hommage

Wenig schwache Töne

Eine tiefe Verbeugung vor einer Opern-Ikone

Hat immer mehr bestellt: Pavarotti
Foto: Wild Bunch Germany

Die etwas peinlicheren Geschichten werden natürlich nicht erzählt. Zum Beispiel, dass „Big P.“ bei Restaurant-Besuchen immer für zwei Personen mehr bestellte als am Tisch saßen. Mit der Erklärung, die kämen noch. (Er hat natürlich dann alles selber verputzt.) Stattdessen kommen alle Geliebte und Ehefrauen zu Wort, deren Oscar-Preisträger Ron Howard („Apollo 13“) nur habhaft werden konnte. Der Weg vom Opern-Divo zum Pop-Star, von den Anfängen in Modena bis zu den großen „Pavarotti & Friends“-Events, wird beflissen nachgezeichnet.

Dass Luciano Pavarotti, der vor zwölf Jahren verstorbene Jahrhundert-Tenor, ein Pop-Star der Klassik gewesen sei, stimmt zwar. Er war aber nicht der erste, das waren Mario Lanza und Enrico Caruso. Etwas zu prompt landet der Film denn auch bei der Nennung der Stiftung, die Pavarotti ins Leben rief.

Dafür aber wartet der Film mit so viel grobkörnigem Archiv- und Super 8-Material auf, dass man aus dem Staunen über das Können dieses Mannes nicht herauskommt. Besser hat Pavarotti wohl nie geklungen! Ein schwächerer Ton ist nicht zu hören (obwohl es durchaus welche gab). Plácido Domingo und José Carreras, die beiden anderen der „Drei Tenöre“, kommen ebenfalls bewundernd zu Wort. Der Dirigent Zubin Mehta erzählt, dass das chartträchtige Stadion-Event (erstmals zur Eröffnung der Fußball-WM 1990) vor allem deswegen zustande kam, weil alle drei glühende Fußball-Fans waren.

Luciano Pavarotti selber meint, dass sein Vater die bessere Stimme besessen habe. Die Mutter dagegen sagt, dass sie beim Sohn etwas verspüre, was sie sogar bei ihrem Ehemann nicht verspürt habe. Viva Italia!Kai Luehrs-Kaiser

Pavarotti, USA 2019, 114 Min., R.: Ron Howard, Start: 26.12.

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