Berlin verstehen

Wie Berlin-Mitte in den 1980er-Jahren aussah: 12 Fotos aus einer anderen Zeit

Mitte ist das Herz von Berlin. Diese Fotos zeigen, wie der Bezirk in den 1980er-Jahren aussah, also im letzten Jahrzehnt vor der Wende. Der Glanz des alten Preußens verfiel damals, die Altbauten waren marode. Doch daneben beeindruckten die Prunkbauten des Sozialismus. Hier sind 12 Fotos, die nach Berlin-Mitte der 1980er führen.


Das Zentrum von Berlin

Blick auf das Zentrum von Berlin mit Dom, Fernsehturm und Außenministerium, 1988.
Blick auf das Zentrum von Berlin mit Dom, Fernsehturm und dem DDR-Außenministerium, 1988. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Die Stadtmitte: das Machtzentrum der DDR mit den symbolträchtigen Bauten wie dem Fernsehturm und dem Außenministerium. Der Sozialismus befand sich 1988 zwar im Niedergang, aber vom Mauerfall und dem Ende des SED-Staates im Jahr darauf wagten damals nur die wenigsten zu träumen.


Lottumstraße

Lottumstraße Ecke Christinenstraße, 1987.
Lottumstraße Ecke Christinenstraße, 1987. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Heute eine idyllische Wohnstraße mit sanierten Altbauten, 1987 war die Lottumstraße noch weitgehend leer und öde. Keine Cafés, keine kleinen Läden, dafür zugemauerte Fensterfronten.


Auguststraße

Blick von der Gipsstraße zur Auguststraße, 1981.
Blick von der Gipsstraße zur Auguststraße, 1981. Foto: Imago/Rolf Zöllner

Die Auguststraße gehört auch unter den Berlin-Touristen zu den beliebtesten Straßen in Mitte. Viele Restaurants und Galerien haben sich dort seit der Wende angesiedelt. Anfang der 1980er lag noch viel brach, wie hier an der Ecke Gipsstraße.


Lustgarten

Lustgarten mit Weihnachtsbaum. Blick zum Marx-Engels-Platz mit Palast der Republik und Staatsratsgebäude, 1986.
Lustgarten mit Weihnachtsbaum. Blick zum Marx-Engels-Platz mit Palast der Republik und Staatsratsgebäude, 1986. Foto: Imago/Rolf Zöllner

Ein Niemandsland mitten in der Stadt. Das Foto entstand im Winter 1986, die Leere vor dem Palast der Republik und der einsame Weihnachtsbaum sorgen für triste Stimmung. Heute entsteht an dieser Stelle das Berliner Stadtschloss wieder neu. Vom kriegszerstörten Originalbau, der 1950 gesprengt wurde, blieb nur das Portal IV übrig, das ins Staatsratsgeäude im Hintergrund integriert wurde.


Unter den Linden

Friedrichstraße Ecke Unter den Linden, 1986.
Friedrichstraße Ecke Unter den Linden, 1986. Foto: Imago/Christian Thiel

Werbeschild für die Komische Oper an der Ecke Friedrichstraße und Unter den Linden. Die Oper, die sich heute noch in direkter Nähe befindet, gehörte auch 1986 fest zum Ost-Berliner Kulturbetrieb. Es war leerer und grauer auf den Prachtachsen und der Verkehr war noch nicht so dicht, aber der Ort hatte auch in den 1980ern jene historische Aura, die man genauso heute spüren kann.


Friedrichstadt-Palast

Friedrichstadt-Palast Berlin, Abriss im Jahr 1985.
Friedrichstadt-Palast Berlin, Abriss im Jahr 1985. Foto: Imago/Jürgen Ritter

1985 wurde der alte Friedrichstadt-Palast unweit der Weidendammer Brücke abgerissen, nachdem er 1980 geschlossen werden musste. Der Legende nach gaben drei Konzerte der Puhdys 1979 der ehemaligen Markthalle, die lange Jahre auch ein Zirkus war, den Rest. Ersetzt wurde der Palast ein paar hundert Meter weiter östlich durch den Neubau, der bis in die Gegenwart an der Friedrichstraße steht.


