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Überlebenshorror

Schwarzhumorig: „Ready or Not – Auf die Plätze, fertig, tot“ im Kino

Die Hochzeitsnacht hätte Grace sich romantischer erhofft. Doch kaum hat sie sich mit ihrem Liebsten aufs Zimmer zurückgezogen, taucht Alex’ verknöcherte Tante Helen auf, um die beiden Turteltäubchen ans noch zu absolvierende Ritual des Familienclans zu erinnern

20th Century Fox

Da ihr Gatte nur Andeutungen macht, worum es geht, kommt Grace der Aufforderung von Alex’ Vater nach, im Kreis sämtlicher Familienmitglieder aus einer uralten Box eine Karte zu ziehen und bis zum Morgengrauen beim darauf aufgedruckten Spiel mitzutun.

Immerhin haben die Le Domas ihren Reichtum mit Spielkarten, Casinos und ähnlichem erwirtschaftet, weshalb Grace dies für eine jener typischen Upperclass-Macken hält. Und nachdem sie der Box eine „Hide and Seek“-Karte entnimmt, scheint ihr der Speiseaufzug ein sicheres Versteck. Erst mit Alex’ Geständnis, dass hier ein Spiel auf Leben und Tod in die Gänge kommt, realisiert die Braut den Ernst der Lage.

Während sie ihr Brautkleid kürzt und die Stöckelschuhe gegen Sneakers tauscht, bringt die Regie ein schweißtreibendes Katz-und-Maus-Spiel auf Touren, dass zügig blutig ausufert. In „Kill Bill“-Manier wächst die Blondine Grace ein ums andere Mal über sich hinaus und meuchelt sich dem explosiven Finale entgegen. Dabei werden die Gewaltexzesse comic-artig überzeichnet, so dass „Ready or Not“ als rabenschwarze Gothic-Horror-Comedy gelten kann, an der nur aristokratische Schnösel keine Freude haben dürften. Und wurde der Traualtar-Spruch „… bis das der Tod euch scheidet“ je kraftvoller in die Tat umgesetzt?

Ready or Not – Auf die Plätze, fertig, tot USA 2019, 95 Min., R: Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett, D: Samara Weaving, Andie MacDowell, Mark O´Brien, Henry Czerny, Adam Brody, Start: 26.9.

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