Berlins Beste

Berlins beste Kaffeeröstereien

Das dritte Rad am Wagen – oder Passenger Coffee: Auch wenn sich dieses röstaromatische Kaffeekollektiv aus Alt-Treptow Passenger Coffee nennt, in den eigenen Dienstwagen passen allenfalls zwei von ihnen. Eine italienische Ape, jenes dreirädrige italienische Lieferfahrzeug auf Vespa-Basis, wurde zur rollenden Kaffeebar umgebaut. Und parkt etwa immer samstags auf dem Markt am Boxhagener Platz. Wir besuchen Passenger Coffee derweil in ihrer Rösterei in der Elsenstraße und freuen uns dort über eine Hausmischung, die den ethisch wie aromatisch überzeugenden Kaffeegenuss nicht zur Wissenschaft verklärt. Und die auch in der Preisgestaltung ehrlich bleibt.

Passenger Coffee

Andraschko Kaffeemanufaktur
Angefangen hat alles in Wien, wo Willi Andraschko noch vor allem ein Kaffeehausgänger war. Später gehörte er zum Team hinter dem Einstein Stammhaus in der Kurfürstenstraße – und war auch dort schon für den großen Trommelröster zuständig. Sich schließlich ganz auf die Bohnen zu konzentrieren, war da nur konsequent. Seit 2006 rösten die Andraschkos typisch italienisch dunkel und sind mit ihrem Kaffee auch in den klassisch guten Adressen der Berliner Hauptstadtgastronomie präsent. Alte Schule, verlässlich gut.
Industriestr. 18, Tempelhof, Ullsteinstraße, Tel. 69 59 86 87, Mo–Fr 9–12 Uhr + 13–16.30 Uhr,
www.andraschkokaffee.de

Berliner Kaffeerösterei
Der Klassiker unter den Berliner Röststätten hat sich im Sog der Third-Wave-Bewegung zart modernisiert ohne den eigenen Charakter zu verwässern. Klassisch italienisch gerösteten Espresso, dunkel, cremig, schokoladig, kauft man in der Uhlandstraße zu fairen Preisen.
Uhlandstr. 173-175, Charlottenburg, Uhlandstraße, Tel. 88 67 79 20, Mo–Sa 9–20 Uhr, So 10–19 Uhr, www.berliner-kaffeeroesterei.de

Bonanza Roastery Café
Die Bonanza Coffee Heroes gehörten zu den Pionieren der sogenannten Third-Wave-Bewegung in Berlin: junge, internationale Kaffee-Enthusiasten, die den Bohnen auf den Grund gegangen sind. Von der latent angestrengten Atmosphäre des Stammladen in der Oderberger Straße, Prenzlauer Berg, ist in der 2016 eröffneten Rösterei zum Glück nichts zu spüren.
Adalbertstr. 70, Kreuzberg, Kottbusser Tor, Mo–Fr 9–18 Uhr, Sa+So 10–18 Uhr,
www.bonanzacoffee.de

Five Elephant
Ausgerechnet aus Portland/Oregon war Kris Schackman nach Berlin gekommen, eigentlich ja die Mutterstadt der Do-it-Yourself-Food-Bewegung. In Berlin hatten er und seine Lebensgefährtin Sophie Weigensamer dann das Rösterei-Café Five Elephant eröffnet, in der damals noch mausetoten Reichenberger Straße in Kreuzberg. Spätestens wenn es um nuancenreichen Filterkaffee geht, würden wir die Röstungen von Five Elephant empfehlen.
Reichenberger Str. 101, Kreuzberg, Görlitzer Bahnhof, Tel. 69 50 74 44, Mo–Fr 8.30–19 Uhr,
Sa+So 10–19 Uhr, Filiale: Alte Schönhauser Straße 14, Mitte, www.fiveelephant.com

Fjord Coffee
Unter dem Label Fjord rösten Silo Coffee aus Friedrichshain und Father Carpenter Coffee Brewers aus einem Hinterhof in der Münzstraße ihre Bohnen inzwischen gemeinsam. Selbstbewusst will man seine Spezialitätenkaffees in ganz Europa vertreiben – in enger Zusammenarbeit mit der jeweiligen Kaffeebar.
www.fjord-coffee.de

