Sehenswürdigkeiten

Diese 12 Türme in Berlin sind besonders wichtig, schön und nützlich

Hoch hinaus, das wollen viele. Tatsächlich ist Berlin eine Stadt, in der das sehr gut geht. Damit meinen wir mal nicht die Karriereleiter – oder dass manche Berliner*innen ganz gern high sind. Es geht viel mehr um die vielen besonderen Türme, die das Stadtbild Berlins prägen.

Dass Berlin zu Türmen eine besondere Verbindung hat, ist offensichtlich: Eins der wohl bekanntesten Wahrzeichen der Stadt ist? Ein Turm! Der Berliner Fernsehturm nämlich, mit seinen 368 Metern ja nun auch das höchste Gebäude Deutschlands.

Aber es stehen noch andere Türme in Berlin. Im Westen liebt man den Funkturm und den idyllisch gelegenen Grunewaldturm. Der Radarturm am Tempelhofer Feld kann zwar nicht betreten werden, ist aber markant und fotogen zugleich und der Müggelturm in Köpenick ist immer einen Ausflug wert.

Wer hoch hinaus oder sich einfach nur an der Architektur erfreuen will, sollte einen Ausflug zu einem dieser Türme unternehmen. Wir haben 12 besondere Türme für euch herausgesucht.

Berliner Fernsehturm

Der Fernsehturm gehört zu Berlin dazu wie die Currywurst und der Döner.
Einer der berühmtesten Türme der Welt: Der Fernsehturm gehört zu Berlin dazu wie die Currywurst und der Döner. Foto: Imago/Spicker

Mitte der 1960er-Jahre wollte die SED ein Zeichen setzen und ließ den Architekten Hermann Henselmann eine aufsehenerregende Konstruktion auf den Alexanderplatz bauen. Mit seinen 368 Metern überragt der Fernsehturm bis heute die Stadt. Es war seinerzeit das zweithöchste Gebäude der Welt und ist bis heute das höchste in Deutschland sowie das vierthöchste Europas. Längst ist der Fernsehturm mit seiner verglasten Kugelform und dem Drehrestaurant das Berliner Wahrzeichen überhaupt.


Funkturm

In West-Berlin steht der Funkturm und überragt die Messegebäude an der Stadtautobahn. Foto: Imago/Joko
In West-Berlin steht der Funkturm und überragt die Messegebäude an der Stadtautobahn. Foto: Imago/Joko

Gebaut wurde die Stahlkonstruktion des Architekten Heinrich Straumer bereits 1926 anlässlich der dritten Ausgabe der „Großen Deutschen Funk-Ausstellung Berlin“. Ganz klar diente der Pariser Eiffelturm hier als Referenz, auch wenn die Berliner Variante mit 146,7 Metern deutlich kleiner ausfiel als das französische Vorbild. Mit Aussichtsplattform und Turmrestaurant gehört der „Lange Lulatsch“, wie der Funkturm im Volksmund genannt wird, klar zur Berliner Skyline dazu. Nach dem Mauerbau wurde er zu einem Symbol für West-Berlin.


Grunewaldturm

Grunewaldturm in Berlin: Das Restaurant und der Biergarten sind vor allem im Sommer einen Ausflug wert, schon allein wegen der wunderbaren Sonnenuntergänge.
Der Biergarten und das Restaurant im Grunewaldturm sind ein beliebtes Ausflugsziel. Foto: Imago/Schöning

Franz Schwechten, ein hervorragender Architekt des deutschen Historismus, wurde Ende des 19. Jahrhunderts damit beauftragt, ein Denkmal anlässlich des 100. Geburtstages von Kaiser Wilhelm I. zu entwerfen. So entstand der an die Gotik angelehnte Backsteinbau mitten im Grunewald. 1899 feierlich eröffnet und 55 Meter hoch, bietet der auf einer Anhöhe gelegene Bau von der Aussichtsplattform aus einen wunderbaren Ausblick über Wälder und Seen. Das Restaurant und der Biergarten sind vor allem im Sommer einen Ausflug wert, schon allein wegen der wunderbaren Sonnenuntergänge.

