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Club Rummels Bucht macht endgültig dicht: „Uns blutet das Herz“

Und wieder muss ein Club anderen Plänen weichen: Die Rummels Bucht schließt Mitte September endgültig – und wird wegen der Pandemie somit sogar um eine vernünftige Abschiedsparty gebracht. Nun wird ein neuer Standort gesucht.

Am Paul-und-Paula-Ufer liegt der Club Rummels Bucht – oder lag. Bald schließt der Biergarten, dann ist Schluss. Foto: Imago Images/Pemax

Rummels Bucht: Club verlängerte Mietvertrag – aber jetzt ist Schluss

Denn obwohl die Betreiber schon im Sommer 2019 die Kündigung bekamen und zum Jahresende ausziehen sollten, einigte man sich dann doch auf eine Verlängerung. Bis September 2020 wurde der Mietvertrag ausgedehnt – zwischenzeitlich sorgte dann aber Covid19 für eine Schließung der Einrichtung. Und dies blieb auch so. Einzig ein Biergarten-Betrieb war ab Mai möglich – der nun am 13. September das letzte Mal öffnet. Ein legendärer Abschied sieht anders aus, denn viele werden nicht mitfeiern können. Stammgäste, Freunde – für alle anderen dürfte der Spontanbesuch recht aussichtslos werden.

Tatsächlich steht der Bebauungsplan für das Ostkreuz schon lange, die Rummels Bucht fand darin keine Berücksichtigung – stattdessen entstehen ein Aquarium („Coral World“), Wohnungen (im gehobenen Segment) und Ladenflächen. Zuletzt hatte sich die Floß-Wohngruppe Neu-Lummerland aus der Bucht verabschiedet. Wobei es hier zwar auch interne Differenzen gab, das Überleben angesichts der Pläne des Senats aber ohnehin unwahrscheinlich geworden war.

Bebauungsplan schon lange beschlossen – Aquarium statt Rummels Bucht

Der Bebauungsplan, schon vor 17 Jahren beschlossen, betrifft eben auch das Paul-und-Paula-Ufer, an dem neben dem Clubgelände auch Ateliers und Proberäume gibt.

Immer wieder wurde gegen den Bebauungsplan demonstriert, auch 2018 – geholfen hat es der Rummels Bucht nicht. Foto: Imago Images/Heine

Für die Macher der Rummels Bucht ist das Ende ein Alptraum: „Uns blutet das Herz! Die Trauer sitzt tief, auch wenn wir wußten, dass diese Tag irgendwann auf uns zu kommt“, heißt es in einem Statement, das auf der Website und bei Facebook veröffentlicht wurde. „Wir verlassen dieses schöne Fleckchen Erde in Berlin schweren Herzens. Schauen aber gleichzeit hoffnungsvoll nach vorne.“

Aufgeben will man aber demnach nicht – stattdessen einen neuen Ort finden, an dem das Konzept weiterleben kann. So wurde auch direkt ein öffentlicher Aufruf gestartet. Wer Ideen für die Zukunft hat, solle sich an [email protected] wenden. „Wir sehn uns hoffentlich bald an anderer Stelle wieder.“

Betreiber der Rummels Bucht suchen nach neuem Standort

Komplett hoffnungslos ist dieses Unterfangen auch in einer Stadt, in der Clubkultur trotz Beteuerungen des Senats immer wieder in den Hintergrund rückt gegenüber Investoren und Bebauungsplänen, nicht. Die Griessmühle etwa musste von der Sonnenallee weichen, hat aber nun offenbar eine neue Heimat gefunden. Ein Industriegelände in Schöneweide soll nun Heimat der Griessmühle werden – und diverser anderer Angebote.

2020 ist generell ein Katastrophenjahr für die Clubs in Berlin. Viele halten sich mit Biergärten und kleinen Open-Air-Raves über Wasser oder starten Kunstprojekte – hier eine Liste der Konzepte der Clubs in Berlin von Else bis Sisyphos. Das Berghain hat gerade das „Studio Berlin“ in seinen Räumen eröffnet – eine Ausstellung.

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