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„Miles Davis: Birth of the Cool“: Porträt über eine Jazzlegende

Ein Film über ein Genie

Miles Davis. Foto: Piece of Magic Entertainment

Miles Davis, geboren 1926, wuchs in einer Zeit auf, in der der afroamerikanische Jazz für alles Schlechte verantwortlich gemacht wurde, vom miesen Wetter bis hin zum Verfall der Sitten. Das Fazit am Ende des Filmporträts „Miles Davis: Birth of The Cool“: Ausgerechnet einem so schwierigen Charakter wie Miles Davis gelang das Kunststück, den Jazz salonfähig zu machen, ihn mit der Klassik zu versöhnen und dabei den Mainstream mit dem Underground zu verbinden, ohne auch nur eine einzige Note seiner Musik ausverkauft zu haben.

Dass seine Ausnahmekarriere auch damit zu tun hatte, zur richtigen Zeit am richtigen Ort den richtigen Leute zu begegnen – von der ersten Begegnung mit Charlie Parker und Dizzy Gillespie über das Jazz-Laboratorium der „Klangphysiker“ in der New Yorker 52nd Street bis hin zu seiner Zusammenarbeit mit dem weißen Jazzkomponisten Gil Evans – zeigt Stanley Nelson in seinem wunderbaren Film mittels einer elegant und dynamisch geschnittenen Montage, er vertieft das üppige Archivmaterial geschmeidig mit eingefügten Zeitzeugen-Interviews.

Das Sahnehäubchen ist Nelsons dramaturgischer Kniff, aus dem Off Davis’ Autobiografie zu zitieren, für die er mit Carl Lumbly die perfekte Erzählerstimme gefunden hat. Das gibt dem Film den „Bigger than Life“-Schliff, der Davis’ Leben mit all den Triumphen und Erfolgen, Tragödien und Eskapaden gerecht wird. Wenn dann noch die Dämonen des Miles Davis so charmant von seiner Muse Frances Taylor kommentiert werden, ist der Kinogenuss perfekt. Und hinzu kommt im Film die Musik von Miles Davis selbst – ein filmisches Meisterwerk für einen musikalischen Maestro. Andreas Döhler

Miles Davis – Birth of the Cool, USA 2019, 115 Min., R: Stanley Nelson, Start: 2.1.

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