  • Grunewaldturm: Havelchaussee 61, Grunewald

Müggelturm

Der Müggelturm, der auch von Sportlern auf ungewöhnliche Art benutzt wird, wurde kürzlich saniert und bietet einen guten Ausblick über die Umgebung.
Müggelturm und Biergarten in Köpenick. Foto: Imago/Schöning

Der Köpenicker Unternehmer Carl Spindler ließ um 1880 auf dem Kleinen Müggelberg einen hölzernen Aussichtsturm bauen. Damit war der Ort im Südosten Berlins als Ausflugsziel etabliert. Nach vielen Umbauten und einem Brand, entschied man um 1958 herum, an gleicher Stelle einen neuen Turm zu bauen. Die „Berliner Zeitung“ rief einen Architekturwettbewerb aus und drei Architekturstudenten von der Kunsthochschule Weißensee erhielten den Zuschlag für ihr Projekt. Jörg Streitparth, Siegfried Wagner und Klaus Weißhaupt konzipierten die rechteckige, 29,61 Meter hohe Konstruktion in Stahlbetonskelettbauweise. Der Müggelturm, der auch von Sportlern auf ungewöhnliche Art benutzt wird, wurde kürzlich saniert und bietet einen guten Ausblick über die Umgebung.


Radarturm am Tempelhofer Feld

Heute wird der 70 Meter hohe und 1982 von der US-Army errichtete Radarturm auf dem Tempelhofer Feld von der Deutschen Luftwaffe betrieben.
Radarturm auf dem Gelände des ehemaligen Flughafen Tempelhof. Foto: Imago/Kraft

Der schneeweiße Turm am östlichen Rand des Tempelhofer Feldes ist ein architektonisches Wunderwerk. Auch bei größtem Sturm bewegt sich das Radom, so wird der kugelförmige Aufbau von Experten bezeichnet, keinen Millimeter. Das liegt an dem Suppenschüsselprinzip. Bei Erschütterungen schwanken zwar die vier Pfeiler auf denen die Kugel ruht, aber das Herz der Radartechnik, die den Flugverkehr auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof im Radius von weit mehr als 400 Kilometern überwachte, steht still. Heute wird der 70 Meter hohe und 1982 von der US-Army errichtete Turm von der Deutschen Luftwaffe betrieben. Besichtigungen sind nicht möglich, aber wer über das Tempelhofer Feld läuft, kann den Radarturm aus der Ferne bewundern.


Türme am Frankfurter Tor

Die bekanntesten Zwillingstürme Berlins stehen am Frankfurter Tor in Friedrichshain.
Karl Marx Allee am Frankfurter Tor. Die beiden Türme markieren die Blickachse in Richtung Alexanderplatz. Foto: Imago/Imagebroker

Die bekanntesten Zwillingstürme Berlins stehen am Frankfurter Tor in Friedrichshain. An der riesigen Kreuzung markieren sie die Blickachse zum Alexanderplatz und gehören zu dem architektonischen Ensemble der „Arbeiterpaläste“, die sich entlang der Frankfurter- und Karl-Marx-Allee entlangziehen. Gebaut wurden die beiden Turmhochhäuser mit Kuppeldächern um 1957 nach den Plänen des Architekten Hermann Henselmann. Heute sind sie immer noch bewohnt, im Erdgeschoss des rechten befindet sich seit Jahren die Galerie im Turm – und das Penthouse des linken dient als Lounge und kann für private Veranstaltungen gemietet werden.


Wasserturm Fidicinstraße 

Der Wasserturm in Kreuzberg sieht so aus, wie Kinder sich einen Turm vorstellen und mit seinen stattlichen 50 Metern wirkt er wie ein mittelalterlicher Wehrturm.
Der aus Backstein gebaute Wasserturm an der Ecke Fidicin- und Kopischstraße in Kreuzberg. Foto: Imago/Schöning

Unweit der Bergmannstraße und Marheinekehalle ist der Chamissoplatz mit seinen kleinen Restaurants und dem Ökomarkt das charmante Herz des bürgerlicheren Teils von Kreuzberg. Am südlichen Ausläufer des Kiezes, genau an der Ecke Fidicin- und Kopischstraße, ragt der Wasserturm in die Höhe. 1887-88 nach Plänen von Hugo Hartung und Richard Schultze erbaut, sieht der Rundturm aus Backstein so aus, wie Kinder sich einen Turm vorstellen. Und mit seinen stattlichen 50 Metern wirkt er wie eine mittelalterliche Wehranlage. Dabei diente der denkmalgeschützte Bau stets friedlichen Zwecken. Bis 1960 als Wasserhebestation, später als Wohnraum und seit den 1980er-Jahren als Kinder- und Jugendfreizeitzentrum.


