Parks in Berlin

Pfaueninsel: Eine preußische Traumwelt in der Havel

Die Pfaueninsel ist ein Kleinod in der Havel. Im Schatten der Eichen führt ein Weg vorbei an Herrenhäusern zur Voliere mit farbenfrohen Pfauen und weiter zum Schmuckstück des Eilands, das weiße Schloss. Die liebevoll gestaltete Parkanlage bietet Erholung in eleganter Umgebung und einen Streifzug durch preußische Geschichte. Schon früh im 19. Jahrhundert wurde das Hohenzollern-Anwesenheit für die Allgemeinheit geöffnet und aufwendig als Landschaftspark gestaltet. Alles zur Pfaueninsel lest ihr hier.

Klein, aber fein: Das Schloss Pfaueninsel entstand unter Friedrich Wilhelm II. Ende des 18. Jahrhunderts. Foto: Imago/Sabine Gudath
Klein, aber fein: Das Schloss Pfaueninsel entstand unter Friedrich Wilhelm II. Ende des 18. Jahrhunderts. Foto: Imago/Sabine Gudath

Von der Kaninchenzucht zur Pfaueninsel

Geschichte Die Pfaueninsel bestand ursprünglich aus zwei Teilen: einer größeren Südinsel und einer kleineren Nordinsel. Die Hechtlaichwiese östlich der heutigen Parschenkesselbucht ist der vermoorte Teil der ehemaligen Wasserrinne. Obwohl die Insel bereits in der Bronzezeit besiedelt wurde, war die Natur lange Zeit auf sich allein gestellt. Die Insel wurde erst um 1683 nach Anweisung des Kurfürsten Friedrich Wilhelm für die Kaninchenzucht landwirtschaftlich genutzt. 800 Kaninchen erwirtschafteten jährlich 200 Taler für die Wahlkasse. Die Pfauen kamen erst Jahrzehnte später, und der Name Pfaueninsel wird erst seit 1795 verwendet.

Der blaue Pfau (Pavo cristatus) ist eine Vogelart aus der Familie der Fasanenartigen (Phasianidae). Foto: Imago/Schöning

Die Insel wurde 1685 als „ererbtes und eigenartiges“ Geschenk an den Alchemisten und Glasmacher Johannes Kunckel übergeben. Er errichtete eine Glashütte und ein Laboratorium im Nordosten der Insel, die aber in 1689 niederbrannten. Kunckel war wirtschaftlich ruiniert.

Die Insel war danach für etwa 100 Jahre ungenutzt. Ihr richtiger Aufstieg begann unter der Herrschaft von Wilhelm II. und III. Es wurden zwei Gebiete entworfen: das Schloss und dessen Umgebung am Ufer der Westspitze, die Molkerei und ihre Umgebung im feuchten Wiesenland im Osten der Insel. Das Schweizerhaus wurde gebaut und das vorhandene Kavalierhaus wurde erweitert.

Außerdem wurde 1821 zwischen dem Schloss und dem Kastellanhaus ein Rosengarten angelegt, der erste seiner Art in Preußen. Die intensive Pflege ermöglichte, dass im Garten nach nur wenigen Jahren 140 verschiedene Rosenarten blühten, insgesamt 2.000 Rosenstöcke. Die zwischenzeitlich weitgehend zerstörte Anlage wurde 1989 restauriert. Die kontinuierliche Nutzung der Pfaueninsel durch preußische Herrscher endete mit Friedrich Wilhelm III, der 1840 starb. Schon zu dessen Lebzeiten war die Pfaueninsel allerdings für die Bevölkerung geöffnet. Das Schloss auf der Pfaueninsel diente den Hohenzollern zwar noch als Sommerresidenz, doch der rundherum von Peter Joseph Lenné errichtete Landschaftspark war ein beliebtes Ausflugsziel. Wenn ihr weitere Schlösser in Berlin erkunden wollt, haben wir hier Tipps.

Als Kavaliershaus bezeichnete man seit dem Barock ein Gebäude, das als Teil eines Schlossensembles der Aufnahme des Hofstaats diente. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Am 28. Februar 1924 wurde die Insel als eines der ersten Naturschutzgebiete Berlins ausgewiesen. Diese Maßnahme wurde mit dem Auftreten seltener Pflanzen und Vogelschutzgebiete gerechtfertigt, die es wert waren, geschützt zu werden. Heute ist die Insel ein Natura-2000-Gebiet gemäß der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und Teil des Sonderschutzgebiets West-Düppeler-Wald. Das Naturschutzgebiet umfasst 88,3 Hektar, davon 68 Hektar auf dem Land der Insel und der Rest auf der umliegenden Uferpromenade der Insel.

Im Schatten der Bäume kann man durch den herrlichen Landschaftspark auf der Pfaueninsel streifen. Foto: Imago/Pemax
Im Schatten der Bäume kann man durch den herrlichen Landschaftspark auf der Pfaueninsel streifen. Foto: Imago/Pemax

Fun Fact Friedrich Wilhelm III. hatte eine Vorliebe für Tierarten, besonders die fremdartigen, weswegen er eine Menagerie aufbauen ließ, die als Heimat für Kängurus, Löwen, Lamas und Affen diente. Einst lebten dort mehr als 800 Tiere. Friedrichs Sohn war aber damit nicht zufrieden und schenkte die Tiere der Zoologischen Gesellschaft Berlins.

Hunde, Grillen, Lage: Was man über die Pfaueninsel in der Havel wissen muss

Grillen Das Grillen ist im Park nicht gestattet.

Hunde Sowohl Hunde als auch andere Haustiere sind auf der Pfaueninsel nicht erlaubt.

Besuch mit Kind Der Besuch bei Pfaueninsel richtet sich eher an Erwachsene und Geschichtsinteressierte, für Kinder sind aber sicher die Tiere interessant. Neben den Pfauen leben auch einige Wasserbüffel auf der Insel, die als natürliche Rasenmäher dienen. Zudem gibt es nur in der Mitte der Insel eine Ballspielfläche, wo sich auch ein Platz für ein Picknick und die Liegewiese befindet. Baden, Angeln, Inlineskates und Zelten sind auf der Pfaueninsel nicht gestattet.

Eine echte Attraktion auf der Pfaueninsel: die Wasserbüffel. Foto: Imago/Martin Müller
Eine echte Attraktion auf der Pfaueninsel: die Wasserbüffel. Foto: Imago/Martin Müller

Gastronomie Auf der Insel selbst gibt es nur im Sommer bei einem Stand auf der Spielwiese etwas zu essen und zu trinken. An der Anlegestelle der Fähre gibt es ein Wirtshaus.

Öffnungszeiten April bis Oktober täglich 10 bis 18 Uhr, im Winter täglich von 10 bis 16 Uhr. Das Schloss ist wegen Sanierungsarbeiten geschlossen.

Eintritt Die Pfaueinsel kann nur mit der Fähre erreicht werden. Ein Einzelticket kostet 4, ermäßigt 3 €. Eine Familienkarte (zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder unter 18 Jahren) kostet 23 €.

Anfahrt Zur Pfaueninsel gelangt ihr am besten mit dem Bus 218, die Station heißt Pfaueninsel. Von dort verkehrt die Fähre.

Hinweis Die Insel ist autofrei. Einen Parkplatz gibt es in der Nähe der Anlegestelle am Nikolskoer Weg. Auf die Insel können zudem keine Fahrräder mitgenommen werden, aber an der Anlegestelle sind Fahrradständer zu finden.

  • Pfaueninsel Wannsee, Straßen am anderen Ufer: Pfaueninselchaussee, Nikolskoer Weg

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