Sehenswürdigkeiten

Konzerthaus Berlin: Alles Wissenswerte zu dem schönen Bau

Konzerthaus oder doch ein griechischer Tempel? Mit seinen gigantischen Säulen und der breiten Freitreppe ist das Konzerthaus Berlin das beeindruckendste Gebäude am Gendarmenmarkt. Wissenswertes zur Geschichte, den Sälen, dem Konzerthausorchester und Infos für den Besuch findet ihr hier.

Der Gendarmenmarkt: Mittig das Konzerthaus Berlin und rechts der Französische Dom. Auf dem Platz wurde 1871 feierlich das Schiller-Denkmal von Reinhold Begas enthüllt: Alle wichtigen Persönlichkeiten waren eingeladen – nur die Leitung vom Konzerthaus wurde vergessen. Foto: Felix Löchner/Sichtkreis

Konzerthaus: Schinkel baute es als Königliches Schauspielhaus

Geschichte Der Architekt Karl Friedrich Schinkel entwarf das klassizistische Konzerthaus einst als Königliches Schauspielhaus – ein Tempel für Apollo, den Gott der schönen Künste, der auf der Dachspitze in seinem Greifenwagen in die Lüfte prescht. Schinkel war der wichtigste Architekt Preußens. 1821 wurden die Vorhänge das erste Mal geöffnet: für Goethes Iphigenie auf Tauris. Und ein paar Jahre später hörte das Berliner Publikum gar nicht mehr auf zu applaudieren, als Carl Maria von Webers Freischütz seine Uraufführung im Schauspielhaus feierte.

Auf der linken Seite der Deutsche Dom, mittig das Konzerthaus Berlin. Im 19. Jahrhundert. besuchten die Gäste den Schinkelbau am Gendarmenmarkt noch für Theateraufführungen, heute hören sie im Konzerthaus klassische Musik. Foto: Imago/H. Tschanz-Hofmann

Nach Gustav Gründgens Intendanz in den 1930er und frühen 1940er Jahre wurden im Zweiten Weltkrieg große Teile des Gebäudes zerstört. Durch Bombenangriffe, aber auch durch andere Umstände existieren viele kulturelle Häuser heute nicht mehr: 12 historische Theater und Opernhäuser in Berlin, die es nicht mehr gibt. In den 1970er bis -80er Jahren wurde das Konzerthaus zumindest Außen originalgetreu rekonstruiert. Die SED-Führung wollte den damaligen Platz der Akademie, also den Gendarmenmarkt, zu einem kulturellen und wissenschaftlichen Zentrum machen. Das ehemalige Schauspielhaus sollte zum Konzerthaus für den Osten Berlins werden. Wissenswertes und was heute so auf dem Gendarmenmarkt los ist, lest ihr hier.

Vom Schauspielhaus zum Konzerthaus

Während die Fassade wieder zu dem wurde, was sie einst war, sieht das Innere heute ganz anders aus: Die Entwürfe halten sich bis ins Detail an den klassizistischen Schinkel-Stil, sind aber eine Neuschöpfung aus den 1970ern – bei all den Marmorverzierungen fällt das gar nicht auf, wenn man durch die ehemalige Kutschendurchfahrt ins Foyer tritt. Schon hier ist alles sehr nobel, dabei hat man den Großen Konzertsaal noch gar nicht gesehen: 14 prunkvolle Kronleuchter hängen von der Decke – an den detailreichen Deckenverzierungen kann man sich kaum satt sehen. Im Parkett und den zwei Rängen bietet der Saal beinahe 1.700 Plätze und 38 berühmte Komponisten sind dauerhaft zu Gast: An den Wänden reihen sich unter anderen Büsten von Bach, Händel, Bartók und Schostakowitsch.

Der Große Saal im Konzerthaus überzeugt mit seiner Akustik: Der ehemalige Theatersaal zählt zu den besten symphonischen Konzertsälen der Welt. Foto: Felix Löchner/Sichtkreis

Konzerthaus: Musik in drei Sälen

Wenn in den drei Konzertsälen gleichzeitig Veranstaltungen stattfinden, ist ganz schön was los im großen Haus: Kaum schließen sich bei Konzertbeginn die Türen zum Großen Saal, beginnt der Einlass für ein Konzert im Werner-Otto-Saal: Seit 2003 kann man den ehemaligen Probenraum des Konzerthausorchesters mit seinen schrillen Stühlen in violett, orange und rot sogar zur Black Box verwandeln.

