Blockbuster

Stunts in Heels: „Men in Black: International“ im Kino

Im Kino heißen Serien nicht Serien, sondern Franchises: Mit „Men in Black: International“ versucht ein Franchise, das seine besten Tage vor längerer Zeit hatte, einen Neustart. Der tip horcht ein bisschen in den Buzz hinein

Sony Pictures

Hallo, Sie! Dürfen wir Sie kurz was fragen? „Men In Black“– die olle Filmserie? Erinnern Sie sich noch daran? Eher vage, sagen Sie?
Nun, das ist nicht weiter schlimm. Der neue, „Men In Black: International“, ist weniger eine Fortsetzung und eigentlich auch kein Reboot, sondern ein Spin-Off. Unsere neuen Helden sind die Agenten M (Tessa Thompson als amerikanische Agentin, die immer alles genau nach Vorschrift machen möchte) und H (Chris Hemsworth als britischer Hallodri), ihre Londoner Operationsbasis wird von High T (Liam „keiner guckt grimmiger“ Neeson) geleitet. Sie alle zusammen arbeiten daran, unsere Erde vor dem Abschaum des Universums zu schützen und dabei ihre ultra-geheime Organisation nicht auffliegen zu lassen.

Doch bekanntlich hat sich die Welt seit dem letzten MiB-Film von 2012 geändert. Das Franchise muss jetzt mit den Marvel-Blockbustern konkurrieren. Oder mit den sensationellen Stunts, die Tom Cruise in den letzten „Mission: Impossible“-Filmen abgeliefert hat. Da macht es durchaus Sinn, bekannte Gesichter und Namen aus genau diesen beiden Serien zu rekrutieren. Thompson und Hemsworth, im Privatleben beste Freunde, haben schon in „Thor: Tag der Entscheidung“ und „Avengers: Endgame“ bewiesen, dass die Chemie zwischen ihnen stimmt, was für einen gutgelaunten Buddy-Movie schon mal nicht schlecht ist. Immerhin müssen sie sich an Will Smith und Tommy Lee Jones messen lassen, den originalen Männern in Schwarz.

Ihnen wurde der legendäre Stunt-Coordinator Wade Eastwood zur Seite gestellt, der zuletzt Tom Cruise in den „M: I“-Filmen betreute. Eastwood war es dann auch, der „einen Kumpel von der Arbeit“ anrief, als eine Schauspielerin ausfiel, die die dreiarmige Waffenhändlerin Riza spielen sollte. Der „Kumpel“ war die Schwedin Rebecca Ferguson, ebenfalls aus den beiden letzten „M: I“-Streifen bekannt.

Ebenfalls neu (zumindest wenn man die zwischen 1997 und 2001 entstandene Zeichentrickserie nicht kennt, in der die Agenten J und K bereits die taffe Agentin L zur Seite hatten): Die weibliche Hauptrolle M ist weitaus mehr als nur ein hübscher Sidekick. Thompson und Hemsworth teilen sich die Zeit auf der Leinwand gleichberechtigt. Na gut, fast gleichberechtigt, denn wie die coole Feministin Thompson (sie ist unter anderem der Kopf hinter dem Hashtag #TimesUp und sehr engagiert, was Genderpolitik und Antidiskriminierungskampagnen betrifft) dem britischen Branchenmagazin „Total Film“ verriet: „Ich musste all die Stunts machen, die Chris auch machte – aber in High Heels, denn Chris ist 1,93 Meter groß … und ich eben nicht.“

Thompson und Hemsworth – der ja schon im „Ghostbusters“-Remake bewiesen hat, wie gut er sexistische Macho-Klischees auf die Schippe nehmen kann – würden als nächstes übrigens gerne ein Remake von „The Bodyguard“ machen, in dem ER die zickige Diva spielt und SIE den schweigsamen Helden. Finden Sie spannend? Wir auch!

Men in Black International (OT) USA 2019, 115 Min., R: F. Gary Gray, D: Tessa Thompson, Chris Hemsworth, Rebecca Ferguson; Start: 13.6.