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Philharmonie Berlin: Geschichte, Wissenswertes und Besucherinfos

Wo heute großartige Musiker und Dirigenten ihrem Publikum grandiose Konzerte bieten, setzte die Grundsteinlegung ein Zeichen gegen die Gigantomanie des Nationalsozialismus. Die Philharmonie Berlin mit ihrer ungewöhnlichen Architektur und der Konzeption des Konzertsaals dient als Vorbild für Konzerthäuser in der ganzen Welt. Alles Infos.

Die Philharmonie Berlin an ihrem heutigen Standort in Tiergarten mit Blick auf den Potsdamer Platz. Foto: Imago/ Schöning
Die Philharmonie Berlin an ihrem heutigen Standort in Tiergarten mit Blick auf den Potsdamer Platz. Foto: Imago/ Schöning

Die Philharmonie Berlin – wie ein Phönix aus der Asche

Geschichte Im Frühjahr 1882 spielten die Berliner Philharmoniker ihre ersten Konzerte noch im Gartenlokal „Flora“ in Charlottenburg. Im darauffolgenden Sommer wurde die ehemalige Rollschuhbahn an der Bernburger Straße 22a/23 in Kreuzberg zur Spielstätte des Orchesters. Der Architekt Franz Heinrich Schwechten baute das Gebäude in eine Philharmonie um. Der bestuhlte Konzertsaal ohne Tische wurde bekannt für seine Akustik. Zusätzliche Räumlichkeiten wurden benötigt, sodass auf Anordnung der Eigentümer des Gebäudes im dahinterliegende Hofbereich den Oberlichtsaal und an dem angrenzenden Grundstück (Köthener Straße 32) der Beethoven-Saal errichtet wurde. Ein Luftangriff der Alliierten zerstörten den Gebäudekomplex am 30. Januar 1944.

Die Berliner Philharmoniker wichen in den Titania-Palast und die Jesus-Christus-Kirche in Dahlem für ihre Konzerte aus. Erst 1956 gab es eine Ausschreibung durch das Land Berlin, einen Neubau der Philharmonie Berlin zu entwerfen. Die ausgewählte Baufläche befand sich an der Bundesallee. Der Entwurf des Architekten Hans Scharoun wurde ausgezeichnet – Scharoun erlebte ein Déjà-vu. Denn auch in Kassel 1952 erhielt er für seinen Oper-Entwurf den ersten Platz, doch sein Plan wurde wegen Schwierigkeiten mit dem Baugrund nicht umgesetzt und ein anderer Architekt beauftragt. Verbindlich mit der Ausarbeitung beauftragt, wurde Scharoun erst durch eine öffentliche Intervention, unter anderem von Herbert von Karajan.

Wegen der Wahl des Standorts kam es dennoch erneut zu Verzögerungen des Baus. Der anvisierte Standort an der Bundesallee würde zu weit entfernt von der alten Philharmonie liegen, hieß es seitens der Kritiker. 1959 entschied sich das Berliner Abgeordnetenhaus für eine Verlegung des Neubaus an den heutigen Standort. Die Philharmonie Berlin gilt seit 1963 als musikalisches Herz Berlins. Seit dem Eröffnungskonzert (Beethovens Sinfonie Nr. 9) unter Leitung von Herbert von Karajan bescheren die Berliner Philharmoniker zusammen mit großartigen Dirigenten und Solisten ihrem Publikum viele grandiose Konzerte.

Das Eröffnungskonzert unter der Leitung des österreichischen Dirigenten Herbert von Karajan, bildete den Abschluss der Berliner Festwochen 1963. Foto: Imago/Günter Schneider
Das Eröffnungskonzert unter der Leitung des österreichischen Dirigenten Herbert von Karajan, bildete den Abschluss der Berliner Festwochen 1963. Foto: Imago/Günter Schneider

Die Philharmonie ist ein Zeichen gegen den Nationalsozialismus

Fact Als Zeichen gegen die Gigantomanie des Nationalsozialismus’ fiel die Wahl des Konzerthauses auf diese Position. Im Zuge der Umgestaltung Berlins zur „Reichshauptstadt Germania“ plante Albert Speer, der berühmteste Nazi-Architekt, an dem heutigen Standort der Philharmonie, eine riesige Soldatenhalle als Ehrenmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen deutschen Soldaten. Das von den Bomben zerstörte Verwaltungsgebäude der nationalistischen Aktion T4 stand unmittelbar neben dem Gebäude. Heute steht an dieser Stelle eine Gedenkstätte, die an die Opfer der Aktion T4 erinnert. Die Zentraldienststelle T4 organisierte systematische Ermordung von Patienten aus Heil- und Pflegeanstalten im Deutschen Reich.

Wichtige Infos für den Besucher der Philharmonie Berlin

Die Philharmonie Berlin im Tiergarten dient vielen Konzerthäusern auf der ganzen Welt als Vorbild.  Foto: Imago/ Jürgen Ritter
Die Philharmonie Berlin im Tiergarten dient vielen Konzerthäusern auf der ganzen Welt als Vorbild. Foto: Imago/ Jürgen Ritter

Öffnungszeiten Die Kassenzeiten sind von Montag bis Freitag von 15 bis 18 Uhr. Am Wochenende ist die Kasse von 11 bis 14 Uhr geöffnet. Zu den Lunchkonzerten, die an Dienstagen stattfinden, ist von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Konzertbeginn.

Anfahrt Man erreicht die Philharmonie Berlin mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Auto. Von der S-Bahnstation Potsdamer Platz (S1, S2, S25, S26) ist die Philharmonie fußläufig zu erreichen. Auch von den U-Bahnhöfen Potsdamer Platz oder Mendelssohn-Bartholdy-Park (Linie U2) ist die Philharmonie gut zu erreichen. Die Buslinien M29 und M41 fahren vom Potsdamerplatz zur Haltestelle der Philharmonie. Die Busseder Linie M48 und M85 (Kulturforum oder Varian-Fry-Straße), der Linie 200 (Philharmonie oder Varian-Fry-Straße) und der Linie 300 (Philharmonie oder Varian-Fry-Straße) halten an den umliegenden Straße. Den Autofahrern wird geraten, die Parkmöglichkeiten im Sony Center, sowie in den Potsdamer Platz Arkaden und die Tiefgarage am Reichpietschufer zu nutzen. Die Parkplätze direkt an der Philharmonie stehen nur begrenzt zur Verfügung. 

In der Nähe Die Philharmonie Berlin liegt im Stadtteil Tiergarten. Von dort sind viele Sehenswürdigkeiten zu Fuß zu erreichen. Die geschichtsträchtige Potsdamer Straße oder auch der Pariser Platz mit dem Brandenburger Tor. Etwas ruhiger und noch viel näher geht es in der Gemälde Galerie oder dem BRLO Brwhouse im Gleisdreickpark zu.

  • Philharmonie, Herbert-von-Karajan-Straße 1
  • Potsdamer Straße, Schöneberg
  • Gemälde Galerie, Matthäikirchplatz, Mitte, wechselnde Ausstellungen, Informationen online, 030/ 266 42 42 42
  • BRLO Brwhouse, Schöneberger Straße 16, Schöneberg
  • Brandenburger Tor, Pariser Platz, Mitte


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