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DEFA, der Mauerbau und eine große Liebesgeschichte: „Traumfabrik“ im Kino

Macht und Magie des Kinos: In „Traumfabrik“ plant ein junger Mann einen aufwändigen „Cleopatra“-Film, der nur dazu dienen soll, seine verlorene Liebe wiederzutreffen. Denn dem geplanten Wiedersehen war die Weltpolitik dazwischengekommen: der 13. August 1961

Foto: Julia Terjung / Tobis Film

Plötzlich trennten Mauer und Stacheldraht den naiven Jungen, der gerade in den DEFA-Studios als Komparse begonnen hatte, von der französischen Tänzerin, an die er sein Herz verlor. Als Emil sich dann versehentlich am Arbeitsplatz eines abwesenden Dramaturgen wiederfindet, fasst er seinen wahnwitzigen Plan. Und wo sollte so etwas funktionieren, wenn nicht in der Traumfabrik?

Die erlaubt es schließlich auch einem Träumer, über sich selbst hinauszuwachsen, was er – nun auch noch Regisseur – unter Beweis stellen kann, wenn er am Set gezwungen ist, zu improvisieren. Regisseur Martin Schreier beschwört in seinem dritten Langfilm die Magie des Filmemachens: Die Echtheit der Gefühle nimmt man den beiden Protagonisten ab, während der Schauplatz immer wieder für – vor allem komödiantische – Doppelbödigkeiten sorgt.

Nur dass die beiden Stars des fiktiven „Cleopatra“-Films so wenig Leinwandpräsenz haben, trübt den Eindruck: Ihre Theatralik kontrastiert mit der lässigen Professionalität, wie sie Ken Duken, Heiner Lauterbach und Michael Gwisdek in Nebenrollen verkörpern.

Traumfabrik D 2019, 128 Min., R: Martin Schreier, D: Emilia Schüle, Dennis Mojen, Ken Duken, Start: 4.7.

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