Freibäder

Berliner Bäder: Die Freibadsaison startet – mit Einschränkungen

Ab heute heißt es „Bahn frei!“ an den Beckenrändern der Berliner Bäder. Wir müssen uns jedoch auf strengere Regeln einstellen – und wohl lernen, Abstand auch im Wasser zu halten.

Bahnen ziehen soll in den Berliner Bäder wieder möglich werden.
Bahnen ziehen soll in den Berliner Bäder wieder möglich werden – aber mit Abstand zum Nebenschwimmer. Foto: imago/Sven Lamber

Also doch – wir dürfen in’s Wasser. Zumindest im Sommerbad in Wilmersdorf, im Olympiastadion und in Spandau-Süd sowie das Strandbad Wannsee, verkündeten die Berliner Bäder Betriebe heute.

Bereits vorherige Woche hatte der Berliner Senat beschlossen, dass Freibäder unter strengen Hygiene- und Abstandsauflagen ab dem 25. Mai wieder öffnen dürfen. Momentan finden weitere Treffen mit den jeweiligen Gesundheitsämtern statt, bei denen die Betriebskonzepte der Freibäder geprüft werden. „Alles steht unter dem absoluten Vorbehalt der Entwicklung der offiziellen Infektionsschutzvorgaben“, sagt Dr. Johannes Kleinsorg, Vorstandsvorsitzender der BBB. Denn die Sicherheit der Badegäste und des Personals dürfe nicht gefährdet werden.

Freibadbesuch nur mit Einlassbeschränkungen

Aus diesem Grund werden sich Berliner*innen in dieser Freibad-Saison etwas umstellen müssen. Die für alle Freibäder gültigen Eckpunkte der Betriebskonzepte sehen neben geschlossenen Dusch- und Umkleideräumen die zeitliche beschränkung des Freibad-Aufenthaltes vor. Konkret: Badegäste können ausschließlich online eine Eintrittskarte zum Einheitspreis von 3,80 Euro für ein bestimmtes Zeitfenster erwerben – online bei den Berliner Bädern. Tickets gibt es immer eine Woche vorher, also wer am 8. August schwimmen gehen will, kann die Tickets ab dem 1. August kaufen.

Mit Ablauf der Badezeit müssen alle Besucher*innen das Freibad verlassen. Dieses wird dann eine Stunde lang gereinigt und desinfiziert, bevor es für das nächste Zeitfenster wieder geöffnet wird. Wie lange dieses Fenster sein wird, wird sich je nach Bad unterscheiden. „Die Stundenanzahl wird so angelegt sein, dass sowohl Schwimmer ihre Runden absolvieren als auch Familien baden gehen können“, sagt Oloew von den Berliner Bäder-Betrieben.

Allerdings werde der ganztägige Aufenthalt, so wie man es bisher kenne, erstmal nicht möglich sein, so der Sprecher weiter. Der Aufenthalt zum Sonnenbaden ist in den meisten Sommerbädern rund um die Schwimmbecken und auf den Beckenumgängen nicht möglich. Die Liegewiesen sind jedoch geöffnet – hier gilt, wie in den Berliner Grünanlagen auch, ein Mindestabstand von fünf Metern.

FKK am Wannsee nicht mehr erlaubt

Freunde der Freikörperkultur müssen im Strandbad Wannsee auf den gesonderten Abschnitt vorerst verzichten. Denn das Einheitsticket bezieht sich auf die gesamte Strandlänge. Würden jetzt sämtliche Badegäste den beschränkten FKK Bereich aufsuchen wollen, könnte man dort die Einheiltung der Abstandsregel von 1,5 Metern nicht mehr gewährleisten.

Ebenso wird der Aufenthalt im Becken limitiert sein. Denn Abstand halten gilt auch im Wasser. Deswegen kann nur eine beschränkte Anzahl von Badegästen gleichzeitig ins Becken hinein. Sollte dieses bereits voll sein, wenn man ankommt, muss man sich gedulden. Zusätzliches Personal am Becken wird diesen Ablauf koordinieren. Wer schon lange im Becken ist, wird eventuell gebeten, Platz für die nächsten Badegäste zu machen. In den Becken gelten besondere Schwimmregeln auf Doppelbahnen. Überholen ist nur möglich am Beckenrand, wenn die Bahn zu Ende geschwommen ist.

Die Berliner Bäder setzen auf Kooperation

Die Berliner Bäder setzen jedoch auf Kooperation seitens der Badegäste. „Ohne wird es nicht gehen, denn wir können nicht mit jedem einzeln sprechen.“, so Oloew.

An den Regeln wird deutlich, dass die Freibad-Eröffnung auf das Schwimmen ausgelegt ist. Damit aber auch Familien auf ihre Kosten kommen, werden Nichtschwimmerbecken geöffnet sein. Die Sprungtürme, Rutschen und Plantschbecken allerdings nicht. Mögliche Lockerungen dieser strengeren Bestimmungen sind abhängig von der Entwicklung des Pandemiegeschehens.

Eigentlich sei unter den Regeln der Pandemie ein Freibadbetrieb nicht möglich und das müsse allen klar sein, betont Oloew. „Wir wollen es trotzdem versuchen. Damit dieser Versuch gelingt und wir diese strengen Regeln eventuell aufweichen können, bitten wir alle mitzumachen.“

Es wird ein großes Freibad-Experiment. Augen zu und rein ins Wasser!

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