Wasserturm Prenzlauer Berg

Der Wasserturm zwischen Knaackstraße und Belforter Straße wird heute bewohnt. Foto: Imago/Schöning
Der Wasserturm zwischen Knaackstraße und Belforter Straße wird heute bewohnt. Foto: Imago/Schöning

Die Fertigstellung erfolgte 1877, damit ist der Wasserturm zwischen Knaackstraße und Belforter Straße der älteste Turm dieser Art in Berlin und hat es sogar auf das Bezirkswappen von Prenzlauer Berg geschafft. Von den Berlinern wurde der pralle Rundbau liebevoll „Dicker Hermann“ genannt. Der Wasserversorgung dient er schon lange nicht mehr, schon zu DDR-Zeiten wurde er als Wohnraum genutzt. Damals lag der Quadratmeterpreis bei einer Mark (Ost), das hat sich im Kiez rund um den Kollwitzplatz radikal verändert. Während des Dritten Reichs nutzten die Nazis das anliegende Maschinenhaus als „wildes Konzentrationslager“, in dem sie Juden, Kommunisten und Homosexuelle gefangen hielten. Das Gebäude existiert heute nicht mehr, stattdessen ist dort ein kleiner Park, der an den Wasserturm grenzt.

  • Wasserturm Prenzlauer Berg, zwischen Knaackstraße und Belforter Straße

Radartürme auf dem Teufelsberg

Die drei weißen Kuppeln über dem Grunewald gehören zur ehemaligen US-Abhöranlage. Foto: Imago/STPP
Die drei weißen Kuppeln über dem Grunewald gehören zur ehemaligen US-Abhöranlage. Foto: Imago/STPP

Der Teufelsberg ist ein Ort des Kalten Krieges. Bereits in den 1950er-Jahren erschloss die in West-Berlin stationierte US-Army das Gebiet und errichtete auf dem 120 Meter hohem Trümmerberg eine Abhöranlage mit drei Radartürmen. Von dort wurde der Ostblock belauscht. Nach der Wende und dem Abzug der Alliierten verwahrloste das verlassene Areal. David Lynch wollte dort mal ein Meditationszentrum errichten, aber aus den Plänen ist nichts geworden. Heute ist das verwilderte Terrain ein beliebter Hintergrund für Hipster-Touristen, die sich zwischen den heruntergekommenen und mit Graffiti übersäten Bauten für ihr Instagram-Profil fotografieren. Das benachbarte Ökowerk und der Grunewald machen den Ort zu einem wunderbaren Ausflugsziel.


Fernmeldeturm auf dem Schäferberg

Im Vordergrund die Havel und im Hintergrund der Sendeturm auf dem Schäferberg.
Im Vordergrund die Havel und im Hintergrund der Sendeturm auf dem Schäferberg. Foto: Imago/Martin Müller

Für die Öffentlichkeit ist der von der Landespostdirektion Berlin errichtete 212 Meter hohe Turm nicht geöffnet. Seit 1964 sendet er aber vom Schäferberg Radio- und Fernsehsignale in die Umgebung. Richtig schön ist dieser dritthöchste Turm der Stadt ja nicht. Aber wer rund um den Schäferberg unterwegs ist oder in der Gegend einen Bootsausflug auf der Havel unternimmt, bekommt ihn zwangsläufig zu Gesicht. Und schließlich sind Ausflüge ans Wasser immer besonders schön.

  • Fernmeldeturm auf dem Schäferberg: Im Jagen 88, Wannsee

Glockenturm der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und der Glockenturm
Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und der Glockenturm. Foto: Imago/epd

Richtige berühmte Kirchtürme hat Berlin nicht. Aber immerhin einen markanten Glockenturm. Die Betonkonstruktion mit den blauen Glasbausteinen des sechseckigen Glockenturms ist einzigartig. Im Jahr 1957 gewann der Architekt Egon Eiermann den Architekturwettbewerb und setzte neben dem Glockenturm auch den neuen Kirchenbau, ebenfalls aus Glasbausteinen errichtet, neben die im Zweiten Weltkrieg zerstörte aber als Denkmal erhaltene Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.


Bonus: Einsteinturm in Potsdam

Der Einsteinturm auf dem Telegrafenberg in Potsdam
Der Einsteinturm auf dem Telegrafenberg in Potsdam. Foto: Imago/epd/Rolf Zöllner

Dieser Turm ist zwar in Potsdam und nicht in Berlin, aber die Hauptstadt Brandenburgs ist leicht erreichbar und Potsdam ist immer einen Ausflug wert. Der Architekt Erich Mendelsohn wollte mit seinem Entwurf für den Einsteinturm der Relativitätstheorie des Physikers Albert Einstein Ausdruck verleihen. Die Struktur von Raum und Zeit und das Wesen der Gravitation sollten hier unweit anderer wissenschaftlicher Einrichtungen auch in der Architektur zum Thema gemacht werden.

  • Der Einsteinturm auf dem Telegrafenberg in Potsdam: Albert-Einstein-Straße, Potsdam

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