de

Bahnhof Werder
Auf den ersten Blick sieht das Bahnhofsgebäude so aus, als würden hier noch im-mer Züge halten, sogar die Gleise sind noch vorhanden. Heute ist der einstige Bahnsteig jedoch eine Frühstücksterrasse und im Güterschuppen können größere Gruppen zusammensitzen, essen oder feiern – denn das Bahnhofsgebäude kann auch komplett gemietet werden. Der hübsche Bau aus hellem Ziegel mit roten Türen und Sprossenfenstern beherbergt fünf offen gestaltete Ferienwohnungen mit Platz für je zwei oder vier Personen. Ganz in der Nähe führt der Fläming Skate vorbei, die Fläming-Therme ist zwölf Kilometer entfernt. Julia Schoon

Bahnhof Werder
Weg nach Neuhof 36, 14913 Jüterbog OT Kloster Zinna, Tel. 03377-330 08 50, www.bahnhofwerder.de, mit dem ÖPNV: Bhf Jüterbog (7,4km)

Der Text stammt aus der Edition Brandenburg