Schifffahrt

BVG-Fähren: Von Ruderboot bis Wannsee-Flotte – alle Linien und Infos

Ihr habt Lust, Berlin auf dem Seeweg zu erkunden? Kein Problem! Neben den Touri-Dampfern gibt es noch die sechs BVG-Fähren. Sie sind ein tolles Angebot und mit ihnen muss eine kleine Schifffahrt gar nicht zwingend etwas (extra) kosten: Wer eine Tages- oder Monatskarte von der BVG hat, kann die Fähren nutzen, die zum öffentlichen Nahverkehr gehören. Drei Linien verkehren ganzjährig, drei weitere saisonal. Selbstverständlich gibt es für die Fähren auch ganz normale Tickets – wobei: Eine Fähre würden viele eine der sechs Linien wohl nicht nennen…

Gefahren wird, solange Eis und Wind es nicht unmöglich machen. Kleiner Haken: Rundfahrten sind nicht erlaubt, man muss zumindest aus- und wieder einsteigen.


F10: Von Wannsee nach Alt-Kladow

Gerade im Sommer die beliebteste der BVG-Fähren: Die F10, die Wannsee und Alt-Kladow verbindet. Viel zu sehen gibt es auf beiden Seiten. Foto: Imago Images/Schöning.
Gerade im Sommer die beliebteste der BVG-Fähren: die F10, die Wannsee und Alt-Kladow verbindet. Viel zu sehen gibt es auf beiden Seiten. Foto: Imago/Schöning.

Die F10 ist bei bei vielen beliebt, die einen Ausflug zum Wannsee machen. Sie verbindet den Zehlendorfer Ortsteil Wannsee mit Alt-Kladow (Spandau). Die 20-minütige Fahrt lohnt sich. Sowohl in Alt-Kladow als auch in Wannsee gibt es einiges zu entdecken, wer sein Fahrrad dabei ist, kommt besonders gut rum.

Die Fahrzeit beträgt etwa 20 Minuten. Rundfahrten sind mit der beliebten Fähre nicht gestattet. Heißt: irgendwo von Bord. Macht aber nichts, an den Haltestellen gibt es einiges zu sehen, etwa die Promenade in Alt-Kladow.

300 Personen können mitfahren, 60 Fahrräder finden Platz. Fünf Rollstuhlplätze sind vorhanden, eine Rampe gibt es ebenfalls.

  • BVG-Fähre F10 Dampferanlegestelle Wannsee, Zehlendorf, und Anlegestelle Alt Kladow, Spandau, Mo-Fr 6-21 Uhr (Winter 20 Uhr), Sa 7-21 Uhr (Winter 18 Uhr) und So 10-21 Uhr (Winter 20 Uhr), AB-Ticket reicht

F11: Von Baumschulenweg nach Oberschönweide

Wer eine Tages- oder Monatskarte hat, kann die BVG-Fähren problemlos nutzen. Foto: Imago/Chromorange

Die F11 verbindet die Ortsteile Baumschulenweg (Station Baumschulenstraße) und Oberschöneweide (Wilhelmstrand). Die Überfahrt dauert nur wenige Minuten, erspart jenen, die auf die andere Spreeseite müssen, jedoch viel Fahrzeit.

Sie ist eine der ältesten Fahrverbindungen in der Hauptstadt – sie verkehrt seit 1896. Damals hatte der Wirt des „Spreeschlosses“ den Betrieb geführt, allerdings ist das Restaurant seit dem Zweiten Weltkrieg Geschichte.

Die F11 ist Teil des Europaradweges R1, der über 4.500 bzw. 5.100 km von London (Großbritannien) bis nach Helsinki (Finnland) beziehungsweise Moskau (Russland) führt.

Die Fahrzeit beträgt nur wenige Minuten und ist vor allem für Freizeit- und Radreisende attraktiv. Am Spreepark vorbei kommen Radler fix zum Treptower Park – mit Spreeufer und Mahnmal . Eine geplante Einstellung der Linie im Jahr 2017 scheiterte an den massiven Protesten der Anwohner:innen und Fans der Fährverbindung. Inzwischen ist sie für weitere Jahre gesichert, der Nutzen als hoch genug eingeschätzt worden.

  • BVG-Fähre F11 S-Bahnhof Baumschulenweg (von da aus sind es 500 Meter Fußweg zur Anlegestelle), Treptow-Köpenick, Mo-Fr 5.53-19.13 Uhr, Sa-So 8.13-18.53 Uhr, AB-Ticket reicht

F12: Von Grünau nach Wendenschloss

Abfahrt der BVG-Fähre in Grünau. Foto: Lienhard Schulz/CC BY-SA 3.0

Berliner:innen, die von Grünau (Wassersportalle) nach Wendenschloss (Müggelbergallee) oder umgekehrt reisen wollen, müssten ohne die Fährverbindung 12 einen riesigen Umweg in Kauf nehmen. Damit ist das Schiff für viele Menschen eine wichtige, alltägliche Abkürzung zu Job, Freunden, Ausflügen.

Die Verbindung wurde bereits vor dem Zweiten Weltkrieg ins Leben gerufen, um den Anwohner:innen die Überquerung der Dahme zu ermöglichen – eine Brücke gibt es in dem Bereich bis heute nicht.

