Historiendrama

„Niemandsland – The Aftermath“ im Kino

Das Ehedrama des britischen TV-Regisseurs James Kent erforscht unterschiedliche Verarbeitung eines traumatischen Verlusts in Hamburg in der direkten Nachkriegszeit

2019 Twentieth Century Fox

Hamburg in der direkten Nachkriegszeit: Rachael Morgan (Keira Knightley) kommt aus London in die zerbombte Hafenstadt, um dort mit ihrem Mann Lewis zu leben. Der hat als hoher britischer Besatzungsoffizier gerade die Villa des Architekten Stephen Lubert beschlagnahmen lassen. Rachael hasst die Deutschen, seit ihr Sohn bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen ist. Lewis sieht die Sache differenzierter: Als er Lubert und dessen Tochter Greta weiterhin auf dem Dachboden wohnen lässt, sind Spannungen also vorprogrammiert.

Allerdings interessiert sich das Melodram „Niemandsland“ des britischen TV-Regisseurs James Kent nicht wirklich für die Beziehungen der ehemaligen Kriegsgegner zueinander – sie sind wie die Nachkriegskulisse nur Vorwand für ein Ehedrama um die unterschiedliche Verarbeitung eines traumatischen Verlusts. Spannend ist daran allerdings wenig, und die plötzlich entflammte Leidenschaft zwischen Rachael und dem Liebhaber (extra hölzern: Alexander Skarsgård) auf dem Dachboden wirkt auch eher absurd. Interessant ist hier vor allem die Figur des Offiziers, den Jason Clarke als einen Mann spielt, der seinen Kummer mit britischem Durchhaltevermögen hinter Arbeit und Pflichtbewusstsein verbirgt. Lars Penning

Niemandsland – The Aftermath GB/D/USA 2019, 108 Min., R: James Kent, D: Keira Knightley, Jason Clarke, Alexander Skarsgård, Rosa Enskat, Start: 11.4.


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