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Vegane asiatische Restaurants in Berlin: 12 mal fleischlos köstlich

Wer vegan in Berlin unterwegs ist, hat eine Fülle von Optionen. Vor allem asiatische Restaurants zählen zu den zuverlässigsten Orten, um in Berlin gutes veganes Essen zu finden. Denn fleischlose Kost gab es schon lange vor dem Vegan-Hype. Chinesische Buddhisten tüftelten schon vor mehr an 1000 Jahren an pflanzlichen Fleischersatzprodukten und Ahimsa-Praktizierende in Indien verzichteten schon 500 v. Chr. auf alle tierischen Produkte. von den allgegenwärtigen Tofu-Currys bis hin zu Sichuan-Nudeln, japanischem, veganen Brathähnchen und mongolischen Teigtaschen: Wir stellen euch 12 Restaurants in Berlin vor, die köstliches vegan-asiatisches Essen anbieten, das ihr nicht verpassen solltet.


Veganaa in Schöneberg: Fleischlos, mongolisch, himmlisch

Vegan in Berlin Mongolische Küche ist normalerweise alles anderer als fleischlos. Im Veganaa aber werden traditionelle Gerichte neu und pflanzlich interpretiert.
Mongolische Küche ist normalerweise alles anderer als fleischlos. Im Veganaa aber werden traditionelle Gerichte neu und pflanzlich interpretiert. Foto: Privat

Der Name und das Aussehen mögen generisch erscheinen, aber dieses kleine Schöneberger Café ist alles andere als das. Im Ernst: Gibt es irgendwo in Berlin noch mongolisches und vor allem veganes Essen? Köchin und Besitzerin Ganaa zog um die Jahrtausendwende aus Ulaanbaatar nach Berlin und kochte jahrelang im TU-Café auf dem Campus, bevor sie schließlich, im März 2020, ihr eigenes Lokal eröffnete. Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits überzeugte Veganerin. Eine, die verstanden hatte, wie sie die traditionell fleischlastige Küche ihres Heimatlandes mit Hilfe von mariniertem, geräuchertem Sojafleisch und viel Gemüse replizieren konnte.

Ihre neugierigen Berliner Kund:innen entwickelten schnell eine Vorliebe für die Huushuur, flache, frittierte Teigtaschen, die mit Sojasoße und – unorthodox, aber schmackhaft – mit hausfermentiertem Kimchi serviert werden. Sie sind das Highlight einer Speisekarte, die auch Buuz, dicke Teigtaschen, gefüllt mit einer Mischung aus Spinat, Sojafleisch und Glasnudeln, und Zuiwan, gebratene Weizennudeln, die entweder mit Dinkelmehl, Spinat oder Roter Bete angereichert sind, umfasst. Zudem hat Ganaa noch immer ein paar altbewährte Studentengerichte auf ihrer Karte – Chili sin Carne und ähnliches – diesen Ort aufsuchen sollte man aber unbedingt wegen der mongolischen Spezialitäten und dem hausgemachtem, veganen Kuchen.


Restaurant TsuTsu: Die veganen Karaage-Könige im Graefekiez

TsuTsu: Das vegane Chicken ist besser als das echte. Foto: Palma Llopis

Falls sich jemand hier nicht mit japanischem Essen auskennt: Hähnchen-Karaage ist ein Izakaya-Gericht (und nebenbei bemerkt eine hervorragende Bierbegleitung), bei dem Stücke von Oberschenkelfleisch in Sojasauce, Sake, Knoblauch und Ingwer mariniert, dann mit Stärke umhüllt und knusprig frittiert werden. Im Restaurant Tsutsu im Graefekiez ist dieses Gericht in seiner klassischen Form gut – aber die vegane Version, die mit Soja gemacht wird, ist noch besser, wie wir bei unserem TsuTsu-Test merkten. Die Textur ist so überzeugend, dass die Hälfte der Veganer:innen, die es bestellen, zurück in die Küche bringt, in dem Glauben, den Köch:innen müsse ein Fehler unterlaufen sein. Die beste Beilage, die man im Tsutsu unbedingt probieren sollte: hausgemachte Onigiri mit marinierten Karotten und Shiitake-Pilzen, natürlich ebenfalls vegan.


