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„Tag der Clubkultur“ am 3. Oktober in Berlin – 40 Clubs und Kollektive feiern

Die Clubs Berlins sind überwiegend weiter dicht. Zwar stellen ein paar auf Barbetrieb um, andere machen ihre Tanzflächen zu Ausstellungsräumen. Im Großen und Ganzen ist die Clubkultur Berlins aber weiter hart eingeschränkt. Um Aufmerksamkeit zu generieren und die Bedeutung der Szene zu betonen, hat die Clubcommission, eine Interessenvertretung, den 3. Oktober zum Tag der Clubkultur erklärt.

Foto: ://about blank

Clubs und Partykollektive konnten sich um eine Förderung in Höhe von 10.000 Euro bewerben – unterstützt vom Kultursenat der Stadt. Ziel: Am Tag der deutschen Einheit zu zeigen, warum das Überleben der Clubs so wichtig für Menschen und Stadt ist. Dazu soll es im gesamten Stadtgebiet Showcases geben – heißt: Clubs und Kollektiven haben die Möglichkeit, sich der ganzen Stadt zu präsentieren und ein Zeichen für die Vielfalt und Lebendigkeit der Berliner Clubkultur zu setzen.

Auswahl der Förderung für Tag der Clubkultur durch Jury

40 Clubs und Kollektive von About Blank bis Panke, von Cocktail D’Amore bis Queerberg, bekommen jeweils den Zuschlag und können nun entsprechend der Hygiene- und Abstandskonzepte des Senats Veranstaltungen am 3. Oktober organisieren. Für die Auswahl seitens einer Jury gab es aber neben den derzeitig geltenden Formalien noch einige andere Faktoren.

„Gewichtige Kriterien für die Auswahl der auszuzeichnenden Clubs und Kollektive waren insbesondere Diversität und Gleichstellung beim Booking, gerechte Entlohnung sowie die Unterstützung lokaler Künstler*innen“, erklärt Lutz Leichsenring von der Clubcommission. Die Anwärter*innen mussten sich bewerben. Erwünscht gewesen seien zudem interdisziplinäre und intersektionale Programmgestaltungen, diverse und geschlechterparitätische Lineups, sowie Übersichten zu den empfohlenen Honoraren der beteiligten Künstler*innen. Viele Clubs in Berlin sind betont offen für alle Geschlechter und Nationalitäten, etwa das About Blank, das 2020 seit zehn Jahren besteht.

Tag der Clubkultur: Viel Wert auf Diversität und Intersektionalität gelegt

„Die Auswahl des Kuratoriums ist ein zukunftsweisendes Zeichen für die Diversität und Intersektionalität der Berliner Clubkultur“, erklärt Leichsenring. „Gewürdigt wird eine große Bandbreite, von fest etablierten Orten bis hin zu Kollektiven, die in den vergangenen Jahren Räume für spezifische Communities und marginalisierte Gruppen in Berlin geschaffen haben und qualitativ hochwertige Programme auf die Beine stellen.“

Veranstaltungen wird es am 3. Oktober in Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg, Mitte, Neukölln, Pankow, Spandau und Treptow-Köpenick sowohl im Freien als auch drinnen geben. Zwar wurden nicht alle Bewerbungen um einen Spot berücksichtigt, aber alle anderen Clubs seien eingeladen, auch mitzumachen. Dass der Clubcommission an einem runden Ablauf in Sachen Corona-Schutz gelegen ist, dürfte klar sein – eine andere Aktion zur Rettung der Clubs, der Boot-Rave, wurde heftig kritisiert, auch von der Clubcommission.

Clubkultur in Berlin: Seit Wochen nur Party im Garten: Das About Blank, sonst queerer Treffpunkt, liegt nachts derzeit brach. Foto: Imago Images/Contini
Seit Wochen nur Party im Garten: Das About Blank, sonst queerer Treffpunkt, liegt nachts derzeit brach. Foto: Imago Images/Contini

Ticketing und Ausgestaltung in der Hand der Clubs und Kollektive

Für Ticketing und Ausgestaltung sind alle Beteiligten selbst verantwortlich, auch die Türpolitik wird – bei aller Offenheit – sich nicht zwangslegend ändern. Die Clubs mit Garten oder zu den Hygieneauflagen passenden Räumlichkeiten veranstalten die Events bei sich, Kollektive und andere haben Freiflächen, die extra für den Anlass geöffnet werden.

Teilnehmen werden About Blank, Arkaoda, Beate Uwe, Bulbul Berlin, Cassiopeia, Club der Visionäre, Golden Gate, Gretchen, Griessmühle (die gerade ihren Biergarten am neuen Standort eröffnet hat), Holzmarkt 25, Ipse, Johnny Knüppel, Klunkerkranich, Mensch Meier, Oya, Paloma, Panke, Ritter Butzke, Sameheads, Schokoladen, Schwuz, Sisyphos, So36, Suicide Circus, Tresor und Yaam sowie die Kollektive Bad Bruises, Buttons, Cocktail D’Amore, Creamcake, Dice, Female:Pressure, Frauengedeck, Freak De L’Afrique, Gegen Berlin, La By’le, No SWhade, Queerberg, Refuge und Ziegrahof.


Clubkultur in Berlin ist mehr als Bumsen, Ballern, Berghain. Seit Wochen darben die Clubs, auch wenn einige neue Konzepte haben. Zumindest das Berghain, das beim Tag der Clubkultur vorerst nicht geführt ist, ist mit der Ausstellung „Studio Berlin“ gerade zumindest für Kunstfans geöffnet.

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