Flying Roasters
Fast alle Berliner Röstereien setzen auf direktgehandelten, sortenreinen Kaffee, die Flying Roasters bauen zudem noch auf das Bio-Siegel und beschreiben ihre Arbeitsweise als „direkt, kollektiv und transparent.“ In diesem Sinne wird der Kaffee mit dem Lastenrad ausgeliefert.
Hochstr. 43, Wedding, Gesundbrunnen, Mo 12–17 Uhr, Mi 8.30–13 Uhr, Fr 12–15 Uhr, www.flyingroasters.de

Han Coffee Roaster
In den Trommelröster in der Panierstraße kommen nur Bohnen aus Vietnam. Apropos: Wer kosten möchte, wie in Berlin gerösteter vietnamesischer Kaffee schmeckt, dem empfehlen wir das wunderbare Qua Phe in der Max-Beer-Straße, zudem arbeiten einige der guten vietnamesischen Restaurants der Stadt mit den Han Coffee Roasters zusammen.
Pannierstr. 40, Neukölln, Hermannplatz, www.hancoffee.de

Kaffee Kirsche
Das, was wir landläufig Bohne nennen, ist nur die Kaffeekirsche, also die Kaffeefrucht. Just so heißt auch ein sympathisches Café mit eigener Rösterei in der multikulinarischen Adalbertstraße. Sortenreine Arabicas werden hier zum fairen Preis (250 Gramm ab 7 Euro) geröstet. Ein zweiter Laden hat soeben in der Böckhstraße 30 am Kottbusser Damm eröffnet.
Adalbertstr. 23b, Kreuzberg, Kottbusser Tor, Mo–Fr 8–19 Uhr, Sa+So 10–18 Uhr, www.kaffeekirsche.berlin

Kaffee Neun
Das bereits frühmorgens charmant belebte Café der Markthalle Neun hat sich umbenannt. Es heißt nun Kaffee Neun, weil der Kaffee von Philipp Reichel und seinem Team inzwischen hausgeröstet wird. Das Kaffee Neun gehört zu den Röstereien mit einer sympathischen Preisgestaltung: 13,50 Euro sind ein fairer Kurs für ein Pfund handwerkliche Kaffeekultur.
Eisenbahnstr. 42/43, in der Markthalle Neun, Kreuzberg, Görlitzer Bahnhof, Mo–Sa 7.30–18 Uhr, So 10–18 Uhr, www.markthalleneun.de

Passenger Coffee
Ein alter VW Bus und eine noch ältere Siebträgermaschine: Das war der Anfang von Passenger Coffee. Inzwischen fährt man mit einer Espresso-Ape über die Märkte, betreibt ein Café und eben diese Rösterei in der Elsenstraße, an der uns – neben den Röstungen – die lässige, selbstverständliche Atmosphäre gefällt.
Elsenstr. 38, Treptow, Treptower Park, Mo-Fr 7.30-17.30 Uhr, Tel. 23 57 56 67, www.passenger-coffee.de

The Barn Coffee Roasters
Das Rösten ist der Grund, warum die Tür von The Barn in der Schönhauser Allee montags verschlossen bleibt. Dann konzentriert sich Ralf Rüller ganz auf die Bohne. Riecht, schmeckt, hört. Wartet auf das Geräusch, wenn die Bohnen „cracken“ – eine Aromaexplosion. Rüller röstet seine sortenreinen Kaffees „grüner“ als es typische Espressomischungen sind. In die Tasse kommen sie auch im Café Kranzler, das inzwischen auch zu The Barn gehört.
Schönhauser Allee 8, Prenzlauer Berg, Rosa-Luxemburg-Platz, Mo–Fr 8:30–18 Uhr,
Sa+So 10–18 Uhr, www.thebarn.de

Tres Cabezas y Amigos
Die Frühaufsteher von Tres Cabezas rösten in der Boxhagener Straße in Friedrichshain. Als vergleichsweise günstiger Anbieter unter den Third-Wave-Adressen haben sich die drei Kaffee-Köpfe auch in der Gastronomie einen Namen gemacht. Der Verleih und Verkauf von Espressomühlen und -maschinen ergänzt das Angebot. Zu Tres Cabezas gehören auch zwei Cafés am Schlesischen Tor in Kreuzberg und in der Chausseestraße in Mitte, beide heißen 19 Gramm – nach der Menge der Bohnen, die dort in einen (doppelten) Espresso kommt.
Boxhagener Str. 74, Friedrichshain, Ostkreuz, Tel. 29 04 74 70, Mo–Fr 8–20 Uhr, Sa+So 9–20 Uhr, www.trescabezas.de

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