Film zur Serie

Comeback der Kultserie: „Berlin, Berlin – Der Kinofilm“ läuft auf Netflix an

Nach der ARD-Vorabendserie „Berlin, Berlin“ folgt „Berlin, Berlin – Der Kinofilm“. Und eins ist weiterhin klar: Liebe ist kompliziert und die Hauptfigur Lolle hat es nicht leicht. Eine charmante aber etwas bemühte Adaption des Serienstoffs für ein größeres Format. Ins Kino kommt der Streifen aber vorerst nicht, deshalb wird die Premiere auf Netflix gefeiert.

Lolle in "Berlin, Berlin – Der Kinofilm", der Kinofilm zur Serie läuft auf Netflix an
„Berlin, Berlin – Der Kinofilm“ – Lolle (Felicitas Woll) und Dana (Janina Uhse). Foto: Real Film/Stefan Erhard

Ein bisschen Kult war die ARD-Vorabendserie „Berlin, Berlin“, die zwischen 2002 und 2005 von den Liebeswirren des Landeis Lolle (Felicitas Woll) erzählte. Lolle kommt nach Berlin, will Comics zeichnen und hat mit Männern zu kämpfen. Daran hat sich auch in der verspäteten Kinoversion nichts geändert, die im Zuge der anhaltenden Retro-Welle wohl erfolgsversprechend klang. Erinnern wir uns: Am Ende der vierten Staffel gestanden sich Lolle und ihr On-Off-Freund Sven (Jan Sosniok) ihre Liebe und wanderten nach Australien aus.

„Berlin, Berlin“ als Kinofilm: Lolle vor Gericht – und bei Netflix

Aus dem ewigen Glück wurde jedoch wenig überraschend nichts. Zu Beginn der Kinoversion steht Lolle daher kurz vor der Hochzeit mit Hart (Matthias Klimsa), doch auch daraus wird – wie sich das für Lolle gehört – nichts. Stattdessen findet sich die inzwischen nicht mehr rothaarige Lolle vor Gericht wieder. Sie wird zu Sozialstunden verdonnert, wo sie die junge Dana (Janina Uhse) kennenlernt. Eine neue beste Freundin also, wie sie Lolle in fast jeder Staffel an die Seite gestellt bekam. 

Seltsamerweise spielt die Handlung größtenteils außerhalb von Berlin. Meist in den Wäldern des Harzes, was vermutlich an günstigeren Dreharbeiten lag. Ansonsten ist alles beim Alten geblieben, zumindest fast. Comiceinsprengsel suggerieren Jugendlichkeit, Lolle zieht immer noch viele Schnuten, die Liebe ist kompliziert, Freundschaften auch.

Ein bisschen bemüht wirkt das Ganze zwar ohne Frage. Mit seinen kurzen 80 Minuten Länge und seiner anekdotischen Handlung ähnelt „Berlin, Berlin – Der Kinofilm“ auch eher einer langen Doppelfolge als einem richtigen Kinofilm. Doch nach trägem Beginn entsteht doch noch jener Charme, der die Serie auszeichnete.

Berlin, Berlin – Der Kinofilm D 2020, 80 Min., R: Franziska Meyer Price, D: Felicitas Woll, Jan Sosniok, Matthias Klimsa, Start: 8.5. auf Netflix.


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