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Pilotprojekt in Berliner Clubs mit PCR-Tests: Ergebnisse veröffentlicht

Feiern in Berliner Clubs und Pandemie, klingt nicht gerade harmonisch. Geschlossene Räume, Körper, die sich in ihnen bewegen, räkeln, berühren, anatmen. Bislang gingen viele davon aus, dass das eine Idee wie Industrietauchen ohne Anzug ist, es sei denn, wir halten uns an die Corona-Regeln. Ein Modellversuch der Senatskulturverwaltung, der Clubcommission und der Charité zeigt nun das Gegenteil. Mit ein wenig Vorbereitung (PCR-Tests) wäre das gemeinsame Schwitzen auf den Tanzflächen der Berliner Clubs möglich, ohne Maske und Social Distancing.

Kurzer Lichtblick: Endlich wieder Vorfreude in Schlangen vor Berliner Clubs. Foto: Jascha Müller-Guthof

Berliner Clubs: Ein Pilotprojekt für feierwütige

Um zu sehen, inwiefern feiern in Berliner Clubs während Corona möglich ist, führten sechs Clubs vom 6.-8. August Indoor-Clubnächte auf Basis von PCR-Tests durch. Mitgemacht haben das SO36, das Crack Bellmer, die Wilde Renate, das Metropol, der Festsaal Kreuzberg und das Kitkat. 2110 Testpersonen konnten dort frei tanzen, sofern sie vorher Bekanntschaft mit einem Stäbchen machten. Sieben Infektionen konnten dabei festgestellt werden, „davon waren drei Personen Altfälle, sowie vier neue“, heißt es in einer Mitteilung. Eine Woche später folgte eine Nachtestung. Null Neuinfektionen! Allerdings sei hier gesagt: es nahmen 1447 (70 Prozent) der Erstgetesteten an der Zweituntersuchung teil.

Ein gutes Zeichen bleibt es trotzdem. Ob die Clubs demnächst wieder zum Normalbetrieb zurückkönnen, ist jedoch erstmal unklar. PCR-Tests sind genauer, aber auch deutlich teuerer als Schnelltests. Der Modellversuch fand unter idealen Bedingungen statt, das Projekt wurde finanziell bezuschusst. Erstmal dürfte es also beim Tanzverbot in den Berliner Clubs bleiben.

Zur Erinnerung: Draußen dürfen wir tanzen, wenn wir uns an die Hygienvorschriften halten, drinnen nicht. Unsere Autorin hat aufgeschrieben, was sie von dem Tanzverbot hält.

Es wäre also ein großer Aufwand, Clubs unter der PCR-Test-Bedingung zu öffnen. Und dennoch: „Das Projekt bietet eine Perspektive für die Eröffnung von Clubinnenräumen, sollten die Inzidenzen und Hospitalisierungen im Herbst stark steigen“, sagt Vorsitzende der Clubcommission Pamela Schobeß. „Es beweist, dass mit dieser Methodik sichere Räume geschaffen werden können, die ermöglichen, Clubkultur auch in der Pandemie erlebbar zu machen.“ Falls das die Clubs zahlen müssen, könnte sich diese Clubkultur jedoch nur auf die großen Vertreterinnen beschränken.


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