Pop-Sachbuch

Jens Balzer beamt uns in seinem neuen Buch in die wilden Siebziger

Bowie, Disco, Bumsen: So wild waren die Siebziger, das weiß Berlins berühmtester Pop-Journalist Jens Balzer und hat darüber ein Buch geschrieben

Foto: Sven Marquardt

Der Pop-Kritiker Jens Balzer (ehemals „Berliner Zeitung“, nun „Die Zeit“) liebt die vulgäre Sprache. „Scheide reiben, Felsen schlecken“ etwa hieß seine Besprechung des 2013er Berliner Rihanna-Konzerts. Balzer kann aber nicht nur durch den Kakao ziehen und auf die Kacke hauen, sondern er ist auch ein exzellenter Analytiker. War sein Buch „Pop“ (2016) noch sehr nah dran an seinen Konzertbesuchen und Interviews, geht es im neuen – stärker abstrahierend aber nicht minder spaßig – um „Das entfesselte Jahrzehnt. Sound und Geist der 70er“, begonnen 1969 bei Woodstock und der ersten Mondlandung. Wie der Titel schon andeutet, zieht Balzer die Links zwischen Science Fiction und David Bowie, zwischen „Herr der Ringe“, „Schulmädchenreport“ und Feminismus. Eine turbulente Reise, bei der klar wird, wie viel Populärkultur über eine Zeit verraten kann.

Kantine am Berghain Am Wriezener Bahnhof, Friedrichshain, Mi 12.6., 19 Uhr, AK 5 € (Lesung)