Chay Village: Veganer Kiez-Vietnamese mit Wiedererkennungswert

Vegan in Berlin Im Chay Village überzeugt der Geschmack und die verschiedenen Tofu-Variationen überzeugen auch Nicht-Veganer:innen.
Im Chay Village überzeugt der Geschmack und die verschiedenen Tofu-Variationen überzeugen auch Nicht-Veganer:innen. Foto: Privat

Vegetarische, vietnamesische Restaurants gibt es in Berlin wie Sand am Meer: Fast alle bieten sie ähnliche Gerichte an, und wer Lust auf vietnamesisch hat, ist wahrscheinlich nicht wählerisch, sondern geht zum netten, nächstbesten Restaurant im Kiez. Einige Vietnamesen in Berlin jedoch stechen heraus, in einem Meer aus Sommerrollen und Seitan-Curries. Das Chay Village besticht schon durch sein Alter – der Standort in Schöneberg ist fast ein Jahrzehnt alt – und seine frisch schmeckenden, zusatzstofffreien Gerichte zergehen auf der Zunge. Das Tofu gibt es in verschiedenen Varianten: Seidig gekocht oder knusprig frittiert, serviert mit einer Erdnuss-Soße. Eine festere, schwammigere Variante schwimmt gemeinsam mit leckerem Gemüse in einer gut gemachten Pho. Unser Favorit allerdings ist eine erdig-schmeckende Version, die in Betelblätter gewickelt und mit Nudeln und Kräutern als Bun serviert wird.

  • Chay Village
    Eisenacher Straße 40, Schöneberg, tgl. 11.30-22 Uhr, Tel. 030/89204554
    Niederbarnimstraße 10, Friedrichshain, tgl. 11.30-22 Uhr, Tel. 030/41993786
    www.chayvillage.de

Vegan in Berlin: Schlemmen wie Buddha bei Tianfuzius

Das Restaurant Tianfuzius, die Schwester der Wilmersdorfer Sichuan-Institution Tian Fu und der Großvater der vegetarisch-chinesischen Küche in Berlin, bietet eine riesige Auswahl an Gerichten mit frischem Gemüse, Tofu, Seitan und Fischimitat an. Als Vorspeise sollte unbedingt die scharf-saure Suppe mit Wasserkastanien bestellt werden, eine klare Wintermelonensuppe oder ein warmer, würziger Nudelsalat mit eingelegtem Gemüse. Danach kann man entspannt zum Hauptgericht übergehen. Hier empfehlen wir den Blumenkohl-Kartoffel-Hotpot oder geräucherten Tofu mit Sellerie.

  • Tianfuzius Regensburger Straße 1, Wilmersdorf, Mo-Fr 12-15.30 Uhr & 17.30-23 Uhr, Sa+So 12-23 Uhr, Tel. 030/91539833, www.tianfu.de

In neue Geschmackssphären eintauchen bei Cai Kitchen

Vegan in Berlin Lecker, fleischlos und überraschend: Die Cai Kitchen hat eine spannende Karte und die asiatischen Gerichte locken Kund:innen auch auf einer Restaurantstraße, die soviel zu bieten hat wie die Schönhauser Allee.
Lecker, fleischlos und überraschend: Die Cai Kitchen hat eine spannende Karte und die asiatischen Gerichte locken Kund:innen auch auf einer Restaurantstraße wie der Schönhauser Allee – die sowieso viel zu bieten hat. Foto: privat

Dieses Lokal in Prenzlauer Berg – ein Ableger eines fünf Jahre alten Hamburger Imbisses – hat eine interessante Karte. Aber die Dan-Dan-Nudeln und die hausgemachten Gurken sind noch nicht genug, um die Reisschüsseln so lecker zu machen, dass wir wiederkommen wollen. Warum wir sonst immer wieder zur Cai Kitchen kommen? Wegen der Gerichte, die es sonst nirgendwo gibt, wie die intensiv gewürzte scharf-saure Suppe mit Süßkartoffelnudeln oder die Klöße nach Zhong-Art, gefüllt mit einer cremigen Mischung aus Kartoffeln und Sojafleisch, serviert in einer dunklen, dicken Sojasauce.