Spree an der Weidendammer Brücke

Alte Fabrik an der Spree zwischen der Weidendammer Brücke und der heutigen Ebert-Brücke, 1987.
Altes Heizhaus und Krankenhaus an der Spree zwischen der Weidendammer Brücke und der heutigen Ebert-Brücke, 1987. Foto: Imago/Rolf Zöllner

Die Spreeufer haben in West- wie in Ost-Berlin einen ganz eigenen Charakter. Das innerstädtische Stück des Flusses ist dabei von besonderer Bedeutung. Die Museumsinsel und viele andere wichtige Gebäude stehen hier an Berlins wichtigstem Fluss. Doch manches wirkt abgeschieden, fast wie in einem vergessenen Provinznest. So wie dieses alte Heizhaus und marode Krankenhausgebäude in der Nähe der Weidendammer Brücke.


Krausnickstraße

Krausnickstraße Ecke Große Hamburger Straße, 1988.
Krausnickstraße Ecke Große Hamburger Straße, 1988. Foto: Imago/Christian Thiel

Auf vielen Fotos aus Ost-Berlin der 1980er-Jahre sucht man vergeblich nach einer Art Alltagsleben, das heute so selbstverständlich in der wuseligen Metropole ist. In der DDR spielte sich vieles eher im privaten Bereich ab. Umso schöner ist diese Aufnahme aus dem Jahr 1988, die ein flüchtiges Gespräch an der Ecke Krausnickstraße und Große Hamburger Straße festhält.


Nikolaiviertel

Nikolaiviertel mit Nikolaikirche.
Nikolaiviertel mit Nikolaikirche. Foto: Imago/Ulli Winkler

Das Nikolaiviertel war ein großes Prestige-Projekt des SED-Regimes. In die stark beschädigte Berliner Innenstadt haben sozialistische Bauherren eine Art mittelalterlichen Stadtkern aus Beton und Fertigbauteilen installiert. Ein seltsam a-historischer Ort ist dadurch entstanden, der dennoch bei Touristen recht beliebt ist.


Choriner Straße 

Mann telefoniert an einem Münzfernsprecher in der Ackerstraße, 1987.
Mann telefoniert an einem Münzfernsprecher in der Choriner Straße , 1987. Foto: Imago/Christian Thiel

Das war auch Alltag in Ost-Berlin, Telefonieren am öffentlichen Münzfernsprecher in der Choriner Straße. Heute hat jeder ein Smartphone und ist unentwegt mobil mit der restlichen Welt verbunden, damals gehörte Telekommunikation nicht zur Ausnahme. Auch weil viele Ost-Berliner gar kein Telefon in der eigenen Wohnung hatten.


Linienstraße

Toreinfahrt in der Linienstraße, 1988.
Toreinfahrt in der Linienstraße, 1988. Foto: Imago/Rolf Zöllner

Die Linienstraße ist eine schicke Meile geworden, die Häuser sind saniert, die Mieten hoch. Im Jahr 1988 sorgten Brandmauern und Stahltore für eine andere Stimmung. Irgendwo zwischen dem alten Scheunenviertel und sozialistischer Produktion fristete die Straße still ihr Dasein.


Wolliner Straße

Wohnhäuser in der Fürstenberger Straße am Arkonaplatz, 1987.
Wohnhäuser in der Wolliner Straße am Arkonaplatz, 1987. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Trabanten in der Wolliner Straße am Arkonaplatz. So viele freie Parkplätze sieht man heute in der Ecke nicht mehr. Dafür zieht sonntags der Flohmarkt viele Besucher an und man kann Eis essen, in Bars Cocktails trinken, und um die Ecke befindet sich die Stiftung Berliner Mauer, die an jenen geschichtlichen Moment erinnert, an dem Mitte aus dem Dämmerschlaf erwacht ist. Den Mauerfall.


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