Die Band Deichkind hat Schauspieler Lars Eidinger als Pinsel benutzt und ein riesiges Bild gemalt. Das wird jetzt für einen guten Zweck verkauft.
Deichkind tauchten Lars Eidinger mit Kran in den Farbeimer
Die Hamburger Band Deichkind ist berühmt für Elektronische Musik und Dada-Krawall. Der Berliner Schauspieler Lars Eidinger ist berühmt für die virtuose Darstellung extremer Charaktere und auch ein bisschen seiner Selbst. Eine perfekte Kombination also für eine beeindruckende wie größenwahnsinnige Aktion, bei der ein Mensch zum lebendigen Pinsel wird. Genutzt wurde das Material im Winter auf der Deichkind-Tour – als Intro-Film.
Zu sehen ist Lars Eidinger, der nackig in einem weißen Raum liegend über eine Gurtvorrichtung an den Knöcheln von einem Kran hochgezogen wird. Er schwebt durch einen weißen Raum, wird in einen großen Bottich mit blauer Farbe getunkt und anschließend über eine gigantische Leinwand geschleift. Untermalt ist das Ganze mit einer elegischen Komposition des niederländischen Cellisten Ernst Reijseger.
Das Video kann man sich, nach einem Bericht der „Monopol“, auch auf dem Videoportal Vimeo – hier anschauen.
Der Mensch als Pinsel: Die Deichkind-Nummer ist nicht ganz neu
Die Idee, mit Menschenkörpern Bilder zu malen ist nicht neu. In den 1960ern sorgte der Künstler Yves Klein für großes Aufsehen, als er Frauen mit dem von ihm patentierten Yves-Klein-Blau bestrich und sie gegen Leinwände drückte. Doch Deichkind referieren mit ihrer Aktion nicht nur Klein, sondern auch den Renaissance-Meister Michelangelo. Denn das entstandene Gemälde mit dem Titel „Erschaffung Lars“ soll dessen Deckenfresko „Die Erschaffung Adams“ zitieren, wie es in dem Monopol Artikel heißt.
Eine Mensch-Pinsel-Fatasie schwebte ihnen schon länger vor, erzählt Deichkind-Mitglied La Perla dem Magazin. Zusammen mit den Künstlern Björn Beneditz und Christian Rothmaler steuerte er den Kran, an dem Eidinger kopfüber hing.
Start-Next Kampagne zur Unterstützung der Deichkind-Crew
Das entstandene fast neun Meter hohe und knapp 19 Meter lange abstrakte Gemälde diente als Hintergrund bei den dadaistischen Bühnenshows. Wer ein verdammt großes Wohnzimmer und etwas Geld übrig hat, kann das Werk nun im Rahmen einer Start-Next-Kampagne für 149.000 Euro erwerben. Und damit noch etwas Gutes tun.
Es ist das teuerste all der Dankeschöns, die Deichkind bereitwilligen Spender*innen anbieten. Nach Ablauf der Kampagne soll der gesamte Gewinn an Menschen verteilt werden, die das Projekt Deichkind möglich machen. Denn die Crew ist, so wie sämtliche Künstler*innen und Kulturarbeiter*innen momentan, auf finanzielle Unterstützung angewiesen.
Eigentlich haben wir Lars Eidinger lieb, einige seiner Aktionen wie die Aldi-Designertasche fanden wir allerdings so peinlich, dass er auf unserer Peinlichen-Liste landete. Aber so richtig genervt haben uns noch ganz andere Berliner*innen. Während Konzerte und Partys ausbleiben, bieten Berliner Clubs ihre Räume für alternative Nutzungskonzepte. Von Kunst im Berghain bis zum Corona-Test im KitKat.