Horrorfilm-Remake

„Friedhof der Kuscheltiere“ im Kino

Der Horrorfilm basiert auf dem gleichnamigen, 1983 erschienenen Roman von Stephen King, in dem dieser Elemente aus „Frankenstein“ mit Motiven aus Indianer-Legenden mischt

Paramount Pictures Germany

Hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen … äh, nein, vielmehr in den endlosen Wäldern hinter dem kleinen Tierfriedhof, der an das Grundstück der Creeds grenzt – dort liegt ein indianischer Begräbnisplatz, mit dessen besonderen Fähigkeiten kein Schindluder getrieben werden sollte. Was aber mal wieder niemanden davon abhält, es trotzdem zu tun. Und dann bekommen sie natürlich die Quittung. Hybris kommt vor dem Fall, so war das im Horrorfilm schon immer; im vorliegenden Fall büßt Dr. Louis Creed – der mit seiner Familie eben erst ins bekanntlich nur vordergründig beschauliche Maine gezogen ist, um dort etwas Ruhe zu finden – den wahnwitzigen Einfall, er könne sich zum Herrn über Leben und Tod aufschwingen.

„Friedhof der Kuscheltiere“ basiert auf dem gleichnamigen, 1983 erschienenen Roman von Stephen King, in dem dieser Elemente aus „Frankenstein“ mit Motiven aus Indianer-Legenden mischt, ein paar gute Prisen Traumatisierung, Todesangst und Küchenpsychologie hinzugibt, und solcherart ein Grauen hervorruft, das einem stetig sanft sich steigernd den Rücken hinaufkriecht – bis einem schließlich die Haare zu Berge stehen ob des statthabenden Wahnsinns.

Die Verfilmung – es ist die zweite Adaption des Stoffes nach jener von Mary Lambert aus dem Jahr 1989 – geht da etwas handfester, soll heißen: plakativer zur Sache und kann sich so manch branchen-üblichen Buheffekt nicht verkneifen. Dann aber dreht das Regieteam überraschend auf und der Film völlig ab; Besessenheit kriecht in des Doktors verschattete Augen, die Leichen bleiben nicht länger im Keller, Albträume gehen in Tagträume über, Visionen und Phantome behaupten Realität. Gemeinsam bohren sich VaterMutterKind in Trauer, Wut und Verweigerung. Und mit einem Mal steht die Zombifizierung gleich einer ganzen Kernfamilie auf der Agenda – und der Film entwirft eine wahrhaft B-Horror-würdige Metapher für Familienbande. Alexandra Seitz

Friedhof der Kuscheltiere USA 2019, 101 Min., R: Kevin Kölsch und Dennis Widmyer; D: Jason Clarke, Jeté Laurence, Amy Seimetz, Start: 4.4.

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