  • Cai Kitchen Schönhauser Allee 177a, Prenzlauer Berg, Di-Sa 12-15 Uhr & 18-21 Uhr, Tel. 030/92217434, caikitchen.de

Li.ke Thai Vegan: Die besten veganen Boxi-Bowls

Nicht nur die Pho im Ryong hebt sich von der Konkurrenz ab, auch die asiatischen Burger und Bowls lassen vegane Herzen höher schlagen. Foto: Li.ke Thai Vegan/Instagram

Von den beiden veganen, asiatischen Tapas-Restaurants im Boxhagener Kiez mit algorithmisch klingenden Namen ist das 1990 Vegan Living das mit Abstand beliebteste – allerdings aus Gründen, die sich uns entziehen. Denn der thailändische Nachbar hat auch einiges zu bieten: Spannende Gerichte, wie zum Beispiel ein paar glaubhaft scharfe Curries mit Jackfruit und gebratenem Tofu. Auch eine sehr leckere Hauptspeise: Das Kao Phad Grapau mit Tofu, Seitan, Gemüse nehmen, das mit Thai-Basilikum und einem veganen Spiegelei gekrönt ist.

  • Li.ke Thai Vegan Grünberger Straße 69, Friedrichshain, tgl. 12-21.30 Uhr, Tel. 030/29009428, www.likethaivegan.com

Ryong: Fancy fusion und eine ziemlich gute Pho

Nicht nur die Pho im Ryong hebt sich von der Konkurrenz ab, auch die asiatischen Burger und Bowls lassen vegane Herzen höher schlagen. Foto: Ryong/Instagram

Das auf Hochglanz polierte Lokal in der Torstraße (mit einem zweiten, neueren Standort im Prenzlauer Berg) wurde zuerst durch seine Burger bekannt: marinierter Tofu oder Aubergine, zwischen auffällig bunten, mit Tempura ummantelten Bao-Brötchen. Die Suppen werden mit hausgemachten Nudeln zubereitet und umfassen eine überdurchschnittlich gute, vegane Pho sowie kreative Kreationen wie die Dragon Bowl mit Miso, Sojamilch, Kokosnuss und Zitronengras.

  • Ryong
    Torstraße 59, Mitte, Mo-Do 12-21.30 Uhr, Sa 17-22 Uhr, So 17-21.30 Uhr, Tel. 030/30307047
    Rykestraße 36, Prenzlauer Berg, tgl. 12-23 Uhr, Tel. 030/44038486
    www.ryong.de

Mom’s Creation: Sushi ohne Fisch – und Gedöns

Wie schmeckt veganes Sushi am besten? Vegane Berliner Sushi-Restaurants wie Secret Garden und Tiger Club bestehen darauf, die japanischen Häppchen mit Hilfe von Fischersatzprodukten möglichst nah an den Geschmack der Originalrezepte zu bringen. Die Veggie-Rollen und Nigiri im Treptower Standby-Restaurant Mom’s Creation hingegen werden nur mit Avocado, Shiitake-Pilzen und eingelegtem Rettich zubereitet, stehen den überladenen Variationen aber in nichts nach. Der Reis ist perfekt, genau wie die unagiartige Sauce, in die sich die Sushirollen genussvoll dippen lassen. Veganer:innen mit größerem Appetit können jederzeit Mamas exzellente vietnamesische Hauptgerichte bestellen, wie ein Mango-Curry mit knuspriger Mock-Ente oder Banh Xeo mit Tofu, Bohnensprossen und frischen Kräutern.

  • Mom’s Creation
    Elsenstraße 27, Treptow, Mo-Fr 11-23 Uhr, Sa+So 12-23 Uhr, Tel. 030/34508898
    Proskauer Straße 1, Friedrichshain (nur vietnamesische Gerichte), Mo-Fr 11-23 Uhr, Fr 11-23 Uhr, Sa 12-23 Uhr, So 12-22 Uhr, Tel. 030/28604479
    www.moms-restaurant.de

Das Da Jia Le bietet Nordchinesisches Essen, bei dem man ins Schwärmen gerät

vegan in Berlin Nordchinesische Küche ist so verdammt lecker: Davon kann man sich selber gut im Da Jian Le in der Schöneberger Goebenstraße überzeugen.
Nordchinesische Küche ist so verdammt lecker: Davon kann man sich selber gut im Da Jian Le in der Schöneberger Goebenstraße überzeugen. Foto: privat

Die Menschen schwärmen von gedünstetem Fisch und gebratenem Schweinefleisch, aber die Wahrheit ist, dass auch Gemüsegerichte, vor allem jene dieser beliebten nordchinesischen Berliner Institution, mithalten können. Pikante Kartoffeln, geräucherter Tofu mit Koriander, sautierter Bok Choy und Shiitake in schmackhafter Sauce, dazu ein hervorragender Auberginen-Hotpot… und nicht zu vergessen die perfekt sommerlichen Gurken mit Knoblauch und Essig. Das fotogenste Gericht des Restaurants Da Jia Le, der fünffarbige Salat mit Glasnudeln und würziger Sauce, ist auch vegan, wenn man die Spiegelei-Streifen weglässt.

