Kids und Teens

Literatur für Kinder beim Internationalen Literaturfestival Berlin

„Mein Herz hüpft und lacht!“ – Nicht nur für Große: Das Internationale Literaturfestival präsentiert auch tolle Texte für Kinder und Jugendliche in Lesungen und Workshops

Komm, wir bauen einen Bücherturm: Festival-Ausstellung „Das außergewöhnliche Buch“ Foto: Norman Konrad / www.normankonrad.de

„Die Böckchen-Bande“ ist eine ganz besondere: Vielleicht eine Familie – Vater und zwei Söhne? Vielleicht aber auch nur drei Böckchen unterschiedlichen Alters, die gemeinsam immer wieder Abenteuer mit einem furchteinflößenden Troll erleben. Die Geschichten der Bilderbuch-Reihe aus Norwegen berichten von alltäglichen Geschehnissen wie Urlaub oder Einschulung mit anarchischer Fantasie und viel Humor. Fans der Böckchen-Bande können auf dem Festival der Illustratorin Gry Moursund begegnen, die die skurrilen Texte von Bjørn F. Rørvik mit ihrem bunten, unkonventionellen Strich bebildert. Sie wird bei der Eröffnung der Ausstellung mit Böckchen-Bildern in der Krumulus Buchhandlung in Kreuzberg am 14. September anwesend sein.

Das Internationale Literaturfestival präsentiert seit seiner ersten Ausgabe 2001 jedes Jahr im September in einer eigenen Sektion verrückte, spannende und herausfordernde Texte für Kinder und Jugendliche. Anbiedern gilt nicht: „Für die Auswahl der Autoren und Autorinnen, die wir einladen, ist ausschließlich die literarische Qualität ihrer Texte ausschlaggebend“, so Christoph Rieger, der die Kinder- und Jugendsektion seit 2011 leitet. Er freut sich besonders über den Besuch der amerikanischen Autorin Elizabeth Acevedo, die mit der Lesung aus ihrem in Versform verfassten Roman „Poet X“ am 11. September im HAU 1 das Festival eröffnet. Elizabeth Acevedo hat in den USA den National Book Award und die Carnegie Medal gewonnen und erzählt in ihrem „New York Times“-Bestseller die Emanzipations-Geschichte eines schwarzen Mädchens, das den Poetry Slam als starkes Ausdrucksmittel für sich entdeckt.

Für literarische Qualität steht auch seit vielen Jahren Rose Lagercrantz. Sie ist trotzdem jetzt erst zum ersten Mal beim Festival mit ihrer Trilogie über das Mädchen Dunne und ihre Freundin vertreten. Die einfache und zugleich konzentrierte Sprache der schwedischen Autorin in Büchern wie „Mein Herz hüpft und lacht!“ beeindruckt Christoph Rieger: „Rose Langercrantz‘ Geschichten und die kongenialen Illustrationen von Eva Eriksson sind einzigartig im Bereich Bücher für Erstleser.“

Das Festival legt in diesem Jahr einen Focus auf nordische, insbesondere norwegische Autor*innen, da Norwegen auch Gastland der Frankfurter Buchmesse im Oktober ist. Das Buch „Bösemann“ der norwegischen Lyrikerin Gro Dahle verarbeitet das Thema Häusliche Gewalt sehr feinfühlig und visuell eindrücklich in den Illustrationen von Svein Nyhus.

Neben Norwegen und Schweden gehören auch Argentinien, Neuseeland, Frankreich und Simbabwe zu den Herkunftsländern der schriftstellernden Gäste. Sie alle haben den Auftrag, ein Lieblingsbuch mitzubringen: Seit 2011 zeigt die jeweilige Festival-Ausstellung „Das außergewöhnliche Buch“ in der Philipp-Schaeffer-Bibliothek in Mitte diese besonderen Buchempfehlungen und hält sie auch nach dem Festival zur Ausleihe bereit.

Weil die meisten Lesungen und Workshops unter der Woche vormittags und also eher für Kitas und Schulkassen angeboten werden, empfiehlt sich für Familien ein Besuch des Internationalen Lesefestes am 15. September (Gelbe Villa, Kreuzberg, ab 11 Uhr). Hier ist in Workshops, Kindertheateraufführungen und Lesungen von Autorinnen und Autoren aus China, Peru und Niederlande die ganze Welt zu Gast.

Internationales Literaturfestival Berlin 11.–21.9., alle Termine, Informationen, Eintrittspreise und Veranstaltungsorte unter www.literaturfestival.com/festival/kjl