Der Werner-Otto-Saal war bis 2003 ein Probensaal des Konzerthausorchesters. Finanziert von dem Unternehmer Werner Otto wurde der Saal zum Veranstaltungssaal umgebaut. Heute wird er vor allem für zeitgenössische Konzerte oder Musiktheateraufführungen verwendet. Foto: Sebastian Runge

Fun Fact Schon mal für ein Konzert im Kleinen Saal gewesen? Pastelltöne in zartem Rosa und Türkis tauchen den Saal in eine liebliche Atmosphäre, die einen süßlichen Odem verströmt – Moment, das geht jetzt zu weit. Ein bisschen kitschig ist der Saal schon. Ist euch aufgefallen, dass das Bild an der hinteren Wand des Saals ein wenig schräg hängt? Das darf eigentlich nicht sein, ist hier aber tatsächlich Absicht. Neben seiner dekorativen Funktion sorgt das Bild vor allem für eine bessere Akustik: Durch die Schräge werden die Schallwellen so geleitet, dass sie nicht sofort wieder reflektiert werden, was ein Echo erzeugen würde.

Der Kleine Saal des Konzerthauses eignet sich mit seiner Guckkastenbühne nicht nur für Konzerte. Er bietet auch die Möglichkeit, kleine Theaterinszenierungen aufzuführen. Foto: Sebastian Runge

Das Konzerthausorchester fördert seinen Nachwuchs

Das hauseigene Orchester ist in den 1960er und 1970er Jahren noch als Berliner Sinfonie-Orchester unter der Leitung von Kurt Sanderling international bekannt geworden. Heute ist das Konzerthausorchester mit mehr als 100 Konzerten pro Saison im Konzerthaus oder auf Tourneen und Festivals zu hören. Mit der Kurt-Sanderling-Akademie fördert das Orchester talentierte Nachwuchsmusiker:innen.

Seit 2019 ist Christoph Eschenbach Chefdirigent des Konzerthausorchesters. Ab der Saison 2023/24 soll Joana Mallwitz Chefdirigentin und Künstlerische Leiterin werden. Foto: Marco Borggreve

Wichtige Infos für den Besuch des Konzerthauses

Anfahrt Mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Konzerthaus bequem erreichbar: In unmittelbarer Nähe befinden sich die U-Bahnshöfe Hausvogteiplatz mit der U2, Stadtmitte mit der U2 oder U6 und Unter den Linden mit der U5 oder U6. Wer nichts gegen einen kleinen Spaziergang durch Mitte hat, kann auch von der S-Bahnhof Brandenburger Tor (S1, S2, S25) oder dem zentralen S- und U-Bahnhof Friedrichstraße laufen. Außerdem halten die Buslinien M48, 100, 147 und 200 in der Gegend.

Für diejenigen, die mit dem Auto anfahren, eignet sich die Contipark Tiefgarage Friedrichstadt-Passagen: Für Konzerthausgäste gibt es einen Park-Tarif für 5,50 für sechs Stunden.

Aktuelle Informationen und das Programm vom Konzerthaus Berlin findet ihr hier.

In der Nähe Das Konzerthaus Berlin liegt in Mitte – direkt am Gendarmenmarkt, unweit von der Museumsinsel in die eine und dem Brandenburger Tor in die andere Richtung. Kulturell ist hier einiges los, aber auch kulinarisch: Vom Nobelrestaurant Borchardt über die mondäne Newton Bar bis zum Augustiner Bräu.

  • Berliner Dom Am Lustgarten, mehr Infos
  • Alte Nationalgalerie Bodestraße 1, Informationen online, 030/266 424 242
  • Deutsches Historisches Museum Unter den Linden 2, Informationen online, 030/203 040
  • Brandenburger Tor Pariser Platz, mehr Infos
  • Borchardt Französische Straße 47, Informationen online, 030/818 862 62
  • Newton Bar Charlottenstraße 57, Informationen online, 030/202 954 21
  • Augustiner am Gendarmenmarkt Charlottenstraße 55, Informationen online, 030/204 540 20

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Mehr Berliner Sehenswürdigkeiten und ihre Geschichte haben wir hier. Diese 12 Baumeister waren in Berlin prägend. Für diejenige, die sich noch mehr Sehenswürdigkeiten anschauen wollen, ist die Gegend rund ums Konzerthaus perfekt: Hier findet ihr die 12 wichtigsten Berliner Sehenswürdigkeiten. Andere architektonisch interessante Gebäude von Preußen bis Postmoderne und von Bauhaus bis Baller haben wir hier zusammengetragen. Wenn ihr Berlin schon gut genug kennt, lohnt sich vielleicht ein Ausflug ins Grüne: Macht mehr aus eurer Freizeit.

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