  • Da Jia Le Goebenstraße 23, Schöneberg, Mo-Di 16-23 Uhr, Mi-So 12-23 Uhr, Tel. 030/21459745, www.dajiale-berlin.de

Café Tschüsch: Lässige, vegane, asiatische Interpretationen

Wir haben ein Faible für diesen Neuköllner Hippie-Treffpunkt und seine nicht ganz authentische Auswahl an veganen und vegetarischen, indischen Gerichten, die wie eine bessere Version dessen schmecken, was man auf einer linken WG-Party serviert bekommt, wo alle Dreadlocks tragen. Lasst das Sojafleisch weg, aber bestellt das kultige Bananencurry mit Erbsen und Kartoffeln, oder das mit Tinda (Miniaturkürbis), Bockshornklee und Kichererbsen. Oder nehmt einfach das Dal aus fair gehandelten Bio-Linsen und spült es mit einem der vielen Soli-Drinks von der Getränkekarte herunter. Das Neuköllner Café Tschüsch ist ein lässiger Laden und eine unbedingte Empfehlung von uns.

  • Café Tschüsch Fuldastraße 12, Neukölln, Mi-Mo 18-23 Uhr, Tel. 030/54484414, www.tschuesch.de

Tempeh-Hof: Soja in seiner schönsten Form

vegan in Berlin Wer samstags beim Tempeh Hof auf dem Schillermarkt vorbeischaut, wird nicht bereuen. Übrigens: Der Tempeh Hof richtet auch Caterings aus.
Wer samstags beim Tempeh Hof auf dem Schillermarkt vorbeischaut, wird es nicht bereuen. Und übrigens: Der Tempeh Hof richtet auch Caterings aus. Foto: privat

Wir lieben die schmackhaften, fermentierten Sojabohnen-Happen, die die indonesische Inhaberin Yustina Haryanti in Berlin herstellt. Auf dem Wochenmarkt im Schillerkiez, im Bite Club und bei anderen Street-Food-Events präsentiert sie ihr Produkt in Gerichten wie Rendang, einem herzhaften Kokosnuss-Curry, das über lilafarbenen Reis geschöpft wird, und Bakpao, großen weichen Bao-Brötchen, die mit würziger Sambal-Sauce beträufelt werden. Die weite Verbreitung von Tempeh in der indonesischen Küche kommt Veganer:innen zugute. Und natürlich auch allen anderen, die sich auf ein Geschmackserlebnis einlassen wollen.

  • Tempeh Hof Auf dem Schillermarkt, Herfurthplathplatz, Sa 10-16 Uhr, Tel. 01705049044, www.tempehhof.de

Yummy Kitchen: Dosa-Realitäten und ayurvedische Köstlichkeiten

Ehrlich gesagt könnten wir hier jede Menge südindische Restaurants aufführen, aber wir nutzen die Chance, diesen Neuling im Bergmannkiez ins Rampenlicht zu rücken. Die Yummy Kitchen begann als knallige Brathähnchenbude, bevor die Besitzer:innen, die auch das nahe gelegene Veggie & Vega betreiben, beschlossen, sich mehr an ihre tamilischen Wurzeln zu halten. Während der Winterpause wurde das Restaurant aufgemöbelt und bietet nun eine erweiterte Speisekarte, die zwar immer noch Hühnchen enthält, aber auch mehr als genug Gerichte, um Veganer:innen glücklich zu machen. Gewürzte, vegane Dosa-Variationen wie Podi und Mysore machen die leckeren Pfannkuchen aus knusprig fermentierten Linsen zu etwas Besonderem. Und das Gemüse für die ayurvedischen Spezialitäten, Efeukürbis und Bittermelone, kommt aus dem angrenzenden indischen Lebensmittelladen.

  • Yummy Kitchen Zossener Straße 13, Kreuzberg, Mo-Fr 11.30-22 Uhr, Sa-So 12-22 Uhr, Tel. 030/69006455, www.yummy-kitchen.de

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