Die Fahrzeit der ganzjährig verkehrenden Fähre beträgt wie auf der Linie F11 nur wenige Minuten.

  • BVG-Fähre F12 Müggelbergallee, Köpenick, Mo-Fr 6-21 Uhr, Sa 7.30-20 Uhr, So 8.30-20 Uhr, AB-Ticket reicht

F21 von Schmöckwitz nach Krampenburg

Die Linie werden die meisten Berliner:innen nur selten bis gar nicht brauchen – es sei denn, sie gehen gern Campen. Hauptsächlich sind es nämlich jene, die auf den Campingplatz Kuhle Krampe wollen, die die Verbindung nutzen. Das hat einen einfachen Grund: Der Waldweg zum Platz ist im Sommer für Autos schlicht gesperrt und einen anderen Weg gibt es nicht.

Der gesamte Bereich um die Dahme in dieser Ecke eignet sich hervorragend zum Wandern – weitere Empfehlungen zum Wandern in Berlin. Die Überfahrt zwischen den beiden Anlegestellen dauert etwas weniger als zehn Minuten – und findet nur dienstags bis sonntags statt. Montag ist Ruhetag.

  • BVG-Fähre F21 Schmöckwitz (zum Seeblick), Di-Fr 10.05-18.05 Uhr, Sa-So 10.05-19.05 Uhr, Saison geht vom 1. Samstag im April bis zum letzten Sonntag im Oktober, AB-Ticket reicht

F23: Vom Müggelwerderweg nach Kruggasse

Idyllisch: Das Fischerdorf Rahnsdorf an der Müggelspree lässt sich mit der BVG-Fähre F23 erreichen.  Foto: Imago Images/Ritter
Idyllisch: Das Fischerdorf Rahnsdorf an der Müggelspree lässt sich mit der BVG-Fähre F23 erreichen. Foto: Imago/Ritter

Die F23 bringt in der Sommersaison Reisende vom Müggelwerderweg vorbei am Müggelhort nach Neu-Helgoland und schlussendlich zu den Spreewiesen, wo wiederum in die außergewöhnlichste der Fähren umgestiegen werden kann, die F24.

Das ganze Areal ist ausgesprochen sehenswert, eine Anreise mit dem Fahrrad lohnt sich immer, denn im Bereich Müggelsee gibt es viel zu entdecken – vor allem viel schön Natur. Und natürlich ist er einer der beliebten Badeseen in Berlin – umsonst und schön planschen geht in Berlin aber auch an vielen weiteren Orten.

Die Fahrzeit beträgt etwa 25 Minuten.

  • BVG-Fähre F23 Müggelwerderweg, Rahnsdorf, Di-Fr 10-19 Uhr, Sa-So 10-20 Uhr, Saison geht vom 1. Samstag im April bis zum letzten Sonntag im Oktober, AB-Ticket reicht

F24: Von den Spreewiesen nach Kruggasse

Das ist die F24 – nicht das Boot links, sondern wirklich das Ruderboot. Die Ruderfähre fährt alle 60 Minuten – und mit Glück auch öfter. Foto: Imago/Ritter
Das ist die F24 – nicht das Boot links, sondern wirklich das Ruderboot. Die Ruderfähre fährt alle 60 Minuten – und mit Glück auch öfter. Foto: Imago/Ritter

Die F24 Fähre zu nennen, erscheint manchen dann vielleicht doch etwas vermessen. Kein Benzin-, kein Strommotor. Stattdessen: Armantrieb. Die F24 ist eine Ruderfähre! Richtig, hier wird nur mit Körperkraft übergesetzt, von den Spreewiesen nach Müggelheim, und das in wenigen Minuten.

Genutzt wird das Ruderboot Paule III, gebaut 1993 auf einer Duisburger Werft. Acht Personen können Platz nehmen auf dem fünf Meter langen Boot, sogar Fahrräder werden mitgenommen. 1911 hatte der Rahnsdorfer Fischer Richard Hilliges den Fährbetrieb aufgenommen. 2013 wurde der eingestellt, eine Unterschriftenaktion führte letztlich zum Comeback. Klasse: Der Wechsel von F23 zu F24 ist kinderleicht. Toller Ausflugstipp – ein idealer Weg, um Berlin am Wasser zu erleben.

  • BVG-Fähre F24 Spreewiesen, Rahnsdorf, Sa -So 11-19 Uhr, Saison geht vom 1. Mai bis zum 3. November, AB-Ticket reicht

Mehr Berlin am Wasser

Wenn ihr Berlin auf, im und am Wasser erkunden wollte, ist unser Wasser-Guide genau das, was ihr braucht. Egal ob Restaurant am Kanal, Kanu-Tour oder Schwimmspaß, ihr findet alle Infos und Adressen. Und wem die Fähren zu wenig bieten, der kann eine klassische Touristen-Bootstour buchen – diese Anbieter gibt es. Lust, selbst aktiv zu werden? Es gibt viele tolle Wassersport-Angebote in Berlin. Und wer lieber festen Boden unter den Füßen hat, kann die zwölf schönsten und wichtigsten Brücken der Stadt besuchen. Alle Infos zu den Fahrzeiten und Haltestellen der Fähren finden sich auch bei der BVG.

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