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Aristokratical 

Die Kinoversion des Fernseh­serienhits „Downton Abbey“

König mit eigenem Personal: Wenn sich könig­licher Besuch ankündigt, liegen die Nerven blank – das gilt für die Herrschaften wie für die Dienerschaft, zumindest 1927 in Großbritannien

2019 Focus Features

Nach sechs Staffeln der TV-Serie „Downton Abbey“ bedient sich der Kinoableger eines bewährten Rezeptes: Man bewahrt die Essentials des Originals und fügt ein Ereignis hinzu, das größer ist – eben leinwandgeeignet. Was bei „Stromberg – Der Film“ ein Betriebsausflug war, ist hier der königliche Besuch. Beides funktioniert als Katalysator, der Konflikte verschärft. Bei „Downton Abbey“ sind es weniger die Konflikte zwischen Adel und ­Bediensteten als die Konflikte innerhalb beider Gruppen. Bei den Herrschaften um den Earl of Grantham (Hugh Bonne­ville) und Lady Mary ­(Michelle Dockery) ist es das Auftauchen einer Verwandten, Lady Bagshaw (Imelda Staunton), die bei der Mutter des Earl (Maggie Smith) Erinnerungen an einen Erbstreit auslöst. Die Dienerschaft sieht sich dadurch brüskiert, dass der König sein eigenes Personal mitbringt.
Das Drehbuch des Serienschöpfers Julian Fellowes bedient, was Fans erwarten: einen Mix aus Nostalgie für eine ­vergangene Gesellschaftsordnung, deren Protagonisten gleichwohl wissen, dass ihre große Zeit vorüber ist. Zuschauer, die mit dem Kinofilm erstmals der „Downton Abbey“-Welt begegnen, dürften angesichts der großen Anzahl von Figuren zu Beginn verzweifeln – Durchhalten lohnt sich.

Downton Abbey GB 2019, 118 Min., R: Michael Engler, D: Hugh Bonneville, Jim Carter, Michelle Dockery, Elizabeth McGovern, Maggie Smith, Imelda Staunton, Start: 19.9.

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