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Israelisches Konfliktszenario: Dror Zahavis „Crescendo #makemusicnotwar“ im Kino

Der Israeli Dror Zahavi, Jahrgang 1959, Hat noch zu DDR-Zeiten in Babelsberg Film studiert, lebt seit 1991 in Berlin und hat uns neben etlichen „Tatorten“ auch TV-Events wie „Die Luftbrücke“ beschert. Nun hat er nach „Alles für meinen Vater“ (2008) zum zweiten Mal eine Geschichte verfilmt, die eng mit seiner Heimat verknüpft ist.

Foto: Christian Lüdeke

Sonderlich begeistert ist Stardirigent Eduard Sporck (Peter Simonischek) nicht, als ihm die Kulturmanagerin Klara de Fries (Bibiana Beglau) vorschlägt, ein Orchester zu leiten, das ausschließlich aus jungen Palästinensern und Israelis bestehen soll. Sporck, Sohn von üblen Nazi-Ärzten, willigt doch ein und sieht sich bei der Vorauswahl in Tel Aviv jungen Musiker*innen von diesseits und jenseits des Zaunes konfrontiert, unter ihnen der schüchterne Klarinettist Omar (Mehdi Meskar) und die toughe Violinistin Layla (Sabrina Amali), beide aus dem Westjordanland. Da ist aber auch der selbstbewusste Jungstar-Geiger Ron (Daniel Donskoy) aus Israel.

Dror Rahavi und sein Koautor Johannes Rotter sind nun schlau genug, die anstehenden Proben und das langsame Zusammenwachsen der jungen Leute aus beiden Lagern nicht als Hollywood-taugliches Heititei zu erzählen. Nein, selbst einige aus dieser Generation stehen sich unversöhnlich gegenüber, entsprechend schwierig gestaltet sich die gemeinsame Arbeit in ein Südtiroler Idylle.

Mit viel Empathie und guten jungen Schauspielern entwirft Zahavi ein packendes Konfliktszenario, zudem überrascht der Plot mit unerwarteten Wendungen. Als Produzentin fungiert übrigens Alice Brauner, Tochter der im Juli 2019 verstorbenen Produzentenlegende Artur Brauner.

Crescendo #makemusicnotwar D/I/A 2019, 102 Min., R: Dror Zahavi, D: Peter Simonischek, Bibiana Beglau, Daniel Donskoy, Sabrina Amali, Mehdi Meskar, Start